Von Suquet blickt man auf den Hafen von Cannes (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/fr_zil/2484550028/in/photolist-2q1vCH-dA4ucs-aZf6Jv-7QpChr-sroHx-sroDB-sroEJ-sroG1-4MxYas-4HGL8x-bmsCy4-srouN-sropd-srow5-srotj-sror8-sroyb-sroCc-sroA3-2KxeWm-8GfEni-4NFwwx-eJTiQ7-e2fym-e2fyk-6qsT78-4ecmea-doxR1V-dFGbv2-doy2yW-2KsWTz-2Kweks-bkfPwM-qHikg-6hV1TK-4ecm1V-8cQU9E-8cMzKv-4RckEE-ac3L6L-ac3KXs-63e4hA-6qsTCn-64Zax3-6qx2mU-6qx7LS-a4QKhb-PjbSE-bCLCgn-86v8jC" target="_blank">Baie de Cannes</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/fr_zil/" target="_blank">fr.zil</a> lizensiert durch <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank">CC BY-SA 2.0</a>)Wenn man zum ersten Mal seine Wohnungstür aufschließt, ist das ein richtig gutes Gefühl (Foto: shutterstock.com/Michaelpuche)Papst Benedikt XVI  (Foto: Public Address)Die neuen Rechtschreibregeln füllen zwar keine Regale, beeinflussen aber erheblich ihren Inhalt (Foto: shutterstock.com/Amy Johannsson)Studiengebühren - auch für ausländische Studierende ein Problem (Foto: shutterstock.com/artem_ka)In Brighton studieren - Henrike Köster hat es elf Monate lang getan (Foto: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/University_of_Brighton#mediaviewer/File:Checkland-building-falmer-faculty-of-arts-university-of-brighton.jpg" target="_blank">Checkland-building-falmer-faculty-of-arts-university-of-brighton</a> von <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Artsbrighton" target="_blank">Artsbrighton</a> lizensiert durch <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank">CC BY-SA 3.0</a>)Die Geschäftsführung der OSACAR GmbH: Inka Goethe und Christian Ruppert (Foto: OSCAR GmbH)

WG-Spezial

"Offen und in Ruhe darüber sprechen"

published: 28.09.2005

Da gibt es doch bessere Wege, um Differenzen in der WG beizulegen... (Foto: shutterstock.com/Luis Louro) Da gibt es doch bessere Wege, um Differenzen in der WG beizulegen... (Foto: shutterstock.com/Luis Louro)

Die Wohngemeinschaft – ein Hort des Friedens und der Harmonie. Nie fällt ein lautes Wort, alle Bewohner tragen stets ein sanftes Lächeln auf den Lippen und das WG-eigene Motto lautet: „Rücksicht nehmen“. Du erkennst deine WG in dieser Beschreibung wieder? Dann können wir nur gratulieren. Damit dürftest du zu einer seltenen Spezies gehören. Denn wo mehrere Menschen auf relativ kleinem Raum zusammenleben, lauern viele Konflikte.

Was tun, wenn es zum Streit kommt? Wir haben zehn mögliche Krisenherde der WG-Welt zusammengetragen und einen Experten um Lösungsvorschläge gebeten: Prof. Dr. Arnold Lohaus leitet die Abteilung Entwicklungs- psychologie der Universität Marburg. Er ist vorwiegend mit der Erforschung der kognitiven und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen befasst und widmet sich auch in vielen Publikationen der Bewältigung von Stress. In Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse hat Professor Lohaus Stressbewältigungs-Kurse für Kinder und für Jugendliche entwickelt.

1. Auszug – wie sag ich's meinem Mitbewohner?

Die Konstellation: Seit drei Jahren sind John und Benny eine super Zweier-WG. Jetzt möchte John aber lieber mit seiner neuen Freundin zusammenziehen. Wie sagt er es Benny?

Prof. Dr. Lohaus: "John sollte sein Anliegen direkt und offen vortragen und keine überflüssigen Erklärungen und Entschuldigungen suchen. Das wirkt unsicher und macht zusätzlichen Stress. Wichtig ist, dass er sich für das Gespräch Zeit nimmt - es sollte nicht 'zwischen Tür und Angel' stattfinden. Vorteilhaft ist es wahrscheinlich, wenn die beiden das Thema alleine besprechen. John sollte also nicht mit der Freundin gemeinsam von dem Vorhaben erzählen. Das Gespräch sollte von John nicht herausgezögert werden, damit Benny selbst frühzeitig seine Wohnsituation klären kann. Eventuell möchte er sich ja einen neuen Mitbewohner suchen."

2. Haushaltskasse – Bioladen oder Discounter?

Die Konstellation: In der WG “Billard-Könige” gibt es immer öfter Stress um das Lebensmittel-Budget. Bill kauft immer im Bio-Laden, während Schorsch das für Geldverschwendung hält und den Kühlschrank lieber mit Discounter-Ware auffüllt. Wie werden die beiden in Zukunft ohne Magenschmerzen satt?

Prof. Dr. Lohaus: "Hier muss vor allem eine angemessene Lösung gefunden werden. Die beiden sollten sich zusammensetzen und gemeinsam verschiedene Lösungen überlegen (zum Beispiel den Einkauf komplett trennen; jeder bekommt im Kühlschrank und im Regal sein eigenes Fach; einmal in der Woche wird gemeinsam gekocht). Kompromiss: Gemüse und Obst aus dem Bioladen, Dosen und Vorräte aus dem Discounter. Ausgewählte Lösung umsetzen und nach einem Monat bewerten, ob es klappt."

3. Zusammenleben – gleiche Typen oder unterschiedliche Charaktere?

Die Konstellation: Mirco will eine neue WG gründen – nach welcher Maxime sollte er seine Mitbewohner aussuchen: “Gleich und gleich gesellt sich gern” oder “Gegensätze ziehen sich an”?

Prof. Dr. Lohaus: "Unter alltagspraktischen Gesichtspunkten (spülen, putzen, Lautstärke usw.) ist es gut, mit Gleichgesinnten zusammenzuleben, das gibt weniger Stress. Aber natürlich tragen anderseits unterschiedliche Interessen, Studienfächer, Lebensgewohnheiten dazu bei, dass das WG-Leben interessant wird. Wichtig ist ein Grundkonsens über bestimmte Dinge („Jeder bringt sich ein“). Ist der vorhanden, kann auch Vielfalt überzeugend sein."

4. Fernsehen für alle – wer bestimmt das Programm?

Die Konstellation: Jeden Abend heiß umkämpft: das Fernsehprogramm im Gemeinschafts-Wohnzimmer. Wie lässt sich eine für alle vertretbare Lösung finden?

Prof. Dr. Lohaus: "Vorschlag: Brainstorming zur Suche nach Regeln, nach denen das Programm ausgewählt wird. Die Regeln sollen dazu beitragen, dass es in Zukunft nicht mehr zum Streit kommt. Die Regeln müssen von allen akzeptiert werden und sollen niemanden benachteiligen. Wichtig ist vor allem, dass es eine Regel gibt, und nicht, wie sie im Einzelnen aussieht (Beispiele: die Mehrheit entscheidet, die früheste Anmeldung ist entscheidend, jeder hat eine Lieblingssendung, die höchste Priorität hat etc.). Nach einem Monat: Rückblick in einer WG-Runde, ob alle mit der neuen Lösung einverstanden sind. Wenn das nicht der Fall ist, muss nach einer neuen Lösung gesucht werden."

5. Gesellschaft – wie kriegt der Einzelgänger seine Ruhe?

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