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Welche Chancen hat man als Bachelor?

published: 10.04.2009

Wir haben Marinus (l.) und Moritz auf dem Campus der Uni Hamburg befragt (Foto: Public Address) Wir haben Marinus (l.) und Moritz auf dem Campus der Uni Hamburg befragt (Foto: Public Address)

Es hat sich viel verändert an deutschen Unis. Diplom und Magister sind in einigen Fächern Auslaufmodelle und das Bachelor-Master-System dominiert den Unialltag. Doch viele Studierende stehen dem verkürzten Studentendasein im Bachelor-Studiengang von drei Jahren mit gemischten Gefühlen gegenüber.

Wie schätzt ihr die Chancen für Bachelor auf dem Arbeitsmarkt ein?

  • Eher schlecht

  • Nicht besser oder schlechter als bei anderen Abschlüssen

  • Eher gut

Unikosmos wollte wissen, wie ihr die Chancen der Bachelor-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt einschätzt und hat sich auf dem Campus der TU Harburg und bei der Universität Hamburg umgehört.

"Der Bachelor bringt überhaupt nichts. Entweder man macht den Master, oder man kann das Studieren direkt lassen", glaubt Keval. Er studiert Bau- und Umweltingenieurwesen im Bachelor-Studiengang und befindet sich im zweiten Semester.

Bauingenieurwesen-Studentin Carolin, viertes Semester, sieht das anders. Auf die Frage, wie sie die Situation auf dem Arbeitsmarkt für einen Bachelor einschätzt, antwortet sie: "Gar nicht so schlecht. Das mag noch nicht überall angenommen werden, aber ich denke, das entwickelt sich noch."

Ähnlicher Ansicht ist Marinus, Jurastudent im sechsten Semester. Zwar strebt er sein Staatsexamen an und ist somit vom Bachelor-Master-System nicht betroffen, doch er meint: "Ich glaube auch, dass die Chancen zur Zeit noch nicht so gut sind, weil immer noch Diplome auf den Arbeitsmarkt strömen. Aber in, sagen wir, fünf Jahren wird sich das soweit angepasst haben, dass die Chancen genauso gut sind wie für das Diplom jetzt."

Das Wichtigste zum Bachelor

1999 unterzeichneten 29 europäische Bildungsminister im Bologna-Prozess das Vorhaben, bis 2010 ein einheitliches europäisches Hochschulwesen zu schaffen. Seitdem herrscht eine Flut von Neuregelungen und Neuheiten an den Unis.

Hier ein Überblick über die Änderungen:
* Das Bachelorstudium sieht eine Regelstudienzeit von sechs Semestern vor (eventuell sieben oder acht).
* Innerhalb dieser sechs Semester sind 180 Leistungspunkte (credit points) zu erwerben.
* Die Lehrveranstaltungen sind in Module gegliedert.
* Es besteht Anwesenheitspflicht.
* Kurse in den Allgemeinen Berufsqualifizierenden Kompetenzen (ABK) sollen den Studenten Projektmanagment und Arbeitsmethoden näher bringen
* Im Anschluss an das Bachelorstudium ist ein Masterstudiengang möglich, der aufbauen und vertiefen soll.
* Fächer wie Evangelische Theologie, Medizin, Pharmazie und Rechtswissenschaft laufen nach wie vor nach dem alten System.

Sein Kommilitone Moritz fügt noch hinzu: "Es kommt eher auf die Fachrichtung an als auf den Abschluss, denn letztlich wird ja der Bachelor der Standard sein."

Jonas, Lehramtstudent für Geschichte und Soziologie, muss bei der Frage nach den Chancen auf dem Arbeitsmarkt schmunzeln. Der 27-Jährige erzählt von einer Bekannten, die an der Universität Hamburg ihren Bachelor-Abschluss gemacht habe. Daraufhin habe sie sich bei der Uni für eine Stelle beworben. Sie sei abgelehnt worden - mit der Begründung, der Abschluss sei nicht ausreichend. "Das sagt, finde ich, schon alles über die Chancen am Arbeitsmarkt", meint Jonas lakonisch.












[Juliane Breiler]

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