Nicht nur gedruckte Bücher, sondern auch digitale Kopien dürfen Uni-Bibliotheken für die Studierenden bereitstellen (Foto: connel/Shutterstock.com) Nicht nur gedruckte Bücher, sondern auch digitale Kopien dürfen Uni-Bibliotheken für die Studierenden bereitstellen (Foto: connel/Shutterstock.com)
Gerichtsurteil

Uni-Bibliotheken dürfen Bücher digital zugänglich machen

Über dieses Urteil dürften sich die meisten Studierenden freuen: Uni-Bibliotheken dürfen Bücher digitalisieren und an elektronischen Leseplätzen anbieten. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) im April abschließend entschieden. Damit könnte sich die Jagd nach der Fachliteratur in Zukunft einfacher gestalten - vor allem wenn von begehrten Titeln zu wenige gedruckte Exemplare in einer Bibliothek existieren. Es gelte eine im Urheberrecht vorgesehene Regelung für das öffentliche Zugänglichmachen von Werken in Unterricht und Forschung, die dafür erforderliche Vervielfältigungen erlaubt, so der BGH. Damit haben Studenten sogar die Erlaubnis, sich digitalisierte Inhalte auszudrucken oder auf einen Stick zu kopieren und mit nach Hause zu nehmen.
 


Damit wies das höchste deutsche Gericht die Klage eines Verlags gegen die Technische Universität Darmstadt ab. In der Urteilsbegründung hieß es, es könne nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass es zu unrechtmäßigen Vervielfältigungen durch Nutzer gekommen ist. Das Ausdrucken oder Abspeichern von Werken, die an elektronischen Leseplätzen bereitgestellt werden, könne als Vervielfältigung zum privaten Gebrauch zulässig sein.
 


Die TU hatte u.a. ein Standardwerk des Eugen Ulmer Verlags digitalisiert und Studierenden an elektronischen Leseplätzen zur Verfügung gestellt. Die Studenten können die Texte auch ausdrucken oder abspeichern. Der Verlag meinte, dies widerspreche dem Urheberrecht, und reichte 2010 Klage ein. Die Uni hatte zuvor das Angebot abgelehnt, die Werke zusätzlich als E-Book zu beziehen.


[PA]

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