Studie zu E-Learning

Online-Lernangebote in Deutschland ausbaufähig

published: 04.11.2020

Das Angebot an Online-Kursen ist in Deutschland nicht so gut ausgebaut wie beispielsweise in Großbritannien (Foto: Teerasak Anantanon/ Rawpixel.com) Das Angebot an Online-Kursen ist in Deutschland nicht so gut ausgebaut wie beispielsweise in Großbritannien (Foto: Teerasak Anantanon/ Rawpixel.com)

Deutschland liegt im internationalen Vergleich im Mittelfeld, wenn es um das Potenzial für E-Learning geht. Von 30 untersuchten Ländern belegt Deutschland in einer neuen Studie Platz 13. Grund dafür sind die geringe Geschwindigkeit des Breitbandinternets und das fehlende Angebot von Kursen und Studiengängen mit Online-Lehre. Spitzenreiter des Rankings ist Norwegen. Die Studie des Online-Nachhilfe-Anbieters Preply hat unter anderem der Zugang zu einem Computer, die Internet-Geschwindigkeit und die durchschnittlichen Ausgaben für Bildung verglichen.

Um das Potenzial für E-Learning zu ermitteln, hat Preply die Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in drei Untersuchungsfeldern gegenübergestellt: Im Bereich "Digitale Bildung" wurden Daten dazu erhoben, welchen Anteil der Gesamtbevölkerung Zugang zu einem Computer hat, wie viele Angebote für Online-Kurse und Online-Studiengänge es gibt und wie hoch die Bildungsausgaben sind. Das ist der Anteil des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf, den der Staat für tertiäre Bildung ausgibt. Der tertiäre Bildungsbereich umfasst Universitäten, Fachhochschulen und andere Institutionen, die nach dem Abschluss der Sekundarstufe besucht werden können. Im Themenfeld "Digitalisierung" wurden die Breitband-Internetgeschwindigkeit, deren durchschnittliche Kosten im Monat und die mobile Internetgeschwindigkeit erhoben. Im Bereich "Markt" geht es um den durchschnittlichen Stundenlohn eines Nachhilfelehrers, das Marktwachstum auf der Plattform Preply und das Marktvolumen. Das Marktvolumen beschreibt die Gesamtmenge an immatrikulierten Studenten, Schülern und Vorschülern.
 

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Deutschland liegt mit einer Gesamtwertung von 60.8 von 100 auf Rang 13. Das Breitbandinternet hat eine Geschwindigkeit von 91,3 Mbit pro Sekunde. Somit ist das norwegische Breitband mit 127 Mbit pro Sekunde fast eineinhalb mal schneller. Dort liefert die Breitbandversorgung eine wichtige Grundlage für den Online-Unterricht in Echtzeit während der Corona-Pandemie. Zusätzlich sind die Kosten für einen Breitbandanschluss mit 37,05 Euro in Deutschland vergleichsweise hoch. Hierzulande finden bisher nur 220 Studiengänge digital statt. In Großbritannien sind es ganze 4.281. Nachhilfelehrer erhalten in Deutschland im Schnitt 11 Euro, während es in Dänemark 29 Euro sind. Bei den Bildungsausgaben pro Kopf liegt Deutschland mit 33,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf Rang 12. Schweden gibt mit 43,2 Prozent am meisten für tertiäre Bildung aus. Dänemark, Luxemburg und Norwegen folgen dahinter.
 

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Die schlechtesten Voraussetzungen für E-Learning im Vergleich der OECD-Länder bietet Mexiko, da der Studie zufolge nur 44,3 Prozent der Mexikaner Zugang zu einem Computer haben. Das größte Angebot an digitalen Kursen und Studiengängen bieten die USA mit 9.303 Online-Angeboten. Das fortschrittliche Japan landet nur auf Platz 21, da es eine langsame Internetgeschwindigkeit und unzureichende digitale Bildungsangebote aufweist.

Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden die Daten auf einer Punkteskala von null bis 100 standardisiert. Das Land, das im jeweiligen Bereich am besten abschnitt, erhielt die Punktzahl 100. Das Land, das das geringste Potenzial für E-Learning aufwies, erhielt null Punkte. Die verbleibenden Länder erhielten die entsprechenden Punktzahlen zwischen null und 100. Die Ergebnisse aus den verschiedenen Bereichen ergaben am Ende die Rangliste. Die OECD-Mitgliedsstaaten Kolumbien, Island, Korea, Litauen, Lettland, Israel und Slowenien konnten aufgrund fehlender Daten nicht in den Vergleich aufgenommen werden.
 

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Zu den Ergebnissen der Preply-Studie

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