Das Sommersemester startet am 20. April - vorerst in digitaler Form (Foto: okcm/Shutterstock.com) Das Sommersemester startet am 20. April - vorerst in digitaler Form (Foto: okcm/Shutterstock.com)
Corona-Krise

So startet das Sommersemester 2020 am 20. April digital

Nach Wochen der Ungewissheit haben die Länder und Hochschulen entschieden, dass das Sommersemester 2020 am 20. April beginnt. Damit steht fest, dass das Sommersemester stattfindet und nicht aufgrund der Corona-Krise ausfällt. Veranstaltungen in der Uni sind jedoch aufgrund der bestehenden Kontaktbeschränkungen nicht möglich. Daher müssen für dieses Semester andere Wege gefunden werden, wie Kurse, Seminare und Vorlesungen dennoch stattfinden können. In der neuen Situation ist für Studenten mit Schwierigkeiten zu rechnen. Worin die bestehen könnten und wie du dich trotzdem auf das Sommersemester vorbereiten kannst, erfährst du bei Pointer.
 


Digitale Angebote in Zeiten von Corona

Nachdem der ursprüngliche Semesterstart am 1. April bereits verschoben wurde, haben sich nun die Wissenschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern darauf geeinigt, dass Hochschulen weitestgehend am 20. April den Lehrbetrieb wieder aufnehmen. Da aufgrund der Corona-Krise Präsenzveranstaltungen bis auf Weiteres nicht möglich sind, greifen die Universitäten auf digitale Angebote zurück. Was an vielen Fachhochschulen bereits seit einigen Wochen funktioniert, soll dann auch an den Unis zum Einsatz kommen. Je nach Größe der Kurse und Vorlesungen werden individuelle Lösungen gefunden werden müssen. Ein einheitliches Vorgehen auf Bundesebene gibt es dabei nicht. Bei den digitalen Angeboten wird im Hinblick auf eine stärkere Auslastung der Netzkapazitäten zwischen sogenannten "synchronen" und "asynchronen" Methoden unterschieden. Ein Livestream einer Vorlesung gehört zu den synchronen Tools, während aufgezeichnete Video- und Audiodateien, zur Verfügung gestellte Fachliteratur und PowerPoint-Folien asynchrone Lehrmittel darstellen. Zusätzlich soll beispielsweise die Kommunikation über Foren zum Austausch von Feedback und die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten ermöglicht werden. Synchrone Lernformen wie ein Livestream sollen wegen ihrer Anfälligkeit für Störungen weniger angeboten werden, stellen aber unabhängig von Netzwerkproblemen eine der besten Alternativen für die Präsenzveranstaltungen dar.
 


Schwierigkeiten beim E-Learning

Während Hochschulen E-Learning-Plattformen bislang nur zur Ergänzung der Veranstaltungen verwendet haben, soll nun das gesamte Angebot auf solchen Portalen stattfinden. Bei der erwarteten steigenden Nutzung vorhandener Plattformen ist eine Überlastung der Server zu befürchten - und damit eine starke Einschränkung des Lehrbetriebs. Wie stabil die verfügbaren Werkzeuge sind, wird je nach Hochschule variieren, doch auch dein eigener Netzanschluss und deine Rechnerkapazität spielen beim reibungslosen Ablauf der Angebote eine wichtige Rolle. Neben überlasteten Netzen könnten zudem fehlende Kompetenzen auf Seiten der Dozenten zum Problem werden. Auch die Lehrenden müssen den richtigen Umgang mit der Situation erst finden und sich in die digitalen Angebote einarbeiten. Nur wenn das bis zum 20. April gelingt, können die digitalen Kurse für die Studenten ein Erfolg werden.




Logischerweise wird es nicht möglich sein, den gewohnten persönlichen Austausch und die Unterrichtsgespräche durch Online-Tools vollständig zu ersetzen. Besonders in Studiengängen, bei denen Vorlesungen eine Ausnahme und stattdessen Seminare in kleineren Gruppen an der Tagesordnung sind, ist es schwierig, passende digitale Angebote zu schaffen. Andererseits ist es auch bei Studiengängen mit vielen Vorlesungen nicht einfach, langfristig die Aufmerksamkeit der Studenten zu behalten. Daher sollten Hochschulen bei den digitalen Angeboten auf Vielfalt setzen. Bei vier Online-Vorlesungen hintereinander kann sich niemand mehr richtig konzentrieren. Dagegen hilft eine Mischung aus Video- und Audiodateien, Leseaufträgen und kommunikativen Lehrmitteln.
 


Keine Probleme mit dem BAföG

Damit den Studenten durch eventuell auftretende Probleme oder ausgefallene Veranstaltungen keine Nachteile entstehen, garantieren Bund und Länder flexible Regelungen in Bezug auf BAföG, Kindergeld und Krankenversicherungen. Besonders im Hinblick auf die Regelstudienzeit sollen Lösungen gefunden werden, wenn Studenten wegen der Corona-Krise nicht alle benötigten Leistungen erbringen können. Um geplante Abschlussarbeiten und andere Hausarbeiten auch ohne Aufenthalt in der Bib beenden zu können, konzentrieren sich viele Bibliotheken bereits auf Online-Literatur und die digitale Freigabe von Essays und Zeitschriften. In besonderen Fällen kann auch ein Lieferdienst der Bib die notwendige Literatur zu den Studierenden nach Hause bringen, wie es bereits für wissenschaftliche Mitarbeiter der Unis gemacht wird.
 


So kannst du dich vorbereiten

Um dich auf das etwas andere Sommersemester vorzubereiten, solltest du zuerst deine technischen Kompetenzen aufbessern. Vielleicht hat deine Uni schon Plattformen bekanntgegeben, mit denen du demnächst arbeiten sollst. Arbeite dich in den verlängerten Semesterferien schon ein. Dann weißt du bei Semesterbeginn, wie die Portale funktionieren und kannst dich auf die Inhalte statt auf die Technik konzentrieren. Falls nötig und möglich, überprüfe deine Netzwerkkapazitäten. Hast du schon länger Probleme mit dem Internet in der WG? Dann solltest du dich am besten sofort darum kümmern. Denn ohne leistungsstarkes Internet gestaltet sich das Sommersemester sicherlich nervenaufreibend und schwierig. Auch die Leistung deines Laptops beeinflusst das Funktionieren der Online-Angebote. Sortiere deinen Speicherplatz aus und hole aufgeschobene Updates nach.

Zusätzlich zu den technischen Aspekten kannst du dich in vielen Fällen auch inhaltlich auf deine Kurse vorbereiten. Oft stellen Dozenten schon Literatur zur Verfügung, mit der du dich in das Thema einlesen kannst. In diesem Sommersemester wird der Fokus vermutlich auf dem Selbststudium anhand von zur Verfügung gestellten Lernmaterialien liegen. Damit diese Methode ein voller Erfolg wird, hilft dir deine Vorbereitung auf die Zeit im Home-Office mit Sicherheit weiter.

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Die Autorin: Hannah Reuter
Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.