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Die Ruhr-Uni Bochum will mit ihrem Beschluss ein Zeichen für Religionsfreiheit an Hochschulen setzen (Foto: Tobias Arhelger / Shutterstock.com) Die Ruhr-Uni Bochum will mit ihrem Beschluss ein Zeichen für Religionsfreiheit an Hochschulen setzen (Foto: Tobias Arhelger / Shutterstock.com)
Gleichbehandlung

Ruhr-Uni: Prüfungsfrei an religiösen Feiertagen

Die Ruhr-Universität Bochum setzt in Zukunft keine Prüfungstermine mehr an religiösen Feiertagen an. Damit will sie einen wesentlichen Beitrag zur Religionsfreiheit an Hochschulen in ganz Deutschland leisten. Die Initiatorin Prof. Dr. Isolde Karle für evangelische Theologie teilte dazu mit, der Beschluss gelte für alle Religionsgemeinschaften.
 


Besondere Relevanz hat die neue Regelung vor allem für orthodoxe Jüdinnen und Juden, die das Schreibverbot am Schabbat achten wollen, wie es in der Pressemitteulung der RUB heißt. Auch auf Muslime soll im Hinblick auf Ramadan und Opferfest Rücksicht genommen werden. Sollte doch einmal ein Terminkonflikt auftreten, so können die Studierenden einen Ausweichtermin vereinbaren. Dazu muss allerdings ein entsprechender Nachweis geliefert werden. Christliche Feiertage hingegen sind bereits gesetzlich geschützt.
 


"Die RUB geht damit als religionssensible und Diversität achtende Universität bundesweit vorbildhaft voran", so Karle in der Pressemitteilung. Ihre Initiative gründete auf einer Diskussion über die zunehmende Diskriminierung und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden in Deutschland, die im Rahmen eines Gespräches mit dem baden-württembergischen Antisemitismusbeauftragten Michael Blume aufkam. Volker Beck, Grünen-Politiker und Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der RUB, wies dann auf die Problematik der Prüfungsterminierung hin. Im Anschluss daran wollte die Universität ein Zeichen setzen. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

[PA]

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