Auslandsstudium

Ohne Fleiß kein Abschluss

published: 18.04.2007

An der Universidad de Cantabria kann der MBA  als zweisprachiger postgradualer Studiengang erlangt werden (Foto: Santander.Universidad.Pabellon.de.Gobierno von Yearofthedragon lizensiert durch CC BY-SA 3.0) An der Universidad de Cantabria kann der MBA als zweisprachiger postgradualer Studiengang erlangt werden (Foto: Santander.Universidad.Pabellon.de.Gobierno von Yearofthedragon lizensiert durch CC BY-SA 3.0)

Spanien – das ist Sonne, Strand und Meer, das sind Tapas und Sangria, das ist Fiesta und Siesta. Jedenfalls in der Vorstellungswelt vieler Deutscher. Das Spanien im realen Leben von Nathalie hat mit Sonne, Strand und Meer nicht viel zu tun.

Denn Nathalie macht hier keinen Urlaub, sie macht ihren „Master of Business Administration“ (MBA). Der zweisprachige postgraduale Studiengang wird gemeinsam von der „Universidad de Cantabria“ in Santander und der Fachhochschule Kiel angeboten – und er bedeutet vor allem: viel Arbeit.

Unikosmos hat Nathalies Erfahrungsbericht protokolliert.

„Seit August 2006 lebe ich in Santander, Kantabrien, an der Nordküste Spaniens. Dass ich mein Auslandsstudium hier verbringe, ist natürlich kein Zufall. Ich liebe dieses Land, die Wärme, die Lebensweise, die offene Art der Menschen.

Kantabrien hat mir auf Anhieb gut gefallen, auch wenn die Region eigentlich gar nicht so „typisch spanisch“ ist. Viele Berge, viel Grün und ein – verglichen mit dem Süden – raues Klima. Eine Menge traumhafter Sandstrände fehlen natürlich trotzdem nicht. Eine wunderbare Kombination: Kalabrien bietet das Meer zum Surfen und die Berge zum Skifahren.

Nathalie macht an der "Universidad de Cantabria" den "Master of Business Administration" (Foto: TK)Nathalie macht an der "Universidad de Cantabria" den "Master of Business Administration" (Foto: TK)

Sandander ist eine schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, kann sich aber auch als Partyort sehen lassen. Es gibt viele Pubs, die ein attraktives Nachtleben garantieren. Ein weiteres Plus: Die Wohnungen sind im Vergleich zu vielen deutschen Städten relativ günstig. Für ein möbliertes Zimmer müssen zwischen 180 und 250 Euro kalkuliert werden. Zur Hauptsaison, im Juli und im August, muss man allerdings tiefer in die Tasche greifen. Die Lebenshaltungskosten sind insgesamt etwas geringer als in Deutschland.

Ich bin bereits Ende August nach Santander geflogen, um vor meinem Studium noch einen vierwöchigen Sprachkursus an der Universität zu absolvieren. Das hatte mehrere Vorteile: Zum einen war der Kursus eine gute Vorbereitung für das Studium, zum anderen habe ich eine Menge netter Leute kennen gelernt. Und drittens: So hatte ich noch mal die Gelegenheit, Stadt und Umgebung zu erkunden und am Strand zu entspannen. Denn während des Studiums bleibt dafür praktisch keine Zeit.

Der Studiengang geht über drei Semester (mit anschließendem viermonatigem Praktikum) und endet mit dem Abschluss MBA. Wir sind eine Gruppe von acht Studierenden, zwei Südamerikanern, drei Spaniern und drei Deutschen. Eine richtig familiäre Atmosphäre. Es wird viel Wert auf Gruppenarbeit gelegt, wobei immer ein Deutscher mit einer Spanisch sprechenden Person zusammenarbeitet. Das hat natürlich den Vorteil, dass man die Sprache viel schneller lernt.
Der Aufbau des Studiums gefällt mir sehr gut. Im ersten Monat hatten wir hauptsächlich Vorlesungen in den Fächern Rechnungswesen, Strategisches und Operatives Marketing, Unternehmensstrategie und Unternehmensführung. Im zweiten und dritten Monat lagen die Schwerpunkte auf den Fächern Quantitative Methoden, Finanzierungslehre und Unternehmenskommunikation. Alle Fächer werden von promovierten Fachkräften unterrichtet, die auch Erfahrung in der freien Wirtschaft haben. Die Dozenten sind jung, freundlich und hilfsbereit.

Das Studium ist sehr anspruchsvoll. Hausarbeiten schreiben und regelmäßig Präsentationen vorbereiten – das gehört auch während des Semesters zum normalen Programm. Wer nicht über sehr gute Spanischkenntnisse verfügt und über die Bereitschaft, viel zu lernen, der braucht gar nicht erst anzureisen. Denn zusätzlich zu Präsentationen, Hausarbeiten sowie der Vor- und Nachbereitung des Vorlesungsstoffes ist beinahe tägliches Vokabeln-Pauken Pflicht. Sonst verliert man schnell den Anschluss. Ich spreche zwar schon ein sehr gutes Alltagsspanisch, aber hier geht es um einen komplett neuen Wortschatz.

Auch im rauen Klima Kantabriens gibt es traumhafte Sandstrände (Foto: TK)Auch im rauen Klima Kantabriens gibt es traumhafte Sandstrände (Foto: TK)

Am Anfang war es besonders hart. Du hörst eine Vorlesung in Statistik oder Finanzen – und verstehst kein Wort. Frustrierend. Da gab es bei mir auch den Moment – und das ging meinen Kommilitonen nicht anders –, in dem ich mich fragte: Was machst du eigentlich hier? Da hilft nur: Zähne zusammen beißen und durch. Mit der nötigen Eigeninitiative kann man es packen. Aber jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass das Studium in einer Fremdsprache sehr viel Zeit und Nerven beansprucht. Ich brauche für fast alles zwei- oder dreimal länger, als wenn ich es auf Deutsch machen würde.

Ich weiß aber auch, wofür ich den ganzen Stress auf mich nehme. Ich bin davon überzeugt, dass mir das Studium sehr gute Chancen auf einen Job in einem internationalen Unternehmen verschaffen kann. Und ich sehe als großen Vorteil, dass ich am Ende meines Studiums in zwei Weltsprachen, Spanisch und Englisch, fit bin.“

[TK]

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