TV-Tipp

"Planet Erde"

published: 11.09.2006

Kaiserpinguine ertragen Temperaturen von minus 50 Grad in der Antarktis (Foto: Kaiserpinguine von floheinstein  lizensiert durch CC BY-SA 2.0) Kaiserpinguine ertragen Temperaturen von minus 50 Grad in der Antarktis (Foto: Kaiserpinguine von floheinstein lizensiert durch CC BY-SA 2.0)

Die aufwändige Dokumentation „Planet Erde“ bietet gigantische Bilder von unserem Mutterplaneten, wie man ihn noch nie zuvor zu Gesicht bekommen hat. Es sind Tierarten und Orte zu sehen, die bisher noch kein Mensch gefilmt hat. Außerdem garantieren vollkommen neue Techniken einzigartige Aufnahmen, die den Rahmen bisheriger Naturfilme mühelos sprengen. Nachdem Produzent Alastair Fothergill für das bekannte Vorgängerprojekt "Unser blauer Planet" mehrere Auszeichnungen erhielt, hat er sich an dieses noch größerere und noch kostspieligere Unternehmen gewagt – mit Erfolg, wie die beeindruckenden Bilder beweisen.

Damit das Projekt gelingt, hatte man vorgesorgt: Das Budget belief sich auf 16 Millionen Pfund, mit denen die 40 Kamerateams ihre Freiheit genossen, an vielen verschiedenen Orten und mit genügend zeitlichem Spielraum zu drehen. Die gesamte Produktion hat schließlich fünf Jahre in Anspruch genommen, die Teams begaben sich an 200 Drehorte.

Tatsächlich ist dieser Aufwand absolut notwendig, um gute Bilder herzustellen. Einer der Produzenten, Huw Cordey, erklärte den Zusammenhang zwischen Geld und Qualität folgendermaßen: "Das Geld gab uns die Möglichkeit zu scheitern." Wenn man die Bilder von "Planet Erde" gesehen hat, kann man nicht fassen, wie von Scheitern überhaupt die Rede sein kann. Allerdings handelt es sich bei der Aussage nicht um übertriebene falsche Bescheidenheit, denn zur Gesamtheit der Aufnahmen zählen auch viele Bilder, die nicht weiterverwendbar sind. Die elf Folgen "Planet Erde" sind schließlich eine kleine Auswahl aus 10.000 Stunden Drehmaterial. Die Bilder, die letzten Endes würdig waren, dem Zuschauer vorgeführt zu werden, sprechen ihre eigene Sprache, mit der sie von den unglaublichen Phänomenen unseres Planeten erzählen.

Kirschblüte in Japan - Blick auf den Berg Fuji (Foto: WDR/Mi.Potts)Kirschblüte in Japan - Blick auf den Berg Fuji (Foto: WDR/Mi.Potts)

Was gibt es bei "Planet Erde" zu sehen? Als Auftakt geben Alistair Fothergill und Co. in der ersten Folge "Von Pol zu Pol" einen Überblick über die Naturschönheiten der einzelnen Kontinenten. Bilder von trockenen Wüsten, tropischem Regenwald, weiten Steppen und der eisigen Arktis illustreieren die starken Kontraste, die den Facettenreichtum der Erde ausmachen. Das vielfältige Spektrum der Tiere reicht von Riesen des Kontinents (Elefanten) und des Ozeans (weißer Hai) über flinke Jäger (afrikanische Wildhunde) bis zu Herdentieren (Millionen Karibus) sowie Einzelgängern (Polarbären).

Die weiteren vier Folgen der ersten Staffel beschäftigen sich noch genauer und intensiver mit einzelnen Phänomenen des Planeten. Die Kamerateams klettern auf die Höhen der Berge, tauchen in die Tiefen der Ozeane ein, erforschen die Weiten der Wüsten und begeben sich unter die Erde in unterirdische Höhlen. Um die Superlative noch zu erweitern und zu vervollständigen, haben die Produzenten für eine zweite Staffel gesorgt, die voraussichtlich Anfang nächsten Jahres ausgestrahlt wird.

Was macht das Besondere der Produktion aus? Tierfilme und Naturfilme durchtränken das Fernsehprogramm en masse. Gibt es wirklich noch Bilder von diesem Planeten, die wir noch nicht gesehen haben? Tatsächlich gibt es Tierarten und Orte, die noch nie gefilmt wurden. Zum Beispiel ist es schwieig, die extrem seltenen und scheuen baktrischen Kamele, die in der Wüste Gobi leben, vor die Kamera zu bekommen. Sie laufen sofort weg, wenn sie ein Kamerateam in der Entfernung von vier Kilometern ausmachen. Nachdem die geduldigen Tierbeobachter von „Planet Erde“ am Anfang nur die Hinterteile der wegrennenden Kamele filmen konnten, gelangen schließlich doch noch einige imponierende Aufnahmen.

Nächste Seite

Seite: 1 | 2

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung