Manchmal merken die Eltern erst beim Auszug, dass ihre Kinder erwachsen geworden sind (Foto: shutterstock.com/Africa Studio) Manchmal merken die Eltern erst beim Auszug, dass ihre Kinder erwachsen geworden sind (Foto: shutterstock.com/Africa Studio)
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Unabhängig werden

"Mama, ich bin erwachsen!"

Wer von zu Hause auszieht, hat wirklich genug Sorgen: Das Amt wartet auf die Anmeldung, ohne Strom und Heizung lebt´s sich eher schlecht und die Telefonleitung funktioniert immer noch nicht. Doch spätestens, wenn es zum ersten Mal klingelt und Papi am anderen Ende des Hörers pikiert nach eurem nächsten Besuch fragt, schwant euch: Ohne war es eigentlich auch ganz nett... Pointer hat einige Tipps, wie ihr euren liebenden Eltern beim Abnabeln helfen könnt.

Tut etwas für eure Unabhängigkeit

Wer unabhängig sein will, muss sich in erster Linie auch so verhalten. Das ist natürlich nicht ganz leicht, denn bislang achteten eure Eltern darauf, dass ihr alles Notwendige auch tatsächlich erledigt. Natürlich ist es schön, wenn niemand mehr fragt, wann ihr am Vorabend nach Hause gekommen seid – dafür solltet ihr aber auch daran denken, fällige Rechnungen selbst und rechtzeitig zu bezahlen. Wer bei der erstbesten Gelegenheit seinen Eltern mit hohen Mahngebühren in den Ohren liegt, braucht sich nicht wundern, wenn er oder sie am Monatsende einen Kontrollanruf bekommt.




"Ach, bring Deine Wäsche doch schnell vorbei, ich muss sowieso waschen" oder "Die Lampe hänge ich Dir auf, da komme ich nach der Arbeit kurz" sind lieb gemeinte Angebote eurer Eltern. Wer selbständig leben möchte, lehnt sie allerdings schnellstens ab. Egal, wie sehr ihr Waschen, Bügeln oder Heimwerken hasst: Wenn Mami oder Papi eure Hosen zusammen legen, dürfen sie nämlich zweifellos auch anmerken, dass selbige ihre besten Zeiten schon hinter sich haben. Fazit: Wer sich vor einem "Wie Du immer herumläufst" schützen will, wäscht selbst!


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Freundlich aber bestimmt

Natürlich fällt es nicht leicht, seinen Eltern einen Korb zu geben. Immerhin meinen sie es vermutlich nur gut und versuchen mit kleinen und größeren "Aufmerksamkeiten", ein Teil eures Lebens zu bleiben. Trotzdem! Macht freundlich aber bestimmt deutlich, dass ihr bestimmte Entscheidungen von nun an alleine trefft. Immerhin habt ihr Gründe, warum ihr keinen Eierschneider benutzt, eure Mitbewohner mögt und morgens erst ab zehn Uhr feste Nahrung zu euch nehmt. Häufig sind die nachträglichen Erziehungsversuche eurer Eltern schlicht ein Zeichen für ihre Angst, nicht mehr von euch gebraucht zu werden. Zeigt und sagt ihnen, dass ihr jetzt euren eigenen Weg geht, aber immer wisst, dass ihr im Notfall auf sie zurückgreifen könnt – und werdet. Manchmal hilft auch schon eine Einladung zum Essen, bei der ihr unter Beweis stellt, dass ihr sehr wohl in der Lage seid, eine vollständige, warme Mahlzeit zuzubereiten.

Finanzielle Abhängigkeit

Besonders, wenn ihr finanziell unterstützt werdet, besteht ein schwieriges Abhängigkeitsverhältnis, dass manche Eltern auch als Druckmittel nutzen. Wer zumindest auf einem eigenen Bein stehen möchte, sollte sich – sofern es der Stundenplan zulässt - einen Nebenjob suchen. Damit sammelt ihr nicht nur erste Erfahrungen im Berufsleben, ihr zeigt euren Eltern außerdem, dass ihr es ernst meint. Wer selbst etwas zum Einkommen beiträgt, kann es ohne schlechtes Gewissen auch für eigene Bedürfnisse ausgeben und hat Argumente, wenn es zur "So lange ich für Dich zahle"-Diskussion kommt.




Nicht erpressen lassen

Nett verpackte Vorwürfe à la "Ich weiß schon gar nicht mehr, wie Du aussiehst" und ein freundlicher Hinweis, dass das Kinderzimmer ja sowieso noch hergerichtet ist, machen es einem nicht immer leicht. Meistens beabsichtigen Eltern gar nicht, euch ein schlechtes Gewissen zu machen. Vielmehr fällt es ihnen schwer, euch loszulassen. Doch wenn diese Behütung in Kontrollanrufen, unangekündigten Inspektionsbesuchen oder in regelrechtem Beleidigtsein gipfelt, ist es höchste Zeit für ein offenes Gespräch. Erklärt euren Eltern, was genau euch warum stört, möglichst ohne sie zu verletzen. Macht ihnen klar, dass sie die Beziehung mit ihrem Verhalten belasten und ihr sie so immer mehr aus eurem Leben ausschließt. Vielleicht erinnern sie sich daran, wie wichtig es einmal für sie selber gewesen ist, eigene Erfahrungen zu sammeln.

Raus aus dem Hotel Mama

Junge Männer verlassen den elterlichen Haushalt später als ihre weiblichen Altersgenossinnen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten im März 2004 mit 24 Jahren immer noch 47 Prozent der männlichen Bevölkerung im Elternhaus. Mit 30 Jahren waren es 14 Prozent und mit 40 Jahren immerhin noch 5 Prozent.

Junge Frauen verließen dagegen deutlich früher das heimische Nest: Bereits mit 22 Jahren wohnten nur noch 44 Prozent bei den Eltern. Mit 30 Jahren gehörten lediglich 5 Prozent und mit 40 Jahren nur noch ein Prozent der Frauen dem elterlichen Haushalt an.

[Franzisca Teske]

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