Viele Studierende leiden finanzielle Not und müssen genau rechnen, damit das Geld reicht. Zu Ende September läuft jetzt die Corona-Überbrückungshilfe aus (Foto: lenetstan/Shutterstock.com) Viele Studierende leiden finanzielle Not und müssen genau rechnen, damit das Geld reicht. Zu Ende September läuft jetzt die Corona-Überbrückungshilfe aus (Foto: lenetstan/Shutterstock.com)
Corona-Krise

Nothilfe für Studenten läuft aus

Nur noch bis Mittwoch, 30. September, um 23:59 Uhr können Studierende in Deutschland, die wegen der Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten sind, staatliche Hilfe in Form eines Finanz-Zuschusses beim zuständigen Studierendenwerk beantragen. Dann läuft die Überbrückungshilfe wie geplant aus, teilte das Bundesbildungsministerium mit.

Seit dem Start im Juni seien 135.000 Anträge von Studierenden auf Corona-Hilfe bewilligt und insgesamt rund 60 Millionen Euro zugesagt worden, sagte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Michael Meister, in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Zwei Drittel der Studierenden seien mit der Höchstsumme von 500 Euro pro Monat unterstützt worden.
 


"Mittlerweile hat sich erfreulicherweise die Wirtschaftslage wieder entspannt, womit sich auch das Beschäftigungsangebot für Studierende verbessert. Dies hat dazu geführt, dass die Zahl der Anträge zurückgegangen ist oder die pandemiebedingte Notlage bei Antragsstellung in immer weniger Fällen nachgewiesen werden kann", so Meister weiter. Die von Beginn an befristet angelegte Überbrückungshilfe habe damit ihren Zweck erfüllt.
 


Kritik kommt von Studierendenvertretungen sowie SPD und der Opposition. Das Deutsche Studentenwerk fordert schon seit Langem eine Reform der staatlichen Studienfinanzierung. Viele Studierenden hätten sich schon vor der Pandemie in finanzieller Not befunden, wie Stefan Grob, Referatsleiter Presse beim Deutschen Studentenwerk (DSW), der "Berliner Zeitung" sagte. Daher seien ihre Anträge auf Überbrückungshilfe abgelehnt worden. Viele Studenten befänden sich in einer dauerhaften prekären Lage, die nicht durch die Überbrückungshilfe behoben werden könne, so DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. Die auslaufende Coronahilfe der Bundesregierung zeige die strukturelle Armut vieler Studenten auf. Diese bräuchten ebenfalls Hilfe.
 


Meister betonte, das Programm könne bei Bedarf neu aufgelegt werden: "Sollte noch einmal eine Situation für Studierende entstehen wie zu Beginn der Pandemie, so steht uns jetzt ein etabliertes Instrument zur Verfügung, um schnell reagieren zu können." Der Staatssekretär wies zudem darauf hin, dass die weiteren Säulen des Corona-Hilfspakets für Studierende fortbestehen. Neben der Möglichkeit, BAföG zu beantragen, könnten Studierende den KfW-Studienkredit erhalten. Der Studienkredit sei noch bis Ende März 2021 zinslos gestellt und auch für ausländische Studierende zugänglich. Für alle Hilfsangebote stünden zudem Beratungsangebote zur Verfügung.
 

[PA]

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