Start-up-Gründung im Studium

Ich werde mein eigener Chef – nur wie?

published: 02.12.2016

Von der Ideenfindung bis hin zur Krankenversicherung – die Start-up Gründung als Student erfordert viel Planung, ist aber auch eine echte Chance (Foto: Rawpixel/Shutterstock.com) Von der Ideenfindung bis hin zur Krankenversicherung – die Start-up Gründung als Student erfordert viel Planung, ist aber auch eine echte Chance (Foto: Rawpixel/Shutterstock.com)

Hast du schon mal darüber nachgedacht ein Start-up zu gründen? Falls ja – dann gehörst du zu den mutigen 57 Prozent der Studierenden. Zu den Studierenden, die mit einer innovativen Idee ihr eigener Boss werden wollen. Zu denjenigen, die lieber eine neuartige Kaffeemaschine auf den Markt bringen, statt als Praktikanten Kaffee zu kochen.

Laut der Puls-Check-Umfrage von CAMPUSJÄGER planen knapp 14 Prozent der Studierenden, schon während des Studiums ein Start-up zu gründen – 32 Prozent wollen es in den ersten Jahren nach dem Abschluss tun. Deutschlands Studenten sind mutig. Verdammt mutig. Denn auf dem Weg zur Existensgründung gibt es einige Herausforderungen zu meistern, einige Sicherheiten loszulassen. Wie man es als motivierter Ideenkopf in sieben Schritten schaffen kann, sein eigener Boss zu werden – das verraten wir dir im Folgenden. Und auch, was Netflix und Ryan Gosling damit zu tun haben.
 

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Schritt 1: Alles Kopfsache

Wer mit dem Gedanken spielt, ein Start-up zu gründen, der wägt natürlich Vor- und Nachteile ab. Denn, klar, es gibt beides. Studierende sind in der Regel mit dem Problem konfrontiert, bisher kaum Berufserfahrung gesammelt zu haben und dadurch nur in geringem Maße über Markt- und Branchenkenntnisse verfügen. Zudem ist das mit dem Geld meist so eine Sache: Oft ist zu Beginn nicht genug Eigenkapitel zur Deckung der Kosten vorhanden. Woher auch? Mit BAföG ist noch niemand reich geworden.

Das Gute: Für all diese Probleme und Herausforderungen gibt es Lösungen. – Ha, so schnell lassen wir uns doch nicht kleinkriegen. Denn der entscheidende Vorteil, als Student ein Start-up zu gründen, ist der Tatendrang. Die Motivation. Der Innovationsgeist. Lust, etwas zu schaffen und zu verändern. Selbstständigkeit ist eine Kopfsache, die Mut erfordert. Also: Trau dich. Zudem hat man in jungen Jahren noch nicht viele Verpflichtungen z.B. einer Familie gegenüber und kann mutig sein. Nichts hält einen zurück. Also: Kein Geld? Kein Know-how? Dafür aber eine Unternehmensidee? Perfekt. Pointer zeigt dir Wege, die Schwierigkeiten bei der Start-up-Gründung zu umgehen.
 

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Schritt 2: Was taugt meine Idee?

Wer ein Start-up gründen möchte, der hat bereits eine Idee im Kopf. Einen Gedanken, der ihn – oder sie – nicht mehr loslässt. Nun gilt es zu überprüfen, ob diese Idee genug Potenzial birgt, zu einer Geschäftsidee zu werden. Um dies zu checken, gibt es vielerlei Möglichkeiten. Eine von ihnen ist das Business Model Canvas. Durch neun Schlüsselfragen werden Gründerideen in allen für den Unternehmenserfolg relevanten Geschäftsbereichen hinterfragt.

1. Was bieten Sie an, welche Alleinstellungsmerkmale bestehen?
2. Aktivitäten: Was ist nötig für die Materialbeschaffung & Produktion?
3. Ressourcen: Wie viel Kapital wird benötigt, wie viele Mitarbeiter brauchen Sie?
4. Zielgruppe: Wen wollen Sie mit Ihrem Angebot ansprechen?
5. Kundenbeziehung: Wie erreichen Sie den Kunden und wie gelingt die Kundenbindung?
6. Marketing & Vertrieb: Welche Vertriebskanäle wollen Sie nutzen, welche Werbemaßnahmen werden ergriffen?
7. Partner/Kooperationen: Welche Partner sind für Ihren Geschäftserfolg notwendig?
8. Ausgaben: Wie hoch sind die Kosten für die Gründung und die geplanten Aktivitäten?
9. Einnahmen: Wofür bezahlt der Kunde Geld, wie hoch fallen die monatlichen Einnahmen aus?

Ganz easy kannst du dir hier eine Vorlage für den Geschäftsideen-Check downloaden. Der Plan berücksichtig explizit, dass du studierst – einfach am Anfang den entsprechenden Haken setzen.


 
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Schritt 3: Unterstützung holen

"Help, I need somebody, Help, not just anybody" – die Beatles haben damals wahrscheinlich ganz zufällig auch die Hymne der angehenden Start-up-Gründer geschrieben. Denn: Man braucht Hilfe. Eine Gründung ist eine Herausforderung, die man manchmal nicht alleine schaffen kann. Und zum Glück auch gar nicht muss. Es gibt zahlreiche Webseiten, die Tipps und Denkanstöße liefern.

