Corona-Krise

Wird das Sommersemester 2020 ein "Nicht-Semester"?

published: 25.03.2020

Zählt das Sommersemester 2020 oder wird es aufgrund der Corona-Krise zu einem "Nicht-Semester"? (Foto: jakkaje879/Shutterstock.com) Zählt das Sommersemester 2020 oder wird es aufgrund der Corona-Krise zu einem "Nicht-Semester"? (Foto: jakkaje879/Shutterstock.com)

Sollte das Sommersemester 2020 angesichts der Corona-Krise ein "Nicht-Semester" werden? Dies fordern Professoren und Dozenten in einem "offenen Brief aus Lehre und Forschung". Damit wollen sie u.a. Nachteile von Studentinnen und Studenten, die keine Studienleistungen erbringen können, abwenden. "Wenn wir als Lehrende konstruktiv und im Sinne der Studierenden agieren wollen, kann es nicht darum gehen, so schnell wie möglich den Status quo des herkömmlichen Lehr- und Prüfungssystems online wiederherzustellen. Wir meinen: Die Lehre im Sommersemester soll stattfinden, aber das Semester soll nicht formal zählen", heißt es in dem Brief. Erstunterzeichnende des Appells an Hochschulen und Politik sind 1380 Lehrende an deutschen Universitäten und Hochschulen.
 

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Unterdessen fordert die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) für das Sommersemester 2020 ein "differenziertes Vorgehen". HRK-Vizepräsident Prof. Dr. Ulrich Radtke sagte, grundsätzlich müsse das Sommersemester 2020 "unbedingt als regulärer Teil des Studiums oder der Qualifizierung anerkannt werden". Im Sinne der Studierenden, Lehrenden und Forschenden dürfe dies kein verschenktes Semester sein, so Radtke. "Alle Anstrengungen der Hochschulen zielen darauf ab, den Wissenschaftsbetrieb möglichst umfassend fortzuführen. Das heißt, für Studierende muss diese Zeit als Studienzeit gelten, wenn sie dies wollen. Und für Lehrende und Forschende dürfen in ihrer Biografie keine Lücken bei Lehrerfahrung oder Forschungsleistung entstehen."

Auch die HRK stellt einen Nachteilsausgleich in Aussicht. Ein solches Vorgehen, etwa durch Nicht-Anrechnung des Semesters auf die Regelstudienzeit oder durch die Verschiebung von Prüfungszeitpunkten, sei für alle Studierenden, besonders aber für sozial schwächere oder Studierende, die durch Pflege und Erziehung gebunden sind, überaus wichtig. "Prüfungs- und Abschlussmöglichkeiten wollen wir so umfassend wie möglich eröffnen und rechtssicher gestalten. Wir müssen aber unbedingt der Tatsache Rechnung tragen, dass viele Prüflinge sich derzeit nur unter erschwerten Bedingungen vorbereiten können und dass Präsenzlehrveranstaltungen und Prüfungen trotz aller Anstrengungen nur zum Teil durch digitale Formate ersetzt werden können", so Radtke. "Dies darf den Betroffenen nicht zum Nachteil gereichen." Die Forschung wird laut HRK in größtmöglichem Umfang weitergehen.
 

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Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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Zum "offenen Brief aus Lehre und Forschung"
Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Web

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