Misslingt dem Mann der Berufseinstieg, führt das oft zum Ende der Partnerschaft, hat eine Studie ergeben (Foto: fizkes / Shutterstock.com) Misslingt dem Mann der Berufseinstieg, führt das oft zum Ende der Partnerschaft, hat eine Studie ergeben (Foto: fizkes / Shutterstock.com)
Nach der Uni

Trennungsrisiko missglückter Berufseinstieg

Der erste Job, höheres Gehalt, neue Freiheiten – viele junge Paare fiebern dem Berufseinstieg entgegen, um endlich ein unabhängiges Leben zu zweit beginnen zu können. Doch tatsächlich wird diese Zeit des Umbruchs für manche Partnerschaften zur Belastungsprobe. Vor allem bei jungen Männern, denen der Berufseinstieