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Erfahrungsbericht

Auslandspraktikum mit AIESEC

published: 31.07.2012

Der Tunesier Maher Elaissi absolviert für sechs Monate ein Praktikum in Hamburg (Foto: Public Address)Der Tunesier Maher Elaissi absolviert für sechs Monate ein Praktikum in Hamburg (Foto: Public Address)

Pommes frites – ein deutsches Nationalgericht? So sieht zumindest Maher Elaissi die ursprünglich belgische Spezialität. Der 24-jährige Tunesier absolviert derzeit ein von der Organisation AIESEC vermitteltes Auslandspraktikum bei einer Firma in Hamburg. Als er vor vier Wochen in der Bundesrepublik ankam, stand das Probieren der frittierten Kartoffeln ganz oben auf der To-do-Liste. "Dort, wo ich lebe, ist Deutschland dafür bekannt. Also kam ich her und dachte: Pommes!"

Dieses Erlebnis ist nur eines von zahlreichen Erfahrungen, die Maher während seiner insgesamt sechsmonatigen Zeit in Hamburg sammeln wird. Für den Absolventen ist es bereits der zweite Auslandsaufenthalt. Als er seinen Masterabschluss in Software Engineering machte, suchte er nach einer Praktikumsmöglichkeit im Ausland und stieß auf AIESEC. Die Organisation ist in 107 Ländern vertreten und vermittelt Auslandspraktika für Studenten. "Ich wollte einen neuen Kontinent entdecken. Ich dachte zunächst an Asien und so ging ich nach Indien." Dort absolvierte er im vergangenen Jahr ein neunmonatiges Praktikum.

AIESEC-Praktikant Maher Elaissi in Hamburg (10 Bilder)

AIESEC-Praktikant Maher Elaissi in Hamburg
AIESEC-Praktikant Maher Elaissi in Hamburg
AIESEC-Praktikant Maher Elaissi in Hamburg
AIESEC-Praktikant Maher Elaissi in Hamburg


Aufgrund der guten Erfahrungen mit AIESEC wollte er anschließend sofort ein neues Land entdecken. Die Jobbeschreibung der cisha GmbH, die eine Online-Schachplattform entwickelt, auf der weltweit Anfänger Grundkenntnisse erwerben und gegeneinander spielen, gefiel ihm sofort. "Seit meiner Kindheit spiele ich Schach", erzählt er. "Mein Vater hat es mir beigebracht." Nach einigen Gesprächen und Tests bekam er die Zusage für das Praktikum in Deutschland.

Sprachtalent

Sorgen um die fremde Sprache machte sich der sympathische Informatiker nicht. Seine Muttersprache ist Arabisch, außerdem spricht er Französisch und Englisch sowie ein bisschen Spanisch und Italienisch. Nun besucht er einen Deutsch-Sprachkurs und hat sogar seinen Computer auf Deutsch eingestellt. "In Indien habe ich auch ein paar Worte Indisch gelernt. Für mich ist das das Wichtigste an einem Austausch. Du lebst mit den Menschen, ihrem Sozialverhalten und alles ist anders – das ist es, worum es beim Reisen geht. Jemand hat mal gesagt, dass Reisen das Einzige ist, das dich reicher macht, wenn du es kaufst."

AIESEC

Die Studentenorganisation AIESEC (Association Internationale des Etudiants en Sciences Economiques et Commerciales) wurde 1948 von Studierenden aus sieben Ländern in Stockholm gegründet. Inzwischen ist sie in 107 Ländern vertreten, allein in Deutschland gibt es an 50 Universitäten Lokalkomitees. Weltweit stehen über 50.000 Studierende über das AIESEC-Netzwerk in Kontakt. AIESEC vermittelt internationale Praktika an Studierende. Sie dauert zwischen sechs und 78 Wochen. Alle Bewerber müssen einen Englischtest absolvieren.

Ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich um die Vermittlung und Betreuung der Praktikanten im Ausland. Meiyu Huang, seit kurzem Mitarbeiterin im Hamburger Lokalkomitee, begründet ihr Engagement bei der Organisation so: "Man sieht vor Augen, was man geleistet hat. Alle sind total motiviert und begeistert dabei, das reißt einen einfach mit."

Nette Kollegen

Um sich am Anfang zurechtzufinden, bekommen Praktikanten von AIESEC einen sogenannten "Buddy" zur Verfügung gestellt. Dieser zeigt einem die Gegend, wo man einkaufen gehen kann, wie man sich ein Zugticket kauft und ein Bankkonto eröffnet. Diese Betreuung vor Ort macht Maher "sehr zufrieden" mit der Organisation. Auch von seinen Kollegen zeigt er sich begeistert. Erst holten sie ihn vom Flughafen ab, dann brachte er "nur schnell die Taschen ins Firmenappartment und schon ging es los zu einer Party, an meinem ersten Abend!" Außerdem wird aus Rücksichtnahme im Büro bei Meetings nun Englisch gesprochen und E-Mails werden auf Englisch verschickt. "Alle sind wirklich cool und hilfsbereit", so Maher. Finanziell kommt er gut über die Runden: Neben einem Gehalt von 850 Euro monatlich stellt ihm die Firma auch eine Wohnung zur Verfügung.

Kulturelle Unterschiede

Der Afrikaner ist überzeugt davon, dass die Erfahrungen ihm einen guten Gesamteindruck vermitteln. "Ein Jahr an internationaler Erfahrung ist für mich wichtiger als zehn Jahre zu Hause, denn man lernt Dinge auf verschiedene Arten." In Indien seien die Konzepte komplett anders als in Tunesien, und in Deutschland seien sie wieder anders. Maher würde ein Auslandspraktikum auf jeden Fall weiterempfehlen - egal, wo auf der Welt. "Wenn du die Möglichkeit hast, ins Ausland zu gehen, geh einfach. Sag niemals nein", lautet sein Rat. "Für uns, die jungen Leute, ist jetzt die Zeit zu reisen, zu entdecken, Abenteuer zu erleben. Wenn du 30 oder 40 bist, fühlst du dich alt. Jetzt ist die Zeit!"

[Lisa Niedermeier]

Links

Homepage von AIESEC

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