WG-Spezial

Das hilft gegen kleine Beschwerden

published: 30.09.2005

Nasenspülungen mit Salzwasser, schleimlösende Tees (Anis, Fenchel, Thymian, Salbei) sind bewährte Hausmittel gegen Erkältungen (Foto: shutterstock.com/Dirima) Nasenspülungen mit Salzwasser, schleimlösende Tees (Anis, Fenchel, Thymian, Salbei) sind bewährte Hausmittel gegen Erkältungen (Foto: shutterstock.com/Dirima)

Es war immer so schön bei Mama, die einem feuchte Wadenwickel bei Fieber machte und immer einen Tipp aus der Kiste der Hausmittel bei kleinen Beschwerden parat hatte. Nun steht man alleine da und will auch nicht für jede Kleinigkeit zum Arzt rennen. Unikosmos weiß, was wogegen hilft - und wann es besser ist, zum Arzt zu gehen.

Erkältungen
Nasenspülungen mit Salzwasser, schleimlösende Tees (Anis, Fenchel, Thymian, Salbei) sind bewährte Hausmittel gegen Erkältungen. Auch Einreiben mit Franzbranntwein auf dem Rücken (erleichtert das Abhusten) ist ein altes Hausmittel. Als erste Hilfe haben sich außerdem bewährt: Gewürztrunk mit Salbei und Liebstöckel, ätherische Öle (nicht für Säuglinge geeignet!) auf der Brust und unter der Nase, Tee mit Honig oder Wadenwickel (zum Fieber senken). Wadenwickel gehen so: feucht-kalte Handtücher um die Unterschenkel wickeln und darüber ein trockenes Handtüch legen.

Rezeptfreie Medikamente
Pflanzliche Hustensäfte (zum Beispiel mit Efeublätterextrakt mit schleimlösender Wirkung) oder Schleimlöser mit dem Wirkstoff Acetylcystein (ACC). Insbesondere beim Husten ist es wichtig festzustellen, ob ein Mittel notwendig ist, dass eine schleimlösende Wirkung hat oder ob ein Mittel gebraucht wird, dass den Hustenreiz blockiert. Wird der Hustenreiz blockiert und der Schleim in der Lunge nicht abgehustet, besteht die Gefahr, dass sich die Erkrankung verschlimmert. Des Weiteren gehören dazu: fiebersenkende Mittel (ASS, Paracetamol, Ibuprofen), ätherische Öle als fertige Salben und Kapseln, schmerzlindernde Lutschtabletten bei Halsschmerzen, pflanzliche Substanzen zur Stärkung der Abwehrkraft (Echinacea), Mineralstoffe und Spurenelemente (Zink) oder Vitaminpräparate (besonders Vitamin C). Achtung: Nasensprays sollten nie länger als eine Woche benutzt werden, da sonst eine Abhängigkeitsgefahr besteht. Außerdem sollten Nasensprays nicht bis zur nächsten Erkältung aufbewahrt werden. Die Zerstäuber-Spitze ist ein Hort für Keime.

Tipp: Nasentropfen selbst gemacht
Man nehme einen halben Teelöffel Salz (circa zwei Gramm) und löse ihn in 0,2 Liter abgekochtem Wasser auf. Das auf Körpertemperatur abgekühlte Gemisch fülle man in eine Pipetten- oder Sprayflasche um. Fertig sind ungefährliche Nasentropfen zum Befeuchten der Schleimhäute. Bitte bedenke, dass diese Nasentropfen nicht länger als circa zwei Tage haltbar sind, weil sonst die Keimbelastung zu hoch werden kann. Die Nasentropfen sind auch in Apotheken erhältlich.


Ist das Fieber extrem hoch und bleiben fiebersenkende Mittel wirkungslos, dauert die Erkrankung bereits länger als drei Tage an, hat der Erkrankte gefärbten eitrigen Auswurf, Atemnot oder Schluckbeschwerden, ist der Gang zum Arzt unvermeidlich.

Hexenschuss
Wer den plötzlich ins Kreuz schießenden Schmerz einmal erlebt hat, erkennt den "Hexenschuss" sofort. Ausgelöst wird er meist durch eine ungeschickte Bewegung, eine Überbelastung beim Heben oder auch durch Zugluft und Kälte. Er tritt aber auch manchmal ohne erkennbaren Grund auf. Bandscheibenschäden, ausgelöst durch Bewegungsmangel, falsche Haltung und sitzende Tätigkeit sind meist die Ursache für den Hexenschuss. Ein gut trainierter Rücken ist die beste Vorbeugung gegen die Gefahr, "von der Hexe" getroffen zu werden.

