An der Universität Greifswald gibt es ab dem Wintersemester 2020/2021 einen neuen Studiengang Grundschullehramt. Er sieht von Beginn an fortlaufend Praxistage an Schulen vor (Foto:  Sina Ettmer Photography/Shutterstock) An der Universität Greifswald gibt es ab dem Wintersemester 2020/2021 einen neuen Studiengang Grundschullehramt. Er sieht von Beginn an fortlaufend Praxistage an Schulen vor (Foto: Sina Ettmer Photography/Shutterstock)
Universität Greifswald

Grundschul­lehramt mit viel Praxisbezug

Zum Wintersemester 2020/21 eröffnet die Universität Greifswald den Studiengang Grundschullehramt. Der Studiengang umfasst zehn Semester Regelstudienzeit und schließt mit dem ersten Staatsexamen ab. Die künftigen Studierenden absolvieren ab Studienbeginn fortlaufend Praxistage an Schulen und werden dabei von qualifizierten Schulmentoren betreut. Um diesen konsequenten Praxisbezug gewährleisten zu können, wird in Vorpommern ein Netzwerk aus Grundschulen aufgebaut. Der erste Jahrgang startet mit 75 Studierenden. Im Vergleich zu anderen Standorten soll der Grundschullehramtsausbildung in dieser Gruppengröße ein ideales Betreuungsverhältnis gewährleisten, so die Hochschule in einer Pressemitteilung. Dies, sowie frühzeitige Erfahrungen in der Berufspraxis, seien Wünsche der Studierendenschaft gewesen.
 


Ein Alleinstellungsmerkmal des Studienganges sind Praxistage. Beginnend ab dem 1. Fachsemester hospitieren und unterrichten die Studierenden jedes Semester an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Universität qualifiziert gemeinsam mit dem Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ MV) Grundschullehrkräfte als Mentor*innen für die Studierenden. Mittelfristig ist die Bildung eines Schulnetzwerkes mit ca. 40 Kooperationsschulen geplant. Die Studierenden erhalten somit nicht nur frühzeitig und fortlaufend Einblicke in die schulische Praxis, sondern lernen auch die Chancen und Herausforderungen der vornehmlich kleinen und oft im ländlichen Raum gelegenen Grundschulen Mecklenburg-Vorpommerns kennen. So können Absolvent*innen des Studiengangs frühestmöglich eine enge Bindung zu den Schulen im Bundesland aufbauen und dort später ein Referendariat absolvieren.

"Um den Studiengang möglichst praxisnah zu gestalten, werden an Schulen tätige Lehrkräfte durch Abordnung an die Universität auch in der universitären Lehre tätig sein und notwendiges Wissen schulbezogen vermitteln. Dabei unterstützen uns das Staatliche Schulamt Greifswald und die Grundschulen des Landes. Hierfür sind wir sehr dankbar", so Prof. Dr. Kathrin Mahlau, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Erziehungswissenschaft, das wesentliche Inhalte des Studiengangs verantwortet.
 


Neben den obligatorischen Studieninhalten der Erziehungswissenschaft und der Psychologie sowie der Fächer Deutsch und Mathematik können aus den Lernbereichen Sachunterricht, Polnisch, Niederdeutsch, Englisch, Evangelische Religion, Philosophieren mit Kindern, Kunst und Gestaltung zwei weitere gewählt werden. Mit Polnisch und Niederdeutsch geht die Universität gezielt auf landesspezifische Bedarfe ein und berücksichtigt so soziale und kulturelle Besonderheiten unseres Bundeslandes.

Um den Studierenden ausreichend Zeit zur Aufarbeitung und Vorbereitung der Veranstaltungen zu gewährleisten, ist ein lehrveranstaltungsfreier Selbstlerntag geplant. An diesem können Bibliothekszeiten, Vorbereitungszeiten für kurze Praxisphasen oder auch die intensive Erarbeitung komplexerer Lerninhalte umgesetzt werden.
 


Die Bewerbung auf den zulassungsbeschränkten Studiengang ist vom 1. Juni bis 15. Juli 2020 möglich. Die Universität hat sich aufgrund der zu erwartenden hohen Nachfrage dazu entschlossen, Studienplätze nicht ausschließlich nach Abiturnote zu vergeben, sondern daneben weitere Erfahrungen anzurechnen. Hierzu zählen abgeschlossene Berufsausbildung mit Berufsbezug wie Erzieherin oder Erzieher sowie Au-Pair-Aufenthalte und berufsbezogene Nebentätigkeiten wie Nachhilfe, Ferienlagerbetreuung oder Übungsleitertätigkeiten. Details zur Bewerbung findest du hier. Weitere Informationen zum Lehramtstudium in Greifswald gibt es hier.
 


Der Studiengang wurde auf Grundlage einer Zielvereinbarung mit dem Land während der vergangen sieben Monate konzipiert. Das Land unterstützt die Einrichtung des Studiengangs aus gesonderten Mitteln des Hochschulpaktes sowie Mitteln des "Zukunftsvertrags Studium und Lehre verbessern".

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