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Bildungsstreik in Hamburg

"Bildung für alle!"

published: 16.06.2009

Die Studierenden der Uni Hamburg beteiligen sich am bundesweiten Bildungsstreik  (Foto: Public Address) Die Studierenden der Uni Hamburg beteiligen sich am bundesweiten Bildungsstreik (Foto: Public Address)

Sofas, eine Hüpfburg, Kicker, große Transparente und viele gelbe T-Shirts – der Campus der Uni Hamburg ähnelt eher einem Spielplatz als einem Ort zum Studieren. Studiert werden solle diese Woche eh nicht, so die Forderung der Studenten. Bundesweit findet diese Woche vom 15. bis zum 19. Juni der Bildungsstreik in über 70 deutschen Städten statt.

"Wir streiken für ein besseres Bildungssystem, angefangen bei Kitas, Schulen und eben in der Uni. Und hier in Hamburg außerdem noch gegen unsere Unipräsidentin", erklärt eine Studentin. Auch sie trägt das gelbe Streik-T-Shirt. Auf den Plakaten stehen in bunten Buchstaben Sprüche wie "Wir kaufen nichts, was uns gehört" und ganz simpel "Bildung für alle".

Man streikt gegen Studiengebühren, den Bologna-Prozess, das "Turboabitur". Viele Eingänge sind mit Stühlen verbarrikadiert - Zutritt unmöglich. Eine Gruppe von Studenten macht sich mitsamt Transparent auf, um die Fahrstühle zu blockieren. Die Seminare und Vorlesungen sollen boykottiert werden, fordern die Streikenden.

Stattdessen haben bundesweit Studierenden-Komitees einen Alternativ-Stundenplan für die Streikwoche erstellt: Workshops, Demos, Podiumsdiskussionen. Am Mittwoch, den 17. Juni, findet der Höhepunkt der Streikwoche statt. In ganz Deutschland gehen Studenten, Schüler und Gewerkschafter auf die Straßen, um mit einer großen Bildunsstreik-Demo ein Zeichen setzen.

Aber erfüllt der Streik seine Ziele? "Natürlich erfüllt er das", sagt ein Student überzeugt."Okay, er wird wohl nicht erreichen, dass es ab sofort eine freie Bildung gibt und Raketenmoni (Hamburgs Unipräsidentin Monika Auweter-Kurtz, Anm. d. Red.) auf den Mond geschossen wird. Aber der Streik zeigt, dass die Leute aus einer Schlafposition in eine wache Stellung übergehen. Wie Phönix aus der eigenen Asche."

[Juliane Breiler]

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