Ist das Unglück erst einmal passiert, geht es vor allem darum, die Schmerzen zu lindern und die Verkrampfung, die oft eine völlige Bewegungsunfähigkeit zur Folge hat, zu lösen. Hier ist als erste Hilfe ein Schmerzmittel erlaubt. Notfalls hilft der Arzt mit einer schmerzlindernden und krampflösenden Spritze. Wärme ist grundsätzlich bei einem Hexenschuss die Methode der Wahl. Wärme fördert die Durchblutung in den Bereichen der schmerzenden Muskulatur. Als Hausmittel haben sich heiße Bäder, Heizkissen, Infrarotbestrahlung und schlichte Bettwärme bewährt. Sinnvoll ist auch, bei Rückenlage ein Nackenkissen unter die Kniekehlen zu schieben.

Wer häufiger durch einen Hexenschuss außer Gefecht gesetzt ist, sollte zum Arzt gehen.

Magen-Darm-Erkrankungen
Magen-Darm-Beschwerden können vielfältig sein. Sie machen sich durch Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe oder Blähungen bemerkbar.

Meist ist hier die richtige Ernährung der Schlüssel zur Beschwerdefreiheit. Wer seinen Magen schonen muss, sollte in erster Linie auf gebratenes Fleisch, fette Nahrung, Rohkost, scharfe Gewürze, säurelockende Medikamente, Kaffee, Alkohol und Zigaretten verzichten. Gut vertragen wird zum Beispiel gedünstetes Gemüse oder gekochter Fisch. Um den Körper zu entlasten ist es sinnvoll, die Mahlzeiten in mehreren kleinen Portionen - sorgfältig gekaut - über den Tag verteilt und in entspannter Atmosphäre einzunehmen. Auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training helfen. Vorsicht bei Schmerzmitteln: Viele Magenbeschwerden werden dadurch ausgelöst.

Das tut gut
Kamillentee (bei Magen-Darm-Beschwerden), Kümmel, Anistee (bei Blähungen), Fencheltee (bei Darmkoliken), Ingwertee (bei Magenreizung), Pfefferminztee (für alle Magen-Darm-Beschwerden) lindern die Beschwerden. Feuchtwarme Wickel, Wärmflasche und Wärmekissen wirken gegen Bauchkrämpfe.

Bei Durchfallerkrankungen empfiehlt sich eine rund 24-stündige Nahrungspause, in der nur Tee getrunken werden sollte. Erlaubt sind ungezuckerte Kamillen- oder Pfefferminztees in kleinen Schlucken getrunken. Vor allem müssen die durch den Durchfall und das Erbrechen verlorene Flüssigkeit und Salze in großen Mengen ersetzt werden. Als Hausmittel haben sich bei einer unkomplizierten Magen-Darm-Infektion Salzstangen und Cola - noch besser, reichlich mit Wasser verdünnter Fruchtsaft - bewährt.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt darüber hinaus folgende Rezeptur, um den Wasser- und Salzhaushalt auszugleichen: sechs gestrichene Teelöffel Zucker und einen gestrichenen Teelöffel Salz auf einen Liter Wasser. Diese Rezeptur kann durch die Zugabe von einem halben Glas Orangensaft im Geschmack verbessert werden. Zudem wird durch den Orangensaft dem Körper Kalium zugeführt.

Sollte sich der Durchfall nach einigen Tagen nicht bessern, sollte man zu einem Arzt gehen.

Verstauchung, Prellung, Bluterguss
Bei einer Verstauchung das schmerzende Körperteil hochlegen und das Gelenk weder belasten noch bewegen. Durch das Hochlagern wird der Blutfluss reduziert, so dass sich Schwellungen und Blutergüsse nicht so stark ausprägen. Eiskalte Umschläge lindern den Schmerz und beschleunigen das Abschwellen. Hier sind Gel-Kompressen, die im Eisfach aufbewahrt werden, sinnvoll. Zwischen Gel-Kompresse und Haut sollte immer ein Tuch liegen, sonst kann die Haut erfrieren.

Tipp: die Pech-Regel
Bei Blutergüssen nach einem Sturz oder geschwollenen Gelenken nach Umknicken, Dehnen oder Verdrehungen hilft die PECH-Regel, sprich: P wie Pause. E wie Eis, C wie Compression (=Druck) und H wie Hochlagern.


