Zweite WINEG-Summer School

Gesundheitswesen mit Praxisbezug

published: 15.10.2008

Die zweite Summer School in Hmaburg  (Foto: shutterstock.com/Mapics) Die zweite Summer School in Hmaburg (Foto: shutterstock.com/Mapics)

"Das Gesundheitswesen kommt im Studium viel zu kurz. Wenn ich in den Nachrichten etwas darüber gehört habe, hatte ich bisher keinen richtigen Durchblick", sagt Rebecca Horbert von der Universität Halle-Wittenberg. Dies wollte die 22-jährige Pharmaziestudentin ändern und meldete sich zur zweiten WINEG-Summer School an. Gemeinsam mit 19 Kommilitonen aus Hamburg, Mainz, Halle, Bonn und Kiel absolvierte sie in den Semesterferien das zweiwöchige Programm des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG).

Expertenvorträge und Projektarbeit
Wie funktionieren eigentlich Gesundheitssystem, Gesundheitsfonds und Gesundheitspolitik? Welche Motivationen stecken hinter einzelnen Maßnahmen? Wer steuert die Arzneimittelversorgung und wie laufen Preisverhandlungen für Medikamente ab? Um diese und andere Fragen drehte sich die erste Woche der Summer School.

Das Gelernte wurde sofort in kleinen Übungseinheiten angewendet (Foto: TK)Das Gelernte wurde sofort in kleinen Übungseinheiten angewendet (Foto: TK)

"Die Studierenden behandeln im Studium pharmazeutische Grundlagen, Chemie und ihre Wirkung im Körper, aber weder den Nutzen der Medikamente noch die Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens", so Heike Strutz vom WINEG. Vorträge renommierter Experten der TK, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Pharmazeutischen Zeitung sollten diese Lücken füllen.

Anschließend wurde das Gelernte in kleinen Übungseinheiten angewendet. Schwerpunkt der zweiten Woche: ein wissenschaftliches Projekt, das die Studierenden eigenständig erarbeiteten – komplett bis zur Abschlusspräsentation. "Wir haben gelernt, wie man eine klinische Studie liest, sie bewertet und welche Modelle es gibt. Dabei haben sich permanent fünf Betreuer um uns gekümmert, das hat mir sehr viel gebracht. In Eigenarbeit könnte man so etwas kaum lernen", resümiert Rebecca Horbert.

Neue Perspektiven
Am meisten habe sich die Studierende für Themen interessiert, die sich auf das Gesundheitswesen bezogen. Es sei viel diskutiert worden, wobei besonders die Sichtweisen der Verbände und der Krankenkasse für Horbert neu gewesen wären. Rückblickend zeigt sie sich entsprechend zufrieden: "Das Programm war kostenlos und ging volle zwei Wochen. Ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass die Qualität so hoch ist und der Ablauf so gut organisiert."

Rebecca Horbert interessiert sich für das Gesundheitssystem (Foto: Horbert)Rebecca Horbert interessiert sich für das Gesundheitssystem (Foto: Horbert)

Blick hinter die Kulissen
Ein wesentlicher Aspekt der Summer School liegt WINEG-Direktorin Dr. Eva Susanne Dietrich besonders am Herzen: "Es zeigt sich immer wieder, dass die jungen Pharmazeuten beim Berufseinstieg plötzlich mit einem System und Funktionsweisen konfrontiert sind, die ihnen völlig fremd sind." Mit der Summer School möchte die WINEG-Direktorin gegensteuern.

Heike Strutz betont: "Dadurch, dass das Programm in den Räumen einer Krankenkasse stattgefunden hat, haben die Studierenden einen Blick hinter die Kulissen werfen können. Sie wissen nun, dass es dort ein Arzneimittelreferat gibt und wer da arbeitet". Rebecca Horbert findet, dass ihr beruflicher Blickwinkel durch die Summer School erweitert wurde. "Ich habe vorher überhaupt nicht darüber nachgedacht, einmal bei einer Krankenkasse zu arbeiten, aber jetzt kann ich mir das durchaus vorstellen."

[TK]

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www.wineg.de

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