Ausbleibende Studiengebühren

Universitäten in USA und Großbritannien gefährdet

published: 05.05.2020

Rückerstattungsforderungen wegen geschlossener Unis und das Fernbleiben internationaler wie nationaler Studierender und ihrer Studiengebühren reißen große Löcher in die Finanzpläne vieler Unis (Symbolbild: wk1003mike/Shutterstock.com) Rückerstattungsforderungen wegen geschlossener Unis und das Fernbleiben internationaler wie nationaler Studierender und ihrer Studiengebühren reißen große Löcher in die Finanzpläne vieler Unis (Symbolbild: wk1003mike/Shutterstock.com)

In den USA und Großbritannien sind einige Universitäten derzeit existenziell bedroht. Als Folge der Corona-Krise brechen den Hochschulen die Studierenden weg. Aufgrund der Reisebeschränkungen bleiben viele ausländische Studierende vorerst oder ganz in ihren Heimatländern. Auch inländische Schulabsolventen wollen sich derzeit häufig nicht für ein College entscheiden, da sie keine Eindrücke des Hochschulalltags an den geschlossenen Universitäten sammeln können. Auch Einnahmen aus der Vermarktung der College-Ligen sind derzeit eingefroren.

Die Universitäten in den USA und Großbritannien sind in deutlich höherem Maße von Studiengebühren abhängig als staatliche Hochschulen in Deutschland. Durch die Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Krise entstehen den Unis riesengroße Lücken in ihren Finanzierungsplänen, denn ausländische Studenten sind für sie besonders lukrativ. In Großbritannien etwa zahlen Nicht-Europäer das Doppelte oder noch mehr als ihre Kommilitonen aus dem Vereinten Königreich und der EU.
 

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Für viele Universitäten machen die Studiengebühren einen beachtlichen Teil ihrer Einnahmen aus. Laut Angaben der Zeitung "Handelsblatt" schätzt die Unternehmensberatung McKinsey die Verluste amerikanischer Hochschulen bei einem Rückgang der ausländischen Studierenden um 30 Prozent auf über 6 Milliarden US-Dollar. Die renommierten Unis erwarten allerdings keine einbrechenden Studierendenzahlen, da offen gebliebene Plätze von Auslandsstudenten mit inländischen Bewerberinnen und Bewerbern gefüllt werden können. Diese zahlen zwar weniger, die finanzielle Lücke wird aber deutlich kleiner. Das Problem verschiebt sich jedoch auf die kleineren Colleges, denen genau diese Bewerber dann fehlen und die in noch viel stärkerem Maße auf die Studiengebühren angewiesen sind als die durch Spenden gestützten reicheren Unis.

Normalerweise besuchen die Highschool-Absolventen in dieser Zeit die Colleges und Universitäten, um sich einen Eindruck vom Leben auf dem Campus, den Lehrenden und den Räumlichkeiten zu machen. Sie kommen mit älteren Studierenden ins Gespräch und entwickeln ein Gefühl dafür, ob sie sich an der Uni wohlfühlen würden. All das gibt es derzeit nicht - nur Zoom-Meetings und virtuelle Rundgänge. Dies empfindet der Nachwuchs kaum als adäquater Ersatz, und so verwundert es nicht, dass sich viele potenzielle Studienanfänger mit der Entscheidung schwer tun. Darüber hinaus ist unklar, wann wieder ein normaler Betrieb an den Unis möglich ist.
 

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In Großbritannien haben die Universitäten sich mit einem Hilferuf an die Regierung gewandt und um ein Hilfspaket in Höhe von zwei Milliarden Pfund gebeten. Es wurde in dieser Form abgelehnt. Washington D.C. hat seinerseits ein Hilfspaket in Höhe von 14 Milliarden US-Dollar für die Hochschulen der Vereinigten Staaten geschnürt, doch dieses Geld reicht kaum. Schon jetzt verlangen viele Geld von den seit März geschlossenen Universitäten zurück. Schätzungen zufolge ist ein Fünftel aller US-Unis bedroht. Die reiche Universität Harvard ist von der Forderung nach rund 9 Millionen Dollar zurückgetreten, nachdem die Elite-Uni wegen ihres großen Vermögens von US-Präsident Trump öffentlich kritisiert worden war.

Der Autor: Hauke Koop

Der Autor: Hauke Koop

In Lüneburg geboren und aufgewachsen, zog es Hauke für die Ausbildung nach Hamburg. Im Anschluss begann er in der Hansestadt ein Studium der Politikwissenschaft. Der Cineast und Serienjunkie fährt gerne lange Strecken mit dem Fahrrad und findet Radrennen auch im Fernsehen spannend. Für Pointer schreibt er unter anderem über Filme, Musik und aktuelle (Uni-) Themen.

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