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Schimmelpilze

Vielseitig, genügsam, schädlich

published: 20.12.2004

Schimmelpilze - ständiger Mitbewohner in der Studentenbude? (Foto: Public Address) Schimmelpilze - ständiger Mitbewohner in der Studentenbude? (Foto: Public Address)

Das Phänomen wird vor allem Mitgliedern studentischer Wohngemeinschaften bekannt vorkommen, es tritt aber auch in anderen Haushalten auf: Arglos öffnet man die Kühlschranktür, um zunächst einen säuerlichen, vielleicht auch einen süßlichen, jedenfalls aber unangenehmen Geruch wahrzunehmen. Dann erst entdeckt man, dass der Himbeerjoghurt inzwischen ein neues Leben begonnen hat. Lange musste er sein einsames Dasein im kühlen Dunkel fristen, das Mindesthaltbarkeitsdatum nur noch eine Reminiszenz an bessere Tage. Keine Hoffnung, gegessen zu werden. Und so hat sich der Himbeerjoghurt einen Freund gesucht – und gefunden, wie man unschwer an dem grünlich-weißen Belag erkennen kann, der die Joghurt-Oberfläche bedeckt.

Der Schimmel ist das Schicksal vergessener Lebensmittel. Ein Alltagsphänomen, wie gesagt. Aber was genau ist eigentlich ein Schimmelpilz? Wie kann man seinen Besuch verhindern? Und wie gesundheitsschädlich sind die Schimmelpilze für den Menschen? Unikosmos geht dem Phänomen auf die Sporen.

Und zwar in Theorie und Praxis: Im Unikosmos-Schimmellabor haben wir die Pilze beim Wachsen beobachtet - die wenig appetitlichen Ergebnisse kannst du am unteren Ende der Seite betrachten.

Warum sind Schimmelpilze gefährlich?
Der Pilzrasen, der die Oberfläche verdorbener Lebensmittel überzieht, ist sicherlich ein ästhetisches Problem. Die eigentliche Gesundheitsgefährdung geht von einem anderen Teil des Schimmels aus. Und der ist tückischerweise unsichtbar: Es handelt sich um das Fadengeflecht, Fachbegriff: Mycel, das auch tief im Inneren des verschimmelten Brotlaibs oder der verfaulten Frucht zu finden ist. Das Mycel entwickelt sich aus Schimmelpilzsporen, winzigen Kugeln, die durch die Luft fliegen und im Lebensmittel keimen.

Worin besteht nun aber die Gefahr für den Menschen? Zum einen kann das Einatmen der Sporen allergische Reaktionen hervorrufen. Zum anderen: Die Schimmelpilze bilden während ihres Wachstums Giftstoffe, so genannte Mycotoxine. Diese können, je nach Pilzart, unterschiedliche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben. So schädigt Aflatoxin (ein Gift, das in verschimmelten Nüssen und in Trockenfeigen vorkommt) die Leber und das Herz. Das Gift Ochratoxin, das in Getreide, Kaffee, Wurst und Käse vorkommt, kann die Nierenfunktion beeinträchtigen. Last but not least: Auch eine Krebs erregende Wirkung mancher Mycotoxine ist nicht auszuschließen.

Zwar sind längst nicht alle Schimmelpilzarten gefährlich für den Menschen – doch ob es sich um einen harmlos oder eine schädlichen Vertreter handelt, lässt sich vom Pilzrasen auf der Toastbrotscheibe nicht ablesen.

Was brauchen Schimmelpilze zur Vermehrung?
Drei Dinge versetzen den Schimmelpilz in Vermehrungslaune: Feuchtigkeit, Wärme und ausreichende Sauerstoffzufuhr. Dementsprechend ist der Sommer des Schimmels liebste Jahreszeit, doch in warmen Räumen gedeihen die Pilze auch im Winter prächtig. Der Schimmel ist eben nicht besonders anspruchsvoll. Eine Form der Bescheidenheit, die durchaus als evolutionäres Erfolgsmodell angesehen werden kann: Es gibt über 100.000 verschiedene Schimmelpilzarten, die in ihrem Erscheinungsbild sehr unterschiedlich sind. Weiß, grün, gelb, rot, blau, schwarz – fast alle farblichen Nuancen sind vertreten.

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