Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich in der Plagiatsaffäre um ihre Dissertation entschieden, ihren Doktortitel nicht mehr zu führen (Foto: Public Address) Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich in der Plagiatsaffäre um ihre Dissertation entschieden, ihren Doktortitel nicht mehr zu führen (Foto: Public Address)
Plagiatsverdacht

Warum verzichtet Franziska Giffey auf ihren Doktortitel?

Ihre Dissertation steht unter Plagiatsverdacht: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat angekündigt, künftig auf ihren Doktortitel zu verzichten. Die SPD-Politikerin gab dies am Freitag, 13. November, in einer Erklärung ihres Ministeriums bekannt. Die 42-Jährige begründet ihren Schritt damit, dass sie weiteren Schaden von ihrer Familie, ihrer politischen Arbeit und der Partei abwenden wolle. Sie wolle ihre Dissertation und das neu aufgerollte Verfahren nicht weiter zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen machen. Giffey hat Ambitionen auf eine Führungsposition in der Berliner SPD. Sie wird ebenfalls als Bürgermeisterkandidatin gehandelt.

Um was geht es? 2010 war Giffey an der Freien Universität Berlin (FU) zur Dr. rer. pol. promoviert worden. Ihre Doktorarbeit hatte sie zum Thema "Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft" geschrieben. Nachdem auf VroniPlag in ihrer Dissertation 119 Passagen beanstandet worden waren und Plagiatsvorwürfe erhoben wurden, beantragte die Ministerin selbst die Untersuchung ihrer Doktorarbeit. Sie betonte, sie habe die "Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst". Die FU prüfte ihre Dissertation daraufhin monatelang erneut. In dieser Zeit verzichtete Giffey darauf, für den Parteivorsitz der Bundes-SPD zu kandidieren. Im Herbst 2019 entschied die Hochschule dann, Giffey den Doktorgrad nicht zu entziehen und stattdessen eine Rüge zu erteilen. Trotz der festgestellten Mängel habe nicht grundsätzlich infrage gestellt werden können, dass es sich um eine eigenständige wissenschaftliche Leistung handele.
 


Hier hätte die Geschichte zu Ende sein können: Die Vorwürfe schienen geklärt. Doch dann kam ein juristisches Gutachten zu dem Schluss, dass die Uni beim Prüfen von Giffey Dissertation Formfehler begangen habe. Vor einer Woche erklärte daraufhin die FU Berlin, die Rüge zurückzunehmen und das Verfahren noch einmal aufzurollen.

Giffey Entscheidung vom Freitag, 13. November, ist wohl als eine Art Befreiungsschlag, als Flucht nach vorn zu verstehen, als Versuch, wieder die Initiative zu gewinnen und das Thema abzukürzen. In ihrer Stellungnahme heißt es: "Wer ich bin und was ich kann, ist nicht abhängig von diesem Titel. (..) Ich möchte mich an meinem Engagement für die Bürgerinnen und Bürger messen lassen, gerade jetzt - in der schwersten Krise, die unser Land seit Jahrzehnten getroffen hat (…). Das verlangt meinen vollen Einsatz und meine ganze Kraft."
 

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