Demokratiebewegung

Universität im Zentrum der Hongkong-Proteste

published: 18.11.2019

Bei den Protesten in Hongkong kommt es seit Monaten zu Auseinandersetzungen zwischen pro-demokratischen Demonstranten und der Polizei (Symbolbild: Kirk_Zamieroski / Shutterstock.com) Bei den Protesten in Hongkong kommt es seit Monaten zu Auseinandersetzungen zwischen pro-demokratischen Demonstranten und der Polizei (Symbolbild: Kirk_Zamieroski / Shutterstock.com)

In Hongkong sind jetzt auch die Hochschulen zum Schau- und Kampfplatz der mitunter gewaltsamen Proteste geworden. Am 8. November erlag der 22-jährige Student Alex Chow den Verletzungen, die er vom Sturz in einer Parkgarage davongetragen hatte. Die Protestierenden der Demokratiebewegung machen die Polizei für seinen Tod verantwortlich. Chow ist das erste Todesopfer der seit Juni diesen Jahres anhaltenden Proteste gegen die Regierung von Regierungschefin Carrie Lam.

Dass die Universitäten ins Zentrum der Proteste rücken, ist eine neue Entwicklung. Sowohl Polizei als auch Studierende hatten nach dem Tod Chows ein Bekenntnis der Hochschulleitungen für die eigene Seite verlangt. Diverse Campusse wurden in der Folge von pro-demokratischen Protestierenden besetzt. Der Betrieb von Schulen und Universitäten ist in Hongkong derzeit eingestellt. Immer wieder kam es in der jüngsten Vergangenheit zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizei, die mittlerweile mit scharfer Munition schießt. Die Demonstranten antworten teilweise mit Molotowcocktails sowie Pfeil und Bogen.

Zentrum der Proteste ist derzeit die Polytechnische Universität Hongkongs. Die sogenannte PolyU wurde in der vergangenen Woche von Protestteilnehmern besetzt. Mittlerweile hat die Polizei die Uni umstellt, sodass die Demonstranten faktisch gefangen sind. Was als Besetzung der Protestler begann, ist nun eine Belagerung der Polizei. In der Nacht war es hier zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Protestierenden hatten unter anderem Feuer gelegt um die Polizei abzuwehren.
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Die Studentenschaft ist in der Frage der Proteste und der Gewaltanwendung gespalten. Gerade Studierende aus Festland-China lehnen die Demonstrationen und Besetzungen weitgehend ab. Andere rechtfertigen sogar die Gewalt, die nur eine Reaktion auf die Eskalation von Seiten des Staates sei. Der Aktivist Joshua Wong sagte gegenüber der "Süddeutsche Zeitung": "Mit rein friedlichem Protest werden wir unser Ziel nicht erreichen."
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Seit Juni kommt es in der chinesischen Sonderverwaltungszone zu Massendemonstrationen gegen die Stadtregierung. Diese hatte ein Auslieferungsgesetz geplant, durch das die Demonstranten eine Aushöhlung des Rechtssystems und einen verstärkten Einfluss Chinas befürchteten. Das Gesetzesvorhaben wurde mittlerweile zurückgenommen, doch damit ist nur eine der Forderungen der Demonstranten erfüllt. Neben dem Rücktritt Lams, Straffreiheit für die während der Proteste festgenommenen Demonstranten und einer unabhängigen Untersuchung der Polizeigewalt geht es der Bewegung vor allem um freie Wahlen und die Unabhängigkeit von Peking. Regierungschefin Lam wurde nicht gewählt, sondern von Peking eingesetzt.

[PA]

Gefällt's? Teile es.

Das könnte dich auch interessieren:

Services
Service

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung