Auslandsstudium in England

Brighton calling

published: 28.07.2005

In Brighton studieren - Henrike Köster hat es elf Monate lang getan (Foto: Checkland-building-falmer-faculty-of-arts-university-of-brighton von Artsbrighton lizensiert durch CC BY-SA 3.0) In Brighton studieren - Henrike Köster hat es elf Monate lang getan (Foto: Checkland-building-falmer-faculty-of-arts-university-of-brighton von Artsbrighton lizensiert durch CC BY-SA 3.0)

Einmal Brighton und zurück: Im September 2004 flog Henrike Köster in die südenglische Küstenstadt, um ihr Studium der Kulturwissenschaft für elf Monate nach England zu verlegen. Was sie erlebt hat – von der Planung ihres Auslandsaufenthalts bis zur Umsetzung – hat die 26-jährige Wahl-Bremerin Unikosmos erzählt.

Kapitel 1: die Suche nach „Sponsoren“
Ein Studium ist ja schon in Deutschland nicht ganz billig. Unterkunft, Semesterticket, Fachlektüre – das alles kostet Geld. Und gegessen hat man dann auch noch nichts. Das ist aber nichts gegen das Studentenleben auf der Insel: Höhere Lebenshaltungskosten und saftige Studiengebühren müssen irgendwie finanziert werden. Ein Auslandsstipendium kann monetäre Notlagen deutlich entschärfen, ist allerdings nicht so leicht zu bekommen – eine Erfahrung, die auch Henrike machen musste.

Den ersten Versuch unternahm sie bei Erasmus. Das Austauschprogramm der Europäischen Union ist an sich eine prima Sache. Zwei Universitäten aus verschiedenen EU-Ländern beschließen eine Kooperation nach dem Motto: Schickst du mir deine Studierenden, schicke ich dir meine. Viel Geld gibt es zwar nicht, dafür entfallen die Studiengebühren. Und da lag auch Henrikes Problem. Die Uni Bremen, an der sie seit 2001 studiert, erhebt nur einen relativ geringen Semesterbeitrag, hat daher auch nicht viel zu erlassen. Da lohnt sich eine Kooperation für die englischen Universitäten eher nicht. Demensprechend sind die Chancen für eine deutsche Hochschule ziemlich gering, ein britisches Pendant zu finden, das zu einer Kooperation bereit ist. Außerdem, vermutet Henrike, wollen zwar viele Studenten gern nach Großbritannien – aber nur wenige wollen weg: „Die Engländer bleiben lieber auf ihrer schönen Insel – was ich verstehen kann, ich wollte ja auch hin.“

Nach Erasmus kam der DAAD, der Deutsche Akademische Austauschdienst. Doch auch bei der größten deutschen Förderorganisation hatte Henrike kein Glück. Wer nicht gerade an seiner Abschluss- oder Doktorarbeit sitze, habe zurzeit wenig Chancen auf finanzielle Unterstützung, hieß es.

Damit war das Thema Stipendien für Henrike erledigt. Da sie keine Chance sah, Auslands-BAföG zu bekommen und ein Bildungskredit für sie nicht in Frage kam, blieb ihr nur noch ein Weg, den ersehnten England-Trip zu finanzieren: das Sparschwein plündern. Das hatte immerhin ein wenig Fett ansetzen können, als Henrike zwischen Abitur und Studium ein Volontariat beim Heinrich-Bauer-Verlag absolvierte.

Hinweis: Mehr zum Thema Auslandsstipendien erfährst du hier.

Kapitel 2: Is my english good enough?
Nach der finanziellen musste die sprachliche Hürde übersprungen werden. Wer als Ausländer in Großbritannien studieren will, muss nachweisen, dass er die nötigen Sprachkenntnisse mitbringt, um im Seminar und bei der Vorlesung folgen zu können.

Brighton Beach: steinig, aber schön Brighton Beach: steinig, aber schön


Dafür musste der Beweis her – in Form eines Sprachtests. In Henrikes Fall war das der so genannte IELTS („International English Language Testing System“), der von vielen Universitäten in Großbritannien und anderen englischsprachigen Ländern anerkannt wird (Die Hochschulen in den USA verlangen häufig einen anderen Test, den TOEFL-Test).

Für Henrike stellte das kein großes Problem dar, sie bestand den Test ohne Vorbereitungskurs. Wenn auch nicht ohne Vorbereitung. Vokabeln pauken musste schon sein. Und dann gab's da noch ein Training der besonders angenehmen Art: „Man muss sich ein bisschen Hörverständnis aneignen. Das heißt, DVDs auf Englisch angucken. Es gibt Schlimmeres.“

Hinweis: Die Sprachtests müssen in einem der offiziellen Testzentren (gibt es in vielen deutschen Großstädten) absolviert werden. Der IELTS dauert einen Tag und besteht aus mehreren Teilen: Hör- und Leseverständnis sowie Schreib- und Sprechfähigkeit werden geprüft. Der Test kostet 170 Euro (Stand: Juli 2005). Weitere Informationen gibt es beim British Council, bei den Carl Duisberg Centren oder auf der offiziellen IELTS-Website.

Kapitel 3: Welche Uni hätten's denn gern?
Dann kam die Wahl der Wunsch-Uni. Über die Website des „Universities & Colleges Admission Service“ (UCAS) – eine Art englische ZVS – informierte sich Henrike über in Frage kommende Hochschulen. Dass sie auch während ihres Auslandsjahres Kulturwissenschaften weiterstudieren wollte, stand für sie von vornherein fest: „Mit war wichtig, die Sprache zu lernen, aber auch, dass ich Scheine machen kann, damit ich nicht ein ganzes Jahr verliere.“

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Links

British Council

Carl Duisberg Centren

IELTS-Website

University of Sussex (Henrikes Uni)

University of Brighton
(die andere Uni in Brighton)

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