Evangelischer Kirchentag 2005 (Foto: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Evangelischer_Kirchentag#mediaviewer/File:DEKT2005_Lichter.JPG" target="_blank">Abend der Begegnung 2005</a> von <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Silberchen" target="_blank">Silberchen</a> lizensiert durch <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank">CC BY-SA 3.0</a>)Studentenproteste in Hamburg  (Foto: Public Address)Weltkarte (Foto: Public Address)(Foto: Public Address)Papst Benedikt XVI (Foto: Public Address)Krankenversichert im Praktikum - was du beachten musst (Foto: shutterstock.com/Photographee.eu)Ordnung auf dem Schreibtisch kann den Unterschied ausmachen (Foto: shutterstock.com/headcircle)

Lehrberufe und Titel an der Uni

Von Privatdozenten und Dekanen...

published: 26.05.2005

Professor Hark Bohm leitet den Studiengang Filmregie an der Universität Hamburg (Foto: Public Address) Professor Hark Bohm leitet den Studiengang Filmregie an der Universität Hamburg (Foto: Public Address)

Mark, erstes Semester Soziologie, wollte sich im Sekretariat nur eine Auskunft abholen. Da sagt ihm die freundliche Dame: „Dafür ist der Dekan zuständig“. Mark fühlt sich an ein würdevolles Amt in der katholischen Kirche erinnert. Ein Dekan - was verbirgt sich wohl hinter dem Titel?

Ähnliche Situationen hat wohl jeder zu Beginn seines Studiums erlebt. Doch wenn du bei einer C4-Professur noch immer an den gleichnamigen Sprengstoff oder gar an ein archäologisches Datierungsverfahren denkst, tut Aufklärung not. Die meisten Studierenden hören Begriffe wie "Dekan" oder "Privatdozent" täglich. Ist aber die genaue Erklärung gefragt, kommen nicht nur Erstsemestler, sondern auch alte Hasen ins Grübeln. Denen fällt vielleicht noch ein, dass der C4-Professor wohl doch nicht der Fachmann für das archäologische Datierungsverfahren C14 sein kann. Aber was steckt dann hinter der Abkürzung? Ein wenig Wissen über die Hintergründe der Berufsbezeichnungen kann nicht schaden.

Was sind Tutoren?
Meistens kennst du sie schon, bevor du richtig in den Uni-Alltag einsteigst. Denn die Tutoren führen in den meisten Fachbereichen die Anfänger vor dem Vorlesungsstart durch die Uni und geben nützliche Tipps zum Studienbeginn. Oft begegnen dem Erstsemestler die Tutoren dann in einem Kurs wieder, der eine Vorlesung oder ein Seminar begleitet: dem so genannten Tutorium.

Tutoren sind erfahrene Studenten aus höheren Semestern oder auch Doktoranden, die Anfänger betreuen und zu integrieren versuchen. Diese studentischen Helfer gibt es im deutschen Universitätsbetrieb erst seit Ende der 60er Jahre. Damals wurde das System nach dem Vorbild an angloamerikanischen Hochschulen, den „Tutorials“, eingeführt. Tutoren gibt es nicht nur an der Uni, sondern überall da, wo es ums Lernen geht. Übrigens kommt der Begriff aus dem Lateinischen und bedeutet „Beschützer“.

Wenn du selbst über genügend Studienerfahrung verfügst, kannst du dich auf eine Tutorenstelle bewerben. Dazu frage einfach bei deinem Professor an, wann wieder eine Stelle frei wird. So kannst du jüngeren Studis helfen und nebenbei ein wenig Geld verdienen.

Dozent oder Privatdozent?
Dass es sich bei einem Dozenten oder einer Dozentin um eine Person handelt, die an der Uni Kurse leitet oder Seminare abhält, ist jedem Studienanfänger klar. Doch was unterschiedet einen Dozenten von einem Privatdozenten und einem Professor?

Ein Dozent ist in der Lehre tätig. Das Wort leitet sich vom Lateinischen "docere" (dt.: "lehren") ab. Ein Dozent muss nicht an einer Hochschule tätig sein, sondern darf sich auch dann so nennen, wenn er an einer Volkshochschule Kochkurse gibt. Der Name ist nicht zwingend mit einem akademischen Grad, etwa einem durch Promotion erworbenen Doktortitel, verbunden.

Trotzdem können Dozenten an den Hochschulen meist akademischen Titel vorweisen, auch wenn sie noch nicht Professoren sind. Das heißt, sie sind nicht vollständig verbeamtet und haben keine Professorenstelle inne. Meistens sind Dozenten an Hochschulen Beamte auf Zeit, etwas für sechs Jahre. Dazu leiten sie überwiegend Seminare, während Vorlesungen üblicherweise von Professoren gehalten werden.

Ein Privatdozent ist ein selbständig Lehrender an einer Hochschule, der keine Professorenstelle inne hat, aber als habilitierter Hochschullehrer zur akademischen Lehre berechtigt ist. An einigen Hochschulen wird der akademische Titel "Privatdozent" mit Abschluss des Habilitationsverfahren verliehen.

An der TU München wird sogar zwischen "Lehrbefähigung" und "Lehrberechtigung" unterschieden: Die Habilitation umfasst die Lehrbefähigung und den Titel "Dr. habil.". Die Lehrberechtigung mit dem Titel "Privatdozent" und der Zugehörigkeit zur Hochschullehrerschaft muss anschließend separat beantragt werden. Gerüchte besagen, dass diese Aufspaltung in den 1930er Jahren erfunden wurde, um jüdischen Privatdozenten die Lehrberechtigung zu entziehen. In den theologischen Fakultäten ist die Unterscheidung bedeutsam, da die Lehrberechtigung außer der Habilitation auch eine kirchliche Erlaubnis voraussetzt.

Wichtig: Der Titel "Privatdozent" ist an die Verpflichtung gebunden, Vorlesungen zu halten. Wenn jemand dieser Verpflichtung nicht nachkommt, verliert er den Anspruch auf diesen Titel.

Das weite Feld der Professur
Natürlich ist der Professor der bekannteste unter den Lehrberufen an der Uni. Ziemlich schnell weiß man, dass jemand in der Regel erst promoviert und dann habilitiert sein muss, um ein Professor zu werden. Schwieriger erklären sich da schon die zahlreichen Varianten einer Professur. Um die alle zu durchblicken, solltet man möglichst wenig zerstreut sein...

Der Ursprung des Wortes liegt wieder bei den alten Lateinern. „Profiteri“ heißt so viel wie „öffentlich bekennen, vortragen“. Professor ist die Berufsbezeichnung eines in der Regel beamteten Hochschullehrers. Wichtig: Bei "Hochschulprofessor" handelt es sich um einen Titel. Dieser bleibt erhalten, auch wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt wird. In besondern Fällen kann er jedoch aberkannt oder niedergelegt werden.

Kompliziert wird die Sache durch die verschiedenen Professorenämter, die in Deutschland unterschieden werden. Die wichtigste Gruppe sind hier die so genannten ordentlichen Professoren, im Vorlesungsverzeichnet "o. Prof." abgekürzt. Sie werden etwas altmodisch auch „Ordinarius“ genannt, sind Inhaber eines Lehrstuhls an einer Fakultät und vertreten diesen offiziell. Außerdem haben sie sich in einem langen und komplizierten Bewerbungsverfahren gegen diverse Konkurrenten durchgesetzt.

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