studi.report 2017

Welcher Berufseinsteiger-Typ bist du?

published: 13.11.2017

Karriere, Freizeit oder Welt verbessern: Der studi.report 2017 nennt fünf verschiedene Berufseinsteigertypen und was ihnen beim späteren Job wichtig ist (Foto: Pressmaster/Shutterstock.com) Karriere, Freizeit oder Welt verbessern: Der studi.report 2017 nennt fünf verschiedene Berufseinsteigertypen und was ihnen beim späteren Job wichtig ist (Foto: Pressmaster/Shutterstock.com)

Es gibt wohl keine Frage, die Studis mehr beschäftigt als die, was man später werden will — also das, was später als Berufsbezeichnung auf der Visitenkarte und im Facebookprofil steht. Doch neben der Frage was man eigentlich werden will, gilt es auch die Frage zu klären: Wie will ich später arbeiten? Kann ich mit Überstunden leben, wenn dafür Karriere und Gehalt stimmen? Will ich vor allem etwas Sinnvolles tun und Menschen helfen? Oder ist mir viel Zeit für Freunde, Freizeit und Familie wichtiger als das dicke Konto?

Im studi.report 2017, den wir bereits in diesem Artikel vorgestellt haben, wurden fünf verschiedene Berufseinsteigertypen ermittelt. Diese unterscheiden sich in ihren Wertemustern sowie ihrer Motivation und damit darin, wie sie Sinn und Freude in ihrem Berufsleben finden wollen. Wir stellen dir die fünf Typen vor und zeigen, was sich im Vergleich zu 2014, als die Studie zum ersten Mal durchgeführt wurde, verändert hat. Zum Schluss kannst du dich dann selbst fragen: Welcher Berufseinsteigertyp bin ich?


Sucher-Simone

Tolles Arbeitsklima, sympathische Kollegen und eine gute Work-Life-Balance — das ist Sucher-Simone wichtig. Es geht nicht um das dicke Gehalt oder die Aussicht auf den Chefposten. Sie hat ihr Studienfach eher zweitrangig nach den Berufschancen gewählt und ist sich auch während der Studienzeit noch nicht wirklich sicher, was sie werden will. Worüber sie sich aber sicher ist: Gleichberechtigung und Diversität sind ihr beim späteren Arbeitgeber wichtig.

Beschreibung in drei Worten: Ziellos, unauffällig, zufrieden wirkend
Geschlechterverteilung: 56 Prozent der Sucher-Simones sind weiblich und 42 Prozent männlich
Vorrangige Studienfächer: Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Naturwissenschaft


 
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Alles-Anna

Man kann nicht alles haben? Doch, Alles-Anna schon. Dieser Typus will nicht nur ausreichend Zeit für ein tolles Privatleben, sondern auch einen Top-Job bei einem renommierten Arbeitgeber. Alles-Anna ist flexibel, ambitioniert und neugierig, unterschiedliche Unternehmen kennenzulernen. Sie will das Beste für sich rauszuholen, sich selbst verwirklichen und überall einbringen. Alles-Anna hat damit vor allem einen sehr hohen Anspruch an sich selbst, will aber auch anderen Menschen helfen und dazu beitragen, die Welt zu verändern.

Beschreibung in drei Worten: Ambitioniert, interessiert, engagiert
Geschlechterverteilung: 48 Prozent der Alles-Annas sind weiblich und 51 Prozent männlich
Vorrangige Studienfächer: Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Naturwissenschaft

Karriere-Kim

Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben? Für den Typ Karriere-Kim gilt erstere Antwort. Wenn der Arbeitgeber attraktiv ist, das Gehalt und die Aufstiegschancen hoch sind, dann ist Karriere-Kim gerne dazu bereits, Überstunden zu machen und auch nach Feierabend noch Dinge für die Arbeit zu erledigen. Freunde und Familie wissen, dass die Karriere einen hohen Stellenwert im Leben dieses Menschen hat. Denn für Karriere-Kim steht ein gutes Gehalt an erster Stelle, für das sie viele Einschränkungen in ihrem Privatleben macht.

Beschreibung in drei Worten: Ehrgeizig, verheiratet mit dem Job, extrinsisch motiviert
Geschlechterverteilung: 38 Prozent der Karriere-Kims sind weiblich und 60 Prozent männlich
Vorrangige Studienfächer: Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Naturwissenschaft


Familien-Franzi

Typ Familien-Franzi ist das genaue Gegenteil von Karriere-Kim, denn für sie gilt ganz klar: Arbeiten, um zu leben. Für Familien-Franzi steht eine gute Work-Life-Balance ganz oben, damit Familie und Freunde neben dem Beruf genug Zeit bekommen. Ihr sind deswegen klar definierte Arbeitszeiten wichtig. Überstunden sind die absolute Ausnahme, und im Urlaub werden keine Arbeits-Mails oder -anrufe beantwortet. Auch sind diesem Typus langfristige Karrierechancen, die eine sichere Zukunft geben, wichtig, denn Familien-Franzi hat ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Deswegen ist ihr auch ein gutes Gehalt nicht unwichtig.

Beschreibung in drei Worten: Familienorientiert, extrinsisch motiviert, traditionell
Geschlechterverteilung: 58 Prozent der Familien-Franzis sind weiblich und 40 Prozent männlich
Vorrangige Studienfächer: Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaft

Helfer-Hannes

Helfer-Hannes ist so etwas wie der Superheld unter den Berufseinteigertypen: Ihm geht es nicht um Geld, sondern darum, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Er will vor allem eine sinnvolle Arbeit haben und engagiert sich darüber hinaus in seiner Freizeit in verschiedenen Projekten, Initiativen und Vereinen. Für seinen Arbeitgeber sollte laut Helfer-Hannes das gleiche gelten: Er sollte sich ebenfalls für das Gute einsetzen und sich gesellschaftlich engagieren: für Kultur, Umwelt- sowie Klimaschutz. Helfer-Hannes hat ein hohes ökologisches Bewusstsein und legt Wert auf Diversität sowie Gleichberechtigung bei seinem Arbeitgeber. Beruflicher Erfolg ist deshalb Nebensache.

Beschreibung in drei Worten: Intrinsisch motiviert, wertorientiert, engagiert
Geschlechterverteilung: 54 Prozent der Helfer-Hannes-Typen sind weiblich und 44 Prozent männlich
Vorrangige Studienfächer: Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften


Veränderungen zu 2014

Im Vergleich zu 2014 zeigt sich aus den Daten des studi.report 2017, dass sich die Wertepriorität der Studis insgesamt verändert hat: Das Gehalt ist, außer für Karriere-Kim, weniger wichtig geworden. Dafür spielen ideelle Werte eine größere Rolle. Junge Studis wollen später in ihrem Job vor allem Menschen helfen und damit einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen. Trotzdem bleiben die Studis ambitioniert und ehrgeizig, was ihren späteren Job betrifft.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Zum Artikel "studi.report 2017: Ein guter Job ist mehr als Geld" auf Pointer

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