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Meine Uni: TU Kaiserslautern

published: 09.06.2005

Jean-Marc Friederici zeigt uns seine Uni, die TU Kaiserslautern (Foto: TU Kaiserslautern) Jean-Marc Friederici zeigt uns seine Uni, die TU Kaiserslautern (Foto: TU Kaiserslautern)

Jean-Marc Friederici Jean-Marc Friederici

Wo liegt eigentlich Kaiserslautern und wie bin ich hier hingekommen? Kaiserslautern ist ein kleines Städtchen mit etwa 100.000 Einwohnern im Herzen der Pfalz. Diese Zahl mag dem einen oder anderen vielleicht hoch vorkommen. Nun, das liegt daran, dass von den 100.000 Einwohnern 10.000 Studenten sind und 20.000 Amis, die hier wohnen und in Rammstein arbeiten. Also alles nur Betrug - doch nur ein kleines, unterentwickeltes Dorf!

Hat mich der Fußball hierhin verschlagen? Der größte zusammenhängende Wald Deutschlands? Oder gar die in der ganzen Welt als nett bekannten Pfälzer? Nein, es war die ZVS. Für die, die es nicht wissen: Das ist die Zentrale Vergabe von Studienplätzen. An diesem Verfahren muss man bei meiner Studienrichtung, Raum- und Umweltplanung, nämlich teilnehmen – mit dem Ergebnis, dass man sicher nicht dort landet, wo man eigentlich hin will.

Bau1, das älteste Gebäude der Uni: Hier sitzen Architekten und Raum- und Umweltplaner außerhalb des Campus Bau1, das älteste Gebäude der Uni: Hier sitzen Architekten und Raum- und Umweltplaner außerhalb des Campus


Jetzt, wo ihr wisst, wo und was ich studiere, nun zu meinem Tag. Normalerweise habe ich Vorlesungen von morgens um acht Uhr bis irgendwann nachmittags. Aber Gott sei dank war nur die Hälfte Pflicht, die wiederum aber konsequent morgens um acht.

Ich bin einer, der seine Zeit braucht, um wach zu werden, und vor dem Sprint zum Bus noch duschen, frühstücken und den Weg zum Klo gehen muss. Dies alles erledigt, fahre ich mit der Linie 5 oder 7 hoch zum Bau 1, welchen wir uns mit den Architekten teilen dürfen. Der Bau 1 ist das älteste Gebäude und das einzige, welches nicht zum Campus gehört und etwas abseits liegt.

Unsere Mensa mit Aufenthaltsbereich Unsere Mensa mit Aufenthaltsbereich


Stunden später kommt dann der nicht so erfreuliche, aber doch sehr entspannende Weg runter zur Mensa. Diese liegt zentral inmitten des Campus-Geländes. Unsere Mensa wurde in Sachen Michelin-Sternchen schon des Öfteren als sehr gut eingestuft. Diese Meinung kann ich nicht so ganz teilen. Das Essen ist aber okay und nach dem Ausbau der Mensa ist das Angebot noch mal gewachsen. Einer meiner absoluten Lieblingsmomente an einem schönen sonnigen

Meine Lieblingsbeschäftigung: nach dem Mittagessen gemütlich draußen vor der Mensa hocken Meine Lieblingsbeschäftigung: nach dem Mittagessen gemütlich draußen vor der Mensa hocken

Tag auf dem Campus ist es traditionell, draußen vor der Mensa zu hocken und ein Käffchen zu trinken.

Nachmittags, wenn ich mich dazu entschlossen habe, die Uni nicht weiter mit meiner Anwesenheit zu belästigen, mache ich mich wieder auf den Weg in die Innenstadt, denn da wohne ich: genau über dem zuvorkommenden und wohlriechende Düfte im Treppenhaus verbreitenden Döner-Mann. Aus der Haustür getreten, lässt sich der Nachmittag ganz gut mit außeruniversitären Aktivitäten vertreiben, die da wären: Eis essen, Bücher stöbern, shoppen, Kaffee trinken oder bei Sonnenschein auch mal ein Bierchen.

Meine selbst gebaute Bar-Ecke im Wohnzimmer Meine selbst gebaute Bar-Ecke im Wohnzimmer


Letzteres ist unter Umständen eine super Einleitung in den Abend. Dann kann man mit dem Biertrinken weitermachen, nachdem man seine Position ins Innere einer der schönen und zahlreich vorhandenen Kneipen verlagert hat. Einmal in den Zustand des Bierrausches versetzt, ist es häufig nicht mehr möglich, zu gemäßigter Uhrzeit nach Hause zu kommen. Denn auch wenn die Kneipe schließt, bedeutet das noch nicht das Ende des Abends. Da gibt es noch die Kaschemme, die durchgehend geöffnet hat und einen erst morgens um sieben kurz zum Durchputzen rauswirft.


Getreu dem Motto „Wer feiern kann, kann auch früh aufstehen“ widme ich mich am nächsten Tag wieder dem morgendlichen Aufstehritual, um mich aufs Neue den Quälereien des Studenten-Alltags auszusetzen. In diesem Sinne: Spaß ist, was ihr draus macht!

Bibliotheksgebäude gegenüber der Mensa auf dem Campus Bibliotheksgebäude gegenüber der Mensa auf dem Campus


Kleiner geschichtlicher Exkurs
Unsere Uni ist übrigens noch nicht sehr alt. Die Gründung der Universität Kaiserslautern fand am 13. Juli 1970 als Teil der Doppeluniversität Trier/Kaiserslautern statt. Nach dem Beginn des Studien- und Wissenschaftsbetriebs im Wintersemester 1970/71 mit der Aufnahme von 191 Erstsemestern in den Fachbereichen Mathematik, Physik und Technologie erfolgte der weitere Aus- und Aufbau einer fachlich-wissenschaftlichen Struktur mit der Einrichtung der Fachbereiche Chemie und Biologie im Jahre 1972 sowie die Aufgliederung des Fachbereiches Technologie in die Fachbereiche Maschinenwesen/Elektrotechnik und Architektur/Raum- und Umweltplanung/ Erziehungswissenschaften.

Unser Audimax Unser Audimax


Nach der Trennung der Doppeluniversität 1975 erhielt die TU ihre Eigenständigkeit. Zur weiteren Profilbildung mit wissenschaftlicher Identität wurden nacheinander die Fachbereiche „Elektrotechnik“ (1975) später „Elektro- und Informationstechnik“ (1999), „Informatik“ (1975) und „Maschinenwesen“ (1975), später „Maschinenbau/Verfahrenstechnik“ (1997), „Architektur/Raum- und Umweltplanung/ Bauingenieurwesen“ (1978-79) und „Sozial- und Wirtschaftswissenschaften“ (1985) eingerichtet. Mit Inkrafttreten des neuen rheinland-pfälzischen Hochschulgesetzes zum 1. September 2003 lautet die offizielle Bezeichnung nun „Technische Universität Kaiserslautern“.

[Jean-Marc Friederici]

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