Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für ihre TV-Ansprache zur Corona-Pandemie vom 18. März 2020 die Auszeichnung "Rede des Jahres" der Universität Tübingen erhalten  (Screenshot: YouTube-Kanal Bundesregierung) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für ihre TV-Ansprache zur Corona-Pandemie vom 18. März 2020 die Auszeichnung "Rede des Jahres" der Universität Tübingen erhalten (Screenshot: YouTube-Kanal Bundesregierung)
Uni Tübingen

Merkel für "Rede des Jahres" 2020 ausgezeichnet

Für ihre Fernsehansprache zur Corona-Pandemie vom 18. März 2020 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt die Auszeichnung "Rede des Jahres" 2020 erhalten. Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen verleiht diesen Preis jährlich. Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass die Rede der CDU-Politikerin ein "eindrucksvoller Appell an Verantwortung und Miteinander" sei. Die Kanzlerin habe in der Ansprache komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse anhand einer anschaulichen Darstellung mit Empathie vermittelt.

Kanzlerin hält TV-Ansprache zur Coronapandemie

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Das Leitmotiv der Rede sei die Forderung nach Verantwortung des Einzelnen für die Gemeinschaft, so die Jury. Die Kanzlerin appelliere an die Vernunft und Einsicht der Bürger, solidarisch zu handeln. "Wir werden als Gemeinschaft zeigen, dass wir einander nicht allein lassen", so Merkel. Zudem habe die CDU-Politikerin in ihrer Ansprache deutlich gemacht, dass Corona-Verordnungen allein nicht ausreichen, um die Pandemie einzudämmen. "Alle staatlichen Maßnahmen gingen ins Leere, wenn wir nicht das wirksamste Mittel gegen die zu schnelle Ausbreitung des Virus einsetzen würden: Und das sind wir selbst", so Merkel. Die Jury erwähnte zudem, dass die Bundeskanzlerin eigene Erfahrungen einbringe, um ihren Aussagen Nachdruck zu verleihen. Merkel: "Für jemandem wie mich, für die Reise- und Bewegungsfreiheit ein schwer erkämpftes Recht waren, sind solche Einschränkungen nur in der absoluten Notwendigkeit zu rechtfertigen."

Im Vergleich zu den Reden anderer Regierungschefs während der Corona-Pandemie sticht Merkels Ansprache laut den Rhetorik-Experten deutlich heraus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron habe auf autoritäre Ansagen und Kriegsmetaphorik zurückgegriffen, während der britische Premierminister Boris Johnson die Lage eher heruntergespielt habe. Kanzlerin Merkel verwende dagegen eine sachlich informierende Sprache und eine wissenschaftlich fundierte Argumentation.
 


Die Jury fand, Merkel gelinge ein "rhetorischer Spagat zwischen Vernunft und Einfühlungsvermögen", weil sie Zahlen und Fakten mit emotionalen Komponenten verbinde. "Das sind nicht einfach abstrakte Zahlen in einer Statistik, sondern das ist ein Vater oder Großvater, eine Mutter oder Großmutter, eine Partnerin oder Partner, es sind Menschen. Und wir sind eine Gemeinschaft, in der jedes Leben und jeder Mensch zählt", so die Bundeskanzlerin in der Ansprache. Merkel demonstriere laut Jury, "wie gute Rhetorik Gemeinsinn und Zusammenhalt fördern kann". Die Rede sei für die erfolgreiche Bewältigung der ersten Corona-Welle von zentraler Bedeutung gewesen. Anfang Dezember appellierte die Politikerin im Bundestag noch einmal an die Bevölkerung, sich auch während der zweiten Welle angemessen zu verhalten, um andere Menschen zu schützen.
 

[PA]

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