Geld im Studium

So beantragst du BAföG

published: 21.01.2015

Bei der Finanzierung deines Studiums kann das BAföG helfen (Bild: soliman design/Shutterstock.com) Bei der Finanzierung deines Studiums kann das BAföG helfen (Bild: soliman design/Shutterstock.com)

Du stehst kurz vor dem Beginn deines Studiums und kannst noch Geld gebrauchen? Dann ist das Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz BAföG) vielleicht genau richtig für dich. Denn mit diesem kannst du bis zu 670 Euro pro Monat für deine Bildung erhalten. Die Unterstützung beginnt mit dem Monat der Antragsstellung, frühestens jedoch ab Studienbeginn. Rückwirkend bewilligt dir das Amt leider kein Geld. Du solltest dich also rechtzeitig um den Antrag kümmern!

Wer bekommt BAföG?

Seit 1971 existiert die Studienförderung bereits. Etwa ein Viertel der Studierenden profitiert jährlich davon. Wenn deine Eltern verheiratet sind und monatlich über ein Einkommen von unter 1605 Euro verfügen, dann kannst du BAföG beantragen. Bei getrennt lebenden Eltern oder wenn du selbst verheiratet bist, gilt eine Freibetragsgrenze von 1070 Euro pro Monat. Förderungsfähig sind alle deutschen Studierenden und Auszubildenden, die zu Beginn ihrer ersten Ausbildung das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Für Masterstudiengänge gilt das Alter von 35 Jahren als oberste Grenze. Auch ausländische Studierende sind BAföG-berechtigt, wenn sie eine Bleibeperspektive in Deutschland haben und bereits gesellschaftlich integriert sind. Neben dem Studium unterstützt das BAföG auch das Lernen an Berufsschule, Fach- und Fachoberschule, Abendhauptschule und mehr.

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Wie stelle ich einen Antrag?

Du kannst den BAföG-Antrag erst dann stellen, wenn du eine Zusage für einen Studienplatz hast. Doch vorab solltest du schon sämtliche Unterlage sammeln, die du später benötigst:
1. Du brauchst den Mietvertrag zu deinem aktuellen Mietverhältnis. Das kann die neue Wohnung oder das WG-Zimmer am Studienort sein oder das elterliche Zuhause.
2. Wenn du nicht mehr familienversichert bist, musst du einen Krankenversicherungsnachweis vorlegen.
3. Sammle alle Vermögensnachweise von dir, d.h. Kontoauszüge, Kopien von Lebensversicherung und Sparbuch sowie gegebenenfalls den Nachweis über ein Auto.
4. Sobald du deine Immatrikulationsbescheinigung hast, solltest du diese vorlegen.
5. Das BAföG-Amt braucht auch den Steuerbescheid deiner Eltern und gegebenenfalls den deines eingetragenen Lebenspartners. Dabei ist es wichtig, dass du alle Seiten abgibst.
6. Du brauchst außerdem eine Arbeitgeberbescheinigung deiner Eltern und ggf. deines Lebenspartners. Diese Bescheinigung soll sich auf die Zeit zwei Jahre vor dem Bewilligungszeitraum beziehen.
7. Du benötigst ebenfalls Kopien von Arbeitslosen-, Krankengeld- und Rentenbescheiden deiner Eltern oder des Lebenspartners.
8. Wenn du Geschwister hast, solltest du deren Immatrikulationsbescheinigung, Schulbescheinigung ab der 10. Klasse oder den Gehaltsnachweise/Ausbildungsvertrag hinzufügen.


 
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Falls du noch nicht alle Unterlagen zusammen hast, reicht zunächst ein formloser Antrag. Je schneller du BAföG beantragst, desto eher bekommst du dein Geld.

Ansprechpartner und Formulare

In Bayern, Berlin, Brandenburg, Chemnitz-Zwickau, Freiberg, Hamburg, Heidelberg, Hessen, Karlsruhe, Leipzig, Mannheim, Nordrhein-Westfalen, Ulm und Tübingen-Hohenheim kannst du bereits den Online-BAfög-Service des Bundesverwaltungsamtes nutzen. Hier findest du auch nützliche Hinweise zum Ausfüllen deines Formulars. Ansonsten gibt es die Formulare beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, beim Amt für Ausbildungsförderung (AfA) oder dem BAföG-Amt im Studentenwerk am Studienort.


Sechs Tipps für deinen Antrag

1. Fülle den Antrag immer vollständig aus. Trifft ein Feld nicht auf dich zu, dann streiche es durch.
2. Solltest du Fragen haben, schreibe sie auf und lasse sie dir vom BAföG-Amt beantworten.
3. Lege dir unbedingt einen Ordner an, in dem du Kopien von wichtigen Unterlagen, Zahlungsbelege, Schriftverkehr etc. abheftest.
4. Mache dir bei Telefonaten immer Notizen, auf die du gegebenenfalls zurückgreifen kannst.
5. Gib im Anschreiben deine E-Mail-Adresse und eine Handynummer an, sodass du bei Rückfragen schnell erreichbar bist.
6. Zieht sich die Bearbeitungszeit in die Länge, kannst du einen Antrag auf Vorschuss stellen, damit es nicht zu finanziellen Engpässen kommt.

Darauf kommt es an

Bei der Berechnung des BAföG wird so ziemlich alles berücksichtigt, was mit Geld zu tun hat. Dazu gehören das Einkommen und der Familienstand deiner Eltern, unterhaltspflichtige Geschwister, dein eigenes Einkommen und - wenn vorhanden - das Einkommen deines Lebenspartners. Die Rechnung lautet:

Bedarf nach dem BAföG – (anrechenbares Einkommen und Vermögen der Auszubildenden + anrechenbares Einkommen der Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner und der Eltern) = Förderungsbetrag nach dem BAföG

Der Regelbedarfssatz beträgt 597 Euro pro Monat bzw. 422 Euro, wenn du noch bei deinen Eltern wohnst. Wer sich selbst versichert, bekommt noch einmal 62 Euro für die Krankenversicherung und elf Euro für die Pflegeversicherung.

Um BAföG zu erhalten, darf dein eigenes Einkommen die Grenze von 4800 Euro pro Jahr nicht überschreiten. Ebenso darf dein Vermögen nur 5200 Euro betragen. Wenn du nebenbei arbeiten willst, solltest du wissen, dass dir nur 400 Euro pro Monat anrechnungsfrei zustehen, ansonsten wird Geld gestrichen. Dein Kindergeld wird nicht als Einkommen gewertet.

Rückzahlung

Viereinhalb Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer bekommt jeder, der BAföG in Anspruch genommen hat, einen Darlehensbescheid. Dieser informiert ihn über die Rückzahlungsmodalitäten. Man muss nur die Hälfte des Darlehens zurückerstatten, die andere Hälfte ist ein Zuschuss des Staates, also praktisch ein Geschenk. Den ausstehenden Betrag zahlt der Geförderte in gleichbleibenden Raten über höchstens 20 Jahre und ohne Zinsen zurück.

Änderungen ab 2016

Ab dem Wintersemester 2016 ändert sich beim BAföG einiges: So steigen der Bedarfssatz und die Freibeträge um 7 Prozent. Die Studierenden dürfen zudem ab 2016 ein Vermögen von 7100 Euro besitzen und einen 450-Euro-Job ausüben, ohne dass Geld gestrichen wird.

[Winnie Hildebrandt]

Links

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Online-BAföG-Service
BAföG-Rechner
Liste der Ämter für Ausbildungsförderung
Studentenwerk-Standorte in Deutschland

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