Neue Initiative

Unis bieten Ferien-Unterstützung für Schüler an

published: 06.06.2020

Die Initiative "Universität bietet Ferienunterstützung" hilft Schulkindern beim Lernen (Symbolbild: Robert Kneschke/Shutterstock.com) Die Initiative "Universität bietet Ferienunterstützung" hilft Schulkindern beim Lernen (Symbolbild: Robert Kneschke/Shutterstock.com)

In der Corona-Krise waren Schulen wochenlang geschlossen. Auch jetzt kann der Unterricht noch nicht wieder regulär stattfinden. Die Schüler mussten während dieser Zeit zu Hause, im Idealfall mit der Unterstützung der Eltern, lernen. Bei vielen sozial benachteiligten Familien ist die Umsetzung dieser Lernmethoden jedoch sehr schwierig. Deshalb hat sich die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) zur Aufgabe gemacht, mit ihrem Angebot diese Kinder beim Lernen zu unterstützen.

Initiative "Universität bietet Ferienunterstützung"

Mehr als 20 Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Dortmund, der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben gemeinsam die Initiative "Universität bietet Ferienunterstützung" gestartet und das Konzept hinter der Lernhilfe entwickelt. Das freiwillige Ferienangebot wird gemeinsam mit Studierenden aus verschiedenen Lehramtsfächern, der Psychologie und der Erziehungswissenschaft ausgearbeitet und angeboten. Die Probephase der Initiative startet an ausgewählten Schulen bereits in den Sommer- und Herbstferien 2020. Damit möglichst viele Kinder von der Unterstützung profitieren und die Ausfälle während der Corona-Krise ausgeglichen werden können, soll das Angebot ausgeweitet werden. Die UA Ruhr erhofft sich entsprechende finanzielle und organisatorische Unterstützung vom Land Nordrhein-Westfalen (NRW), um die Hilfe in allen Ferien bis einschließlich der Sommer-Ferien 2021 anbieten zu können.
 

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Neues entdecken und Gelerntes festigen

Die Initiative könnte vielen benachteiligten Kindern zu Gute kommen und damit die sozialen Folgen der Corona-Krise ein wenig abfedern. Prof. Dr. Birgit Leyendecker, Leiterin der Arbeitsgruppe Familienforschung an der RUB, beschreibt in einer Pressemitteilung der UA Ruhr die Zielsetzung der Initiative. "Unser Ziel ist, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten anzubieten, in Kleingruppen Neues zu entdecken oder bereits Gelerntes zu festigen - von Mathematik, Deutsch, Sprachen, Naturwissenschaften, Technik, Sachunterricht über Theater bis hin zu Sport- und Bewegungsprogrammen." Dieses vielfältige Angebot ermöglichen Studierende der Lehramtsfächer, die den Kindern ihr Fach näher bringen sollen. Dabei erarbeiten sie gemeinsam mit den Teilnehmern spielerisch die fachlichen Grundlagen und sorgen für einen flüssigen Übergang zum Schulstoff. Damit soll gewährleistet werden, dass auch außerhalb der Ferien die Kombination aus dem Lernen in Kleingruppen in der Schule und alleine zuhause besser funktioniert. Psychologiestudierende erarbeiten dafür Konzepte, wie beispielsweise auf die Bedürfnisse von Kindern aus Familien eingegangen werden kann, die durch die aktuelle Situation belastetet sind.
 

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Warum ist es so kritisch, wenn die Schule lange ausfällt?

In der Schule geht es nicht nur ums Lernen und die Vorbereitung auf Prüfungen. Die Schule ist auch ein sozialer Ort, an dem Kinder Kontakt mit anderen Kindern und kompetenten Erwachsenen haben, wie es in der Pressemitteilung der UA Ruhr heißt. Kinder bräuchten die Struktur, die ihnen die Schule biete. Zusätzlich zu diesen sozialen Aspekten bekommen viele Schulkinder dort ein kostenloses warmes Mittagessen und Unterstützung bei den Hausaufgaben in der Ganztagsbetreuung. All diese wichtigen Dinge im Alltag eines Kindes fallen plötzlich weg, wenn die Schule über einen längeren Zeitraum geschlossen bleibt.

Darüber hinaus falle vielen Kindern das Lernen zu Hause schwer. Sich alleine zum Lernen zu motivieren, ist schwierig, besonders wenn kein ruhiger Arbeitsplatz für das Kind verfügbar ist. Auch materielle Voraussetzungen, wie etwa ein Laptop oder Tablet und der Zugang zum Internet, sind nicht immer erfüllt. Besonders schwer haben es Kinder, deren Eltern ihnen nicht bei den Aufgaben helfen können, weil sie mit dem Unterrichtsstoff nicht vertraut sind oder keine Zeit haben, ihre Kinder zu unterstützen. Dazu kommt, dass es Kindern nach einer längeren Schulpause zunehmend schwerer falle, an den Unterrichtsstoff anzuknüpfen. Daher werden es Kinder, die sich während der Schulschließungen zu Hause nicht ausreichend mit dem Lernstoff beschäftigt haben, auch anschließend in der Schule schwerer haben als ihre Mitschüler. Um diese Differenzen auszugleichen und Kindern aus sozial benachteiligten Familien unter die Arme zu greifen, versucht die Initiative, eine Brücke zwischen dem Lernen zuhause und in der Schule zu schlagen.
 

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Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.

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Hier geht's zur Pressemitteilung der UA Ruhr

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