Einige Hochschulen in Bayern bieten ihren Studierenden die Möglichkeit, sich ohne Termin in einem Impfbus auf dem Campus gegen Corona impfen zu lassen  (Symbolfoto: Mat Napo/unsplash.com) Einige Hochschulen in Bayern bieten ihren Studierenden die Möglichkeit, sich ohne Termin in einem Impfbus auf dem Campus gegen Corona impfen zu lassen (Symbolfoto: Mat Napo/unsplash.com)
Schutz vor Corona

Impfbusse an der Uni

Um Präsenzveranstaltungen in größerer Anzahl zu ermöglichen, nehmen die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die Uni Regensburg und die Uni Würzburg jetzt Impfbusse in Anspruch. Studierende der LMU können sich am 21. und am 22. Juli auf dem Campus in einem Bus impfen lassen, ohne sich vorher anzumelden. Dies gibt die Hochschule auf ihrer Website bekannt. Die Studierenden benötigen dafür lediglich ihren Studierendenausweis.
 


In einem Bericht der BR24-Nachrichten betont Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler, dass sich nicht nur Studierende der LMU, sondern auch Studieninteressierte und künftige Studienanfänger impfen lassen können. Weiter sagt er, dass auch Leute, die nicht studieren, gleich mitgeimpft werden könnten, wenn sie wollen.
 


Der Impfstoff, mit dem man sich im Impfbus impfen lassen kann, sei frei wählbar und ausreichend vorhanden, so Sibler. Er wolle beim Impfen jetzt Tempo machen. Er ruft möglichst viele Studierende dazu auf, das Angebot wahrzunehmen. Laut dem Wissenschaftsminister sind bisher 250.000 von insgesamt 400.000 Studierenden in Bayern noch nicht geimpft.
 


Bis Mitte August seien aber noch mehr Impfangebote nötig, meint die Sprecherin der Landesstudierendenvertretung Bayern, Anna Marie Trinkgeld, gegenüber BR24 Nachrichten. Dies sei wichtig, damit die Universitäten wieder in den geplanten Präsenzunterricht wechseln könnten. Es muss laut Trinkgeld gewährleistet werden, dass bei vielen Studierenden bis Anfang oder Mitte Oktober bereits der vollständige Impfschutz besteht. Die Sprecherin meint, dass man hiermit mindestens sechs Wochen vor Beginn des Wintersemesters beginnen müsse.
 


 


Auch Hamburg macht ein spezielles Impfangebot an seine Studierenden. Alle Studis erhalten vom 21. Juli bis einschließlich 27. Juli zwischen 8 und 19 Uhr auf Wunsch eine Corona-Schutzimpfung ohne vorherige Terminvereinbarung im Impfzentrum in den Hamburger Messehallen. Diese Möglichkeit besteht für alle Studenten, die bislang noch keine Erstimpfung erhalten haben. Das haben die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke (BWFGB) und die Sozialbehörde mit der Landeshochschulkonferenz (LHK), dem Studierendenwerk Hamburg und den studentischen Vertretungen vereinbart. Auf diesem Wege können alle Studierenden noch vor Ende August schnell und kostenfrei einen vollen Impfschutz gegen Covid-19 erhalten. Neben dem Personalausweis oder Reisepass müssen sie den Studierendenausweis oder eine Immatrikulationsbescheinigung vorweisen. Wenn vorhanden, sollte auch der Impfpass mitgebracht werden.
 


Auf ein Angebot warten auch viele Studierende aus anderen Regionen. In vielen Bundesländern gestaltet es sich immer noch sehr schwierig, überhaupt einen Impftermin zu bekommen. Es gibt oft nicht ausreichend Termine in Impfzentren, und auch beim Hausarzt sind die Wartelisten meist lang. Viele Studierende sind zeitlich eingeschränkt, weshalb die mobile Alternative in Form von Bussen für sie günstiger ist, als wenn sie extra ein Impfzentrum aufsuchen müssen. Allein dass sie sich nicht selbst um einen Termin bemühen müssen oder dass sogar die Impfstation zu den Studierenden kommt, sollte die Impfmotivation der Studenten steigern.
 


Es liegt im Interesse der Universitäten, die ab dem Wintersemester in die Präsenzlehre wechseln wollen, dass mehr Angebote für Studierende geschaffen werden, wie es in Bayern der Fall ist. Zudem sollte man die Termine, an denen der Impfbus auf dem Campus hält, ausweiten, damit jeder, der sich impfen möchte, auch die Zeit findet, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen.
 


Viele Hochschulen setzen bisher leider lediglich auf Kampagnen, die die Studenten dazu auffordern, sich impfen zu lassen, anstatt selbst konkrete Angebote zu schaffen. Damit die Studierenden für eine Corona-Schutzimpfung sensibilisiert werden, braucht es jedoch mehr Kommunikation mit den Studierenden und entsprechende niederschwellige Angebote. An den Hochschulen in Bayern können sich demnach andere Hochschulen in Deutschland ein Beispiel nehmen.
 


Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bayern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben ebenfalls bereits Corona-Schutzimpfungen in Impfbussen ermöglicht, jedoch nicht speziell für Studierende an ihren Hochschulen. Die Busse fahren zu unterschiedlichen Standorten, wo sich Bürger unkompliziert gegen Corona impfen lassen können.
 


Sich gegen Corona impfen zu lassen, ist keine Pflicht in Deutschland. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen will. Um eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus zu gewährleisten, müssen sich allerdings möglichst viele Menschen impfen lassen. Sollte die Zahl der geimpften Bürger in Deutschland weiter steigen, ist zudem mit Lockerungen zu rechnen, was neben der eigenen Gesundheit ein zusätzlicher Anreiz sein sollte, über eine Schutzimpfung nachzudenken.

[Tabea-Jane Mählitz]

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