Assessment Center

Unter Beobachtung

published: 08.07.2008

Als Bewerber sollte man bei einem Assessment Center unbedingt in Business-Kleidung erscheinen (Foto: shutterstock.com/Minerva Studio) Als Bewerber sollte man bei einem Assessment Center unbedingt in Business-Kleidung erscheinen (Foto: shutterstock.com/Minerva Studio)

Wer alle Prüfungen hinter sich gebracht, stirnrunzelnden Profs sämtliche Fragen beantwortet und endlich auch die Abschlussarbeit abgegeben hat, gehört bald zur Garde der glücklichen Uni-Absolventen. Nun folgt die Suche nach einem passenden Job. Doch wer glaubt, jetzt vor nervenaufreibenden Prüfungen verschont zu bleiben, irrt gewaltig. Viele Arbeitgeber unterziehen ihre zukünftigen Angestellten nämlich einem ganz besonderen Einstellungstest: dem Assessment Center.

Wer als Antwort auf eine Bewerbung Post mit folgendem Text erhält, schluckt vermutlich erst einmal: "Vielen Dank für Ihre Bewerbung. Gerne würden wir Sie in unserem Assessment Center in zwei Wochen genauer kennen lernen." Nun heißt es, ruhig zu bleiben, denn Assessment Center können zwar sehr anstrengend sein, bieten euch jedoch auch die Chance, das Unternehmen genau unter die Lupe zu nehmen. Was dort auf euch zukommt und wie ihr euch wappnen könnt, weiß die Techniker Krankenkasse.

Präsentationen sind ein häufiger Bestandteil von Assessment Centern (Foto: Public Address)Präsentationen sind ein häufiger Bestandteil von Assessment Centern (Foto: Public Address)

Was genau passiert bei einem Assessment Center?
Assessment Center sind sehr aufwändige Verfahren, um die Bewerber umfassend und unter möglichst realistischen Arbeitsbedingungen kennen zu lernen. Die Prozedur dauert teilweise bis zu drei Tage lang, an denen ihr und eure Mitbewerber verschiedene Übungen absolviert. Während ihr die Aufgaben löst, beobachtet euch eine Jury, die sich meist aus Vertretern der jeweiligen Fachabteilungen, der Personalabteilung, Psychologen oder auch externen Beratern zusammensetzt. Diese Experten wurden darauf geschult, aus eurem Verhalten spezielle Fähigkeiten abzuleiten.

Zwar unterscheiden sich Assessment Center nach angebotener Stelle und Unternehmen. Es gibt allerdings einige typische Übungen, die fast überall vorkommen und euch deshalb geläufig sein sollten. Am Ende eines Assessment Centers sollte ein umfassendes Abschlussgespräch stehen, bei dem eure Stärken und Schwächen dikutiert werden.

Die häufigsten Übungen
Gruppendiskussion
Hier soll ein vorgegebenes Thema mit den anderen Bewerbern kontrovers diskutiert werden. Thematisiert werden dabei weniger fachspezifische Bereiche, sondern Nachrichten aus Wirtschaft oder Politik. Wer das tagesaktuelle Geschehen regelmäßig verfolgt, hat hier klare Vorteile.

Der Gedanke an ein Assessment Center...

  • ...weckt meine Abenteuerlust.

  • ...lässt mich völlig kalt.

  • ...macht mir eher Angst.

In einer Gruppendiskussion geht es zum einen darum, dass ihr einen Sachverhalt versteht, eine Position vertretet und zeigt, dass ihr überzeugende Argumente anführen könnt. Zum anderen gibt euer Verhalten auch Aufschluss über eure Sozialkompetenz und Teamfähigkeit sowie darüber, wie gut ihr euch in einer Gruppe durchsetzt. Dabei ist es wichtig, den anderen zuzuhören und Kompromisse zu schließen, aber auch, sicher und klar Stellung zu beziehen. Passt auf, dass ihr dabei freundlich bleibt, denn Stinkstiefel sind nirgends gern gesehen.

Rollenspiele
Viele von euch kennen Rollenspiele aus ihrer Freizeit. In einem Assessment Center soll diese Art von Aufgabe meist weniger über eure fachliche Kompetenz aussagen als über eure menschlichen Qualitäten. Die jeweiligen Situationen sollen nah am späteren Arbeitsalltag sein. Dabei müsst ihr euch beispielsweise in die Rolle des Chefs versetzen, der mit einem unmotivierten Mitarbeiter ein klärendes Gespräch führt. Möglich ist auch, dass ihr ein Produkt an einen besonders schwierigen Kunden verkaufen sollt. Vielleicht verhandelt ihr aber auch mit der unkooperativen Nachbarabteilung.

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