Studie der HTWK Leipzig

So empfanden die Studenten das digitale Sommersemster

published: 18.08.2020

Die HTWK Leipzig hat ihre Studierenden zu den Erfahrungen mit dem digitalen Semester befragt (Foto: Swen Reichhold/HTWK Leipzig) Die HTWK Leipzig hat ihre Studierenden zu den Erfahrungen mit dem digitalen Semester befragt (Foto: Swen Reichhold/HTWK Leipzig)

Die Hochschule für Technik Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig hat im Juni für eine Studie zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie eine Umfrage mit ihren Studierenden durchgeführt. Nun hat die Hochschule erste Ergebnisse bekannt gegeben. Demnach haben sich aus Sicht der Befragten die technischen und digitalen Kompetenzen während der Corona-Krise insgesamt verbessert. Circa 80 Prozent der Studenten gab zudem an, sie hätten im Sommersemester 2020 gelernt, sich besser an veränderte Bedingungen anzupassen. Während auch die Entwicklung der Selbstorganisation mehrheitlich positiv gesehen wird, stieg die psychische Belastung der Studentinnen und Studenten der Studie zufolge stark an. Der Fokus der Befragung lag auf der Distanzlehre.

Mit der Studie wolle die Hochschule Lehren aus dem digitalen Semester ziehen und eine Handlungsgrundlage für das kommende Wintersemester erhalten, sagte Rektor Prof. Mark Mietzner in einer Pressemitteilung der HTWK. Insgesamt gab fast die Hälfte der Befragten an, ihre Offenheit für digitale Lösungen habe sich in hohem Maße verbessert. 44 Prozent sagten zudem, sie hätten einen Kompetenzzuwachs im Umgang mit digitalen Lern-Tools erlebt. Insgesamt bewerteten die meisten HTWK-Studis die digitale Lehre mit gut oder sehr gut (61 Prozent). Jedoch zieht das Studium aus der Ferne gegenüber der Präsenzlehre den Kürzeren. 56 Prozent halten es für weniger geeignet als die klassische Form des Studierens. Besonders die Prüfungsvorbereitung leidet aus Sicht der Befragten durch das Format. 78 Prozent fühlen sich schlechter vorbereitet als sonst.
 

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Dennoch ergab die Studie, dass Distanzlehre eine sinnvolle Ergänzung zur Präsenzlehre sein könnte. Eine Kombination beider Lehrformen entspräche dem Wunsch der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer. Die Corona-Pandemie könnte also auf den Unialltag bleibende Auswirkungen haben. Die Schattenseiten des digitalen Semesters liegen allerdings nicht nur in schlechterer Prüfungsvorbereitung. Die Studie zeigt auch, dass sich Stress und psychischer Druck erhöhen. Über die Hälfte gab an, die psychische Belastung sei höher als in "normalen" Semestern. Motivation und Konzentration haben demnach oftmals gelitten. Besonders hoch ist die Belastung, wenn finanzielle Probleme hinzukommen. Zwar verfügen 80 Prozent der HTWK-Studierenden über ausreichende Mittel, doch es gibt auch die Studierenden, die durch Corona in echte finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Mit 1.312 Personen aus allen Fakultäten und Fachsemestern nahm etwa ein Viertel der Studierendenschaft an der Umfrage teil.

Der Autor: Hauke Koop

Der Autor: Hauke Koop

In Lüneburg geboren und aufgewachsen, zog es Hauke für die Ausbildung nach Hamburg. Im Anschluss begann er in der Hansestadt ein Studium der Politikwissenschaft. Der Cineast und Serienjunkie fährt gerne lange Strecken mit dem Fahrrad und findet Radrennen auch im Fernsehen spannend. Für Pointer schreibt er unter anderem über Filme, Musik und aktuelle (Uni-) Themen.

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