Die Kompression drosselt ebenfalls die Blutzufuhr in dem verletzten Bereich. Dabei wird das betroffene Körperteil mit einer elastischen Binde umwickelt. Kühlung und Kompression lassen sich verbinden, indem die Binde in kaltes Wasser getaucht und tropfnass um das betroffene Körperteil gewickelt wird. Bei Gelenkentzündungen kommen ebenfalls kalte Wickel zum Einsatz. Wärme empfiehlt sich vor allem bei Muskelschmerzen und Verspannungen. Franzbranntwein hilft bei Zerrungen, Prellungen und Verstauchungen. Menthol und Minzöl unterstützen den kühlenden Effekt.

Insektenstiche
Als Sofortmaßnahmen bei Insektenstichen durch Bienen, Wespen, Mücken oder Bremsen sind kalte Umschläge, die alle drei bis vier Minuten gewechselt werden sollen, am besten. Dem Wasser für die Umschläge kann man ein wenig Essig, essigsaure Tonerde oder Arnika-Tinktur beimischen. Diese Zusätze wirken schmerz- und juckreizstillend und erleichtern es notfalls, den Stachel aus der Wunde zu ziehen. Aber auch klares kaltes Wasser allein hilft. Als Hausmittel bewährt hat sich auch die Zwiebel, die aufgeschnitten auf die Einstichstelle gedrückt wird.

Immer einen Arzt um Rat fragen, wenn Du allergisch auf Insektenstiche reagierst und wenn es nach einem Stich in den Mund zu extremen Schwellungen kommt, so dass Erstickungsgefahr besteht.

Verbrennungen
Nur Verbrennungen ersten Grades (zum Beispiel Verbrennungen am Bügeleisen, an der heißen Herdplatte, an einer Kerze oder durch Fettspritzer und heißen Dampf) dürfen mit Hausmitteln behandelt werden. Der schnelle Griff zum Ohrläppchen hilft tatsächlich, zum Beispiel bei einem verbrannten Finger. Die Hitze wird abgeleitet und der Schmerz gelindert. Fließendes kaltes Wasser oder eine Wasserschüssel mit Eiswürfeln als zusätzliche Kühlung ist noch besser gegen den Verbrennungsschmerz und verhindert oft auch die Blasenbildung. Man muss allerdings die Brandstelle mindestens zwanzig Minuten lang kühlen und die Prozedur notfalls mehrmals wiederholen.

Größere Verbrennungen auf keinen Fall mit Hausmitteln behandeln, sondern nur mit einem sterilen Tuch (keimfrei verpackte Brandwundenverbandtücher oder frisch gebügelte Serviette) bedecken. Verboten sind jede Art von Puder, Salben, Eiweiß, Öl, Mehl und was sonst noch alles seit Großmutters Zeiten empfohlen wird. Der Arzt muss Verbrennungen unbedingt in ihrem "Urzustand" zu sehen bekommen.


Was gehört in die Hausapotheke?

Verbandmittel:
- Dreiecktuch
- elastische Binden
- Mullbinden
- Verband- / Druckverbandpäckchen
- Verbandklammern und -sicherheitsnadeln
- Wundschnellverbände
- sterile Wundauflagen
- Verbandtuch für Wunden und Brandverletzungen
- Heftpflaster
- Pflasterstrips

Krankenpflegemittel:
- Einmalhandschuhe
- Desinfektionsmittel
- Fieberthermometer
- wieder verwendbare Kühlkompressen (im Kühlschrank lagern) oder Zwei-Komponenten-Kühlelemente, die nicht in den Kühlschrank müssen.
- Wärmflasche
- Verbandschere
- Pinzette
- Wattestäbchen

Arzneimittel:
- einfache Mittel gegen Schmerzen und Fieber (Acetylsalicylsäure oder Paracetamol).
- Salbe oder Gel gegen Insektenstiche
- Salbe gegen Prellungen und Verstauchungen
- Brandsalbe
- Wundgel
- Wund-Desinfektionsmittel
- Mittel gegen Erbrechen und Durchfall
- persönliche Medikamente für die Dauerbehandlung chronischer Erkrankungen

Notrufnummern:
- Rettungsdienst
- Apothekennotdienstkalender
- Giftnotzentrale

[Alexandra Krotz]

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