In seiner Rede zeigt sich Bundespräsident Steinmeier solidarisch mit den Studierenden. (Foto: Thomas Stolte/Public Address) In seiner Rede zeigt sich Bundespräsident Steinmeier solidarisch mit den Studierenden. (Foto: Thomas Stolte/Public Address)
Rede des Bundespräsidenten

Steinmeier fordert Solidarität mit Studenten

Es steht sinnbildlich für das, womit Studierende seit Monaten umgehen müssen: In einem Livestream am 12. April wollte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Solidarität mit den Studierenden zeigen, doch es gab Probleme. Erst zur Hälfte der Rede war der Stream überhaupt erreichbar. Die Technik streikte.  


Zu Beginn seiner Rede, die aus der Staatsbibliothek in Berlin übertragen wurde, bezeichnete das Staatsoberhaupt die Studierenden als eine Generation, die den Ernstfall erprobt habe. Keiner wisse, wie die Gesellschaft nach der Pandemie aussehe, aber die Studierenden seien für diese offene Zukunft gewappnet. Die Lehre und gleichzeitig der Schlüssel für die Zukunft nannte Steinmeier die Erfahrung, dass man sowohl als Individuum als auch als Gesellschaft verletzlich und verwundbar sei. Laut Steinmeier wird die jetzige Generation an Studierenden gerade wegen ihrer Erfahrungen aus der Pandemie gebraucht. 


Steinmeier betonte, die Studenten zeigten eine große Solidarität gegenüber den Älteren und Gefährdeten. Diese stehe Solidarität ihnen nun ebenfalls zu: "Jetzt ist es umgekehrt auch an uns, den Älteren, Solidarität mit Ihnen zu zeigen. Die Gesellschaft darf nicht darüber hinwegsehen, wie die junge Generation aus dieser Jahrhundertkrise hervorgeht", so der Bundespräsident.
 


Die Pandemie hat laut Steinmeier gravierende soziale und ökonomische Folgen für Studenten. Diese sollten nun schneller und unbürokratischer bekämpft werden, beispielsweise durch die Überbrückungshilfen im Sommer.


Abschließend äußerte sich Steinmeier gesellschaftskritisch: "In der falschen Erwartung, diese Pandemie schnell hinter uns zu lassen, hatten wir als Gesellschaft vielleicht zu wenig im Blick, was dieser harte und tiefe Einschnitt, dieses Ausgebremstsein für junge Menschen bedeutet, die voller Lust und Energie am Anfang ihres Lebens stehen."

Auch wenn Solidarität allein den Studierenden nicht weiterhelfe dürfte, ist die Rede Steinmeiers ein aufmunterndes Signal. Lange Zeit wurden die Studierenden von der Politik kaum oder nur wenig beachtet. Es gab im Gegensatz zu der Situation an den Schulen kaum öffentliche Diskussionen zur Lage der Studierenden und zum Hochschulbetrieb in Zeiten der Pandemie. Steinmeier sendet nun erstmals seit Langem ein Zeichen, dass die Politik sich wieder mehr den Studierenden zuwendet, ihre Lage anerkennt und diskutiert. Wichtig wäre, dass sich neben dem Bundespräsidenten auch andere Politikerinnen und Politiker den Studierenden zuwenden, um mit ihnen gemeinsam weiterführende Konzepte für die Hochschullehre auszuarbeiten und mehr Hilfeleistungen aufzustellen.

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Die Autorin: Eva Dangelmaier
Die Autorin: Eva Dangelmaier

Die Autorin: Eva Dangelmaier

Bücherwurm, Schnitzel-Fan, Regenläuferin: Eva ist in einer kleinen Stadt in Baden-Württemberg aufgewachsen. Nach dem Abitur zog es sie ans andere Ende von Deutschland. In Hannover studiert sie Politikwissenschaft und träumt bei einer guten Tasse Kaffee von einer Karriere als Journalistin. Für Pointer schreibt sie über aktuelle Ereignisse und Lifestyle-Trends für Studierende.