Hochschul-Dozenten, die die eigene Lehre weiterentwickeln wollen, sind während der Pandemie erfolgreicher als ihre Kollegen (Foto: steffen wienberg/unsplash.com) Hochschul-Dozenten, die die eigene Lehre weiterentwickeln wollen, sind während der Pandemie erfolgreicher als ihre Kollegen (Foto: steffen wienberg/unsplash.com)
Hochschul-Lehre

Diese Einstellung macht Dozenten erfolgreich

Nicht nur für die Studierenden war die Umstellung an den Hochschulen während der Pandemie eine Herausforderung – auch die Dozierenden mussten sich und ihre Lehre in der Corona-Zeit neu einstellen. Anstelle von Präsenzunterricht organisierten sie kurzfristig digitale Parallelangebote. Eine Studie der Universitäten Mannheim und Augsburg zeigt jetzt, dass Dozentinnen und Dozenten, die die unerwartete Herausforderungen als Chance für die eigene Weiterentwicklung begreifen, eine erfolgreiche Einstellung zur Online-Lehre haben.

Dozierende, die Wert auf berufliche Weitentwickelung legen, kommen nach den Ergebnissen der Studie gut mit der Umstellung auf die Online-Lehre zurecht. Nach Angaben des Studienautors Oliver Dickhäuser von der Universität Mannheim betrachten Lehrende, die bereits vor der Pandemie an ihrer beruflichen Entwicklung interessiert waren, die neue Situation als Gelegenheit zur Kompetenzerweiterung. Das hat zur Folge, dass ihre Lehrangebote eine gute Qualität haben. Außerdem können sie Burnout-Symptome leichter vermeiden.
 


Dagegen nehmen Dozierende, die weniger am eigenen Lernen interessiert sind, die Pandemie-Situation meist als bedrohlich wahr. Dadurch gibt es bei ihnen ein höheres Risiko, dass die Qualität der Lehre abnimmt, sowie eine höhere Wahrscheinlichkeit für Burnout-Symptome. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Dozierenden, die möglichst kompetent wirken wollen, wie auch bei denjenigen, die ihre Seminare und Vorlesungen mit möglichst wenig zusätzlichem Aufwand neugestalten wollen.

Entstanden ist die Studie im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes. Die Forschenden der Universitäten Mannheim wie Augsburg befragten im Rahmen der Studie mehr als 80 Dozentinnen und Dozenten. Diese Befragungen führten sie ein Semester vor der Pandemie und dann wieder während des ersten Semesters unter Pandemie-Bedingungen durch. Zusätzlich berücksichtigten sie 700 Bewertungen von Studierenden.

[PA]

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