Die SPD-Politikerin Franziska Giffey ist von ihrem Amt als Familienministerin zurückgetreten (Foto: 05-10-2019-JPT19-AnnkathrinWeis-03225 von Jugendpresse Deutschland lizensiert durch CC BY 2.0) Die SPD-Politikerin Franziska Giffey ist von ihrem Amt als Familienministerin zurückgetreten (Foto: 05-10-2019-JPT19-AnnkathrinWeis-03225 von Jugendpresse Deutschland lizensiert durch CC BY 2.0)
Diskussion um Doktorgrad

Familienministerin Giffey tritt zurück

Inmitten der Diskussion um die Rechtmäßigkeit ihrer Doktorwürde ist Franziska Giffey jetzt von ihrem Amt als Bundesfamilienministerin zurückgetreten. Die SPD-Politikerin habe Bundeskanzlerin Merkel am Mittwochvormittag, 19. Mai, um ihre Entlassung gebeten. Dies berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Die heute 43-Jährige hatte seit 2005 an der Freien Universität Berlin eine Dissertation zum Thema "Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft" verfasst. 2010 wurde sie dort zur Dr. rer. pol. promoviert. Seit 2019 wurde ihre Doktorarbeit wegen Plagiatverdachts mehrfach überprüft. Zunächst erteilte die Universität ihr wegen Mängeln nur eine Rüge, Giffey behielt jedoch ihren Doktorgrad.
 


Am 13. November 2020 kündigte die Politikerin an, den Doktortitel künftig nicht mehr tragen zu wollen. Kurze Zeit später nahm die Hochschule eine erneute Überpüfung ihrer wissenschaftlichen Arbeit in Angriff. Laut Medienberichten sieht sie im Ergebnis die Aberkennung des Doktorgrades vor. Seit November 2020 ist Giffey Vorsitzende der SPD Berlin und geht als Spitzenkandidatin in die Abgeordnetenhauswahl 2021. Sie will als Nachfolgerin von Michael Müller Regierende Bürgermeisterin werden. Dass Giffey auch im Fall, dass ihr der Doktortitel entzogen wird, an diesem Plan festhalten will, hatte sie bereits im Dezember 2020 in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" deutlich gemacht.
 

[PA]

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