So z.B. die Seite Für-Gründer.de, die Hilfe in jeder Phase der Unternehmensgründung liefern – von der Ideenfindung , über die Planung bist hin zur Finanzierung und der letztendlichen Unternehmensgründung. Und auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) steht dir beratend mit Workshops und Seminaren in deiner Nähe zur Seite. Zudem gibt es einen Veranstaltungskalender voll mit Events rund um das Thema Unternehmensgründung. Unterstützung und Tipps findet man sogar an Stellen, an denen man es gar nicht vermutet – von Krankenkassen beispielsweise. So bietet auch die Techniker (TK) Start-up-Support an.
 

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Schritt 4: Finanzierung

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein Start-up zu finanzieren. Eine Möglichkeit, die sich speziell an Studierende richtet, ist das "EXIST"-Programm vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI). Dieses zählt zu den wichtigsten und am häufigsten genutzten Fördermaßnahmen in ganz Deutschland – von 2010 bis 2015 hat es rund 45 Millionen Euro an Hochschulen vergeben und damit innovative Ideen unterstützt. So wurde in diesem Jahr das 1.500 EXIST-Gründerstipendium an die Universität Würzburg und das Projekt "integrAi.de" vergeben, das die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt verbessern soll.

Studierende erhalten durch das EXIST-Programm bis zu 1.000 Euro monatlich – die Förderdauer beträgt maximal ein Jahr. Insgesamt gibt es 21 Gründerhochschulen. Deine ist nicht dabei? Das ist gar kein Problem, dann such dir einfach die nächstgelegenste Uni. Alle weiteren Infos zum EXIST-Gründerstipendium findest du hier.
 

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Schritt 5: Familienversicherung, BAföG, Kindergeld und Einkommensgrenze

Als Studi ist man neben der Finanzierung des Start-ups auch mit der Finanzierung des Studentenlebens konfrontiert. Grundsätzlich gilt, dass man als Student bis zum 25. Lebensjahr familienversichert bleibt. Wer sich mit einem Start-up selbstständig macht, muss allerdings aufpassen, dass dies nur der Nebenberuf bleibt – sonst muss man sich selbst versichern. Nebenberuflich bedeutet, dass du nicht mehr als 20 Stunden pro Woche als Selbstständiger arbeitest. Alles darüber wird als Hauptberuf gewertet und führt dazu, dass du nicht mehr familienversichert bist. Informiere deine Krankenkasse rechtzeitig und kläre alles ab, damit du später nicht mit unschönen Nachzahlungen zu kämpfen hast.

Weiterhin gilt, dass du nicht mehr als 385 Euro pro Monat verdienen darfst. Je nachdem, in welcher Form du dein Unternehmen gründest, kannst du dir flexibel dein Gehalt auszahlen. Sollte dies nicht möglich sein, solltest du stets ein Auge auf dein Einkommen aus der Selbstständigkeit haben. Dazu lohnt es sich, immer die Buchführung im Auge zu behalten. Denn zeichnet sich ab, dass der Gewinn am Jahresende über 4.620 Euro (385 Euro x 12 Monate) liegen wird, kannst du noch rechtzeitig Investitionen tätigen. Das Gute: BAföG-Einnahmen zählen nicht als Gesamteinkommen.
 

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Apropos BAföG: Pro Monat erlaubt das BAföG-Amt Studierenden, 450 Euro dazu zu verdienen. Auch aus selbstständigen Tätigkeiten. Steigt das Einkommen allerdings, musst du mit Kürzungen rechnen. Vergessen solltest du auch nicht, dass man BAföG nur innerhalb der Regelstudienzeit bekommt. Sollte das BAföG-Amt nach dem vierten Semester der Meinung sein, dass du den geforderten 40 Stunden Uni in der Woche nicht gerecht wirst, kann dir nach zwei Jahren das BAföG gestrichen werden. Anders sieht es mit dem Kindergeld aus: Dies ist dir sicher. Jedenfalls bis zu deinem 25. Lebensjahr. Denn seit 2012 ist es einkommenunabhängig und steht dir damit zu.

Schritt 6: Umsetzung

Die Finanzierung ist geklärt. Nun geht’s los: Die Umsetzung startet – puh. Auch hier zählt wieder: Hol dir Hilfe und Unterstützung. Lies dir Websites über Unternehmensgründung und auch Unternehmensführung durch. Egal ob du als Ein-Mann-oder-Frau-Unternehmen startest oder gemeinsam mit Kommilitonen, holt euch Unterstützung von Familie und Profis. Auch hier bieten Unis mittlerweile große Unterstützung. Es gibt mittlerweile ganze Studiengänge, die Studis dabei helfen, ihre Unternehmensideen umzusetzen. So z.B. der Online-Masterstudiengang "M.A./MBA (USA)". Du entscheidest selbst, wie viel Hilfe du dir bei der Umsetzung suchen willst. Denn: Du bist nun dein eigener Boss. Woop!

Schritt 7: Netflixen

Jep. Richtig gelesen. Auch Netflix kann bei der Start-up-Gründung helfen. Denn wie eignet man sich besser Wissen darüber an, wie das Leben als Selbstständiger und Unternehmer ist, als mit einem über den Bildschirm flimmernden Ryan Gosling oder Christian Bale? Beide spielen mit im Film "The Big Short" über das Leben an der Wall Street. Passend dazu hat GRÜNDERSZENE eine Liste mit 10 Netflix-Filmen zusammengestellt, die jeder angehende Gründer gesehen haben sollte.
 

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Also: Sei mutig, trau dich! Verwirklich nicht nur deine Idee, sondern auch dich. Wir wünschen dir viel Erfolg dabei! Und Ryan Gosling bestimmt auch. Was soll dann noch schiefgehen.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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