Seminararbeiten

Schreibprobleme überwinden

published: 05.01.2009

Ohne sorgfältige Planung deiner Hausarbeit erwischt dich unter Umständen die Schreibblockade (Foto: shutterstock.com/Marcos Mesa Sam Wordley) Ohne sorgfältige Planung deiner Hausarbeit erwischt dich unter Umständen die Schreibblockade (Foto: shutterstock.com/Marcos Mesa Sam Wordley)

Kennt ihr das? Ihr schiebt eure Hausarbeit ewig vor euch her und leidet währenddessen unter Stimmungs-Schwankungen, Panik und Frustration. Ihr könnt euch nicht konzentrieren und erledigt jede Menge Ersatzhandlungen – räumt sogar die Wohnung auf. Schließlich ist der Abgabetermin verstrichen, ohne dass die Hausarbeit überhaupt begonnen ist. Angst vor dem kompletten Versagen, Scham und Selbstvorwürfe folgen. Der Studienverlauf gerät in Gefahr.

Oder läuft es bei euch eher so? Ihr setzt euch auf den letzten Drücker an die Arbeit, schiebt nächtliche Extraschichten, seht schließlich Licht am Ende des Tunnels, das Arbeiten macht euch sogar Spaß und ihr ärgerst euch, dass ihr nicht schon viel früher angefangen habt. Bis zur nächsten Seminararbeit, wenn das Spiel wieder von vorne los geht ...




Das alles muss nicht sein. Wir haben hilfreiche Tipps, mit denen ihr Schreibprobleme überwindet, damit ihr schneller und vor allem erfolgreich an euren Schein kommt.

Ihr seid nicht allein

Während eures Studiums spielt die Anfertigung von wissenschaftlichen Arbeiten eine große Rolle. Doch woher sollt ihr wissen, wie diese überhaupt konzipiert und geschrieben werden? Die meisten Studierenden haben am Anfang Schwierigkeiten mit dem wissenschaftlichen Schreiben. Viele Studienabbrecher scheitern genau an diesem Problem. Leider werden diese emotionalen Aspekte beim Verfassen einer Hausarbeit an der Uni selten besprochen. So bekommt ihr den Eindruck, mit dem Problem allein dazustehen.




Bei einer Hausarbeit geht es darum, den Sachverhalt möglichst klar und verständlich darzulegen. Der Text muss logisch nachvollziehbar, übersichtlich gegliedert und gut geschrieben sein. Es sind viel Geduld und Selbstvertrauen nötig, um fremde Texte zu verstehen, inhaltliche Zusammenhänge zu begreifen und eigene Formulierungen zu finden. Unmöglich, diese Dinge bereits zu Beginn des Studiums draufzuhaben. Die meisten Unis bieten daher spezielle Kurse zum wissenschaftlichen Arbeiten an. Nutzt diese Angebote, in denen ihr nicht nur den Aufbau einer Arbeit kennen lernt, sondern auch wichtige Dinge zur Zeitplanung erfahrt und die Angst vor der Recherche verliert. Das spart Zeit und Nerven!

Vor der eigentlichen Ausarbeitung

Gut geplant ist halb geschrieben – das gilt jedenfalls für eine Seminararbeit. Stellt euch Fragen: Was soll das Thema der Arbeit sein? Welchen Umfang soll sie haben? Wo bekomme ich die Literatur? Sind Fristen einzuhalten? Wie lange brauche ich für Recherche, Lesen etc.? Von wem bekomme ich Unterstützung? Wo will ich arbeiten und habe ich alle wichtigen Utensilien dafür zusammen? Viele Dinge sind zu klären, bevor man sich an das eigentliche Schreiben machen kannst.




Das Thema finden

Manchmal stellt die Professorin oder der Dozent eine Liste von Themenvorschlägen zusammen, aus der ihr auswählen könnt. Ist jedoch Eigeninitiative gefragt, dann zieht zunächst die in dem Kurs angegebene sekundäre Literatur zu Rate und macht euch Notizen.
Sind vielleicht Fragestellungen aus dem Seminar noch offen? Welche Aspekte wurden nicht behandelt, welche könnte man vertiefen? Gibt es aktuelle Erkenntnisse oder Untersuchungen zu einem Thema?

Beachtet bei der Auswahl des Themas, dass sich die Fragestellung so einschränken lässt, dass euer zeitliche Rahmen und der vorgegebene Umfang der Arbeit nicht gesprengt werden. Das Problem solltet ihr klar umreißen und präzise abgrenzen können und die verwendeten Bergriffe müssen für euch verständlich sein. Auch muss genügend Literatur vorhanden sein. Lasst euer Thema in jedem Fall vom Dozenten absegnen und klärt hier noch einmal, wie sich die Problemstellung präzisieren bzw. eingrenzen lässt. Legt Fragestellung, Zielsetzung und Methode der Arbeit vorher genau fest.

Der Zeitplan

Ihr habt also euer Thema, sucht euch ein paar Bücher, lest sie und los geht’s... Stop! So läuft das nicht. Solch eine Minimalplanung endet zwangsweise im Chaos. Ihr spart erheblich Zeit, wenn ihr euch zunächst Gedanken über die nötigen Arbeitsschritte macht und wie viel Zeit ihr jeweils dafür einplanen müsst. Berücksichtigt dabei eure persönlichen Lerngewohnheiten und liebste Arbeitsweisen. Der Zeitplan umfasst grob die Schritte Themenabgrenzung, Sammeln eigener Gedanken, Literatursuche und -beschaffung, Literaturauswertung, Erstellen der Gliederung, Abfassung der Arbeit und die Korrektur. Auch Pausen solltet ihr planen, damit ihr sie vor lauter Eifer nicht vergesst.
Wichtig: Verplant maximal 60 Prozent eurer Zeit. So bleibt euch genügend Luft für Unvorhergesehenes und Pausenzeiten.




Praktische Hilfen

Sucht euch euren Wohlfühl-Arbeitsplatz, an dem ihr in Ruhe und ohne Ablenkung sitzen könnt. Das kann bei euch zu Hause sein oder auch im Lesesaal einer Bibliothek. Viele Bibliotheken bieten spezielle Kabinen an, in denen ihr euch dauerhaft einrichten könnt, ohne Bücher und Materialien täglich hin- und herschleppen zu müssen.

Wenn euer Arbeitsumfeld hell, ruhig, warm und ordentlich ist und ihr über genügend Arbeitsfläche verfügt, sitzt ihr automatisch gerne dort. Achtet ebenso auf die ergonomische Gestaltung des Platzes. Ein rückengerechter Stuhl und gute Beleuchtung schützen euch vor Verspannungen und Müdigkeit.

Kauft euch alle nötigen Arbeitshilfen- und Utensilien. Neben Stiften, Papier und natürlich dem Computer können das Klebezettel, Druckerpatronen, Ordnungssysteme wie Hängeregister und Karteikästen, Mappen, Ordner oder eine Pinnwand sein. Bewahrt am Arbeitsplatz nur die Materialien auf, die ihr unbedingt für die Anfertigung der Hausarbeit brauchst.

Aller Anfang ist schwer

Lasst euch nicht von unguten Gefühlen zu Beginn des Schreiben abschrecken, sondern geht der Ursache auf den Grund. Habt ihr einen Text nicht verstanden? Habt ihr Probleme beim Formulieren?
Seid ihr nicht im Zeitplan? Seid ihr mit der Struktur der Arbeit unzufrieden? Sucht dann erst nach einer konkreten Lösung und beseitigt so die Ursache des Unbehagens. Holt euch noch einmal Rückmeldung bei der Kursleitung. Im Notfall sucht die psychologische Beratungsstelle eurer Uni auf, bevor ihr die Arbeit wirklich schmeißt.




Schreibblockaden

Mit etwas Routine fällt es leichter, an größere Projekte wie eine Seminararbeit heranzugehen und den anfänglichen Ideenstau zu überwinden. Nutzt daher die Seminare, um regelmäßig fachbezogene Gedanken auszuformulieren oder kleine Protokolle von Referaten anzufertigen. Legt euch hierzu eine spezielle Mappe an. Tauscht eure Entwürfe und Texte mit anderen Seminarteilnehmern aus und diskutiert darüber. Übung macht den wissenschaftlichen Meister!

Geregelte Pausen

Wenn der Kopf streikt, muss es nicht immer eine Blockade sein. Vielleicht braucht ihr nur eine kleine Auszeit. Gönn euch Pausen, in denen ihr schlaft, Entspannungsübungen macht, an die frische Luft geht, euch mit etwas ganz anderem beschäftigst oder euch gesunde Snacks zubereitest, die ihr während der Schreiberei essen könnt. So bekommt ihr schnell wieder den Kopf für das Wesentliche frei und es kann gestärkt weiter gehen.

Motivation

Die Lust am Arbeiten über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten, ist extrem schwer. Lange Wartezeiten auf Bücher, abgestürzte Computer und die Bürokratie an der Uni sind dabei nicht hilfreich. Daher ist es wichtig, dass ihr euch kleine Erfolgserlebnisse verschaffst. Plant euer Arbeitspensum realistisch und in kleinen Schritten, hakt diese auf der Liste ab und belohnt euch regelmäßig selbst.

Zum Schluss

Achtet auf die Einhaltung der formalen Regeln bei Seitengestaltung, Literaturverzeichnis, Abkürzungen, Anmerkungen oder Zitaten. Seid ihr euch unsicher, gilt es, einmal mehr Prof, Dozent oder studentische Mitarbeiter zu kontaktieren, bevor eure mühsam erstellte Arbeit aus gestalterischen Gründen zurückgewiesen wird. Lasst euer Werk unbedingt vor der Abgabe von einem kompetenten Kommilitonen noch einmal durchlesen und auf Rechtschreib-, Komma- und Grammatikfehler hin überprüfen. Auch diese Zeit solltet ihr mit einplanen.

Mit der Zeit und mit etwas Erfahrung und Routine werdet ihr eine auf eure Persönlichkeit maßgeschneiderte wissenschaftliche Arbeitsweise entwickeln. Versagensängste und Panikattacken gehören dann der Vergangenheit an!

[Melanie Eberlein]

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