Studie

Digitales Semester: gelungen, aber mit Verbesserungs-Potenzial

published: 25.11.2020

Die Hörsääle und Seminarräume blieben im Sommersemester an deutschen Hochschulen leer (Foto: Ross Sneddon auf Unsplash) Die Hörsääle und Seminarräume blieben im Sommersemester an deutschen Hochschulen leer (Foto: Ross Sneddon auf Unsplash)

Die wenigsten Studierenden deutscher Hochschulen und Universitäten hatten im digitalen Sommersemester Probleme, die virtuellen Lehrangebote wahrzunehmen. Nur ein kleiner Teil der Studenten musste teilweise oder gänzlich gestrichene Veranstaltungen hinnehmen. Bei rund 20 Prozent der Studierenden in Deutschland, waren aber sowohl die Internetverbindung als auch die Wohnform für viele Formen digitaler Lehre nicht geeignet. Das geht aus einer bundesweiten Studierendenbefragung hervor. Die Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Universität Konstanz hat diese gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) durchgeführt. Positiv sehen viele Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer die flexiblere Zeiteinteilung durch den Einsatz digitaler Lehrformate. Vier von fünf Studierenden fehlt aber der persönliche Austausch mit anderen Studis. Etwas mehr als 60 Prozent vermissen auch den persönlichen Kontakt zu den Lehrenden.
 

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Die größte Unzufriedenheit äußerten die Studierenden hinsichtlich der Umsetzung digitaler Prüfungen und der Prüfungsvorbereitung. Jenseits der Prüfungen zeigte sich etwa die Hälfte der Befragten grundsätzlich zufrieden mit dem digitalen Lehrangebot, während jedoch circa ein Drittel der Studis unzufrieden damit war. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Zufriedenheit mit den digitalen Kompetenzen der Lehrenden. Zwischen Studienanfängern und fortgeschrittenen Semestern stellten die Wissenschaftler keine signifikanten Unterschiede in der Bewertung des digitalen Semesters fest.

Obwohl die Mehrzahl der Studierenden alle geplanten Veranstaltungen auch digital besuchen konnten, befürchtet fast die Hälfte, dass sich ihr Studium wegen der Corona-Pandemie verlängert. Anhand der Umfragedaten vermuten die Forscherinnen und Forscher der Studie vorsichtig, dass es aber nicht zu einer deutlich höheren Abbruchquote als üblich kommen wird. Genau lasse sich diess jedoch nicht vorhersagen. Die Umfragedaten sollen im nächsten Schritt auf erweiterte Fragestellungen hin ausgewertet werden, um ein umfassendes Bild zu erhalten. So soll auch die Einkommenssituation der Studierenden Berücksichtigung finden.
 

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Die mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Erhebung fand im Zeitraum zwischen dem 15. Juni und dem 10. August statt. Sie unterscheidet sich von den kleineren Befragungen zum digitalen Semester vor allem in ihrem Umfang. So flossen die Antworten von etwa 25.000 Studentinnen und Studenten von 23 Hochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet in die Studie ein. Daraus lassen sich grundlegende Erkenntnisse zum digitalen Lehrbetrieb ziehen. "Wir können durch die Rückmeldungen relativ detailliert nachvollziehen, wie die Studierenden die Möglichkeiten und Nachteile des digitalen Lehr- und Studienangebotes wahrgenommen haben", sagt Dr. Anna Marczuk, eine der beteiligten Soziologinnen der Konstanzer Uni laut einer Pressemitteilung der Universität.

Der Autor: Hauke Koop

Der Autor: Hauke Koop

In Lüneburg geboren und aufgewachsen, zog es Hauke für die Ausbildung nach Hamburg. Im Anschluss begann er in der Hansestadt ein Studium der Politikwissenschaft. Der Cineast und Serienjunkie fährt gerne lange Strecken mit dem Fahrrad und findet Radrennen auch im Fernsehen spannend. Für Pointer schreibt er unter anderem über Filme, Musik und aktuelle (Uni-) Themen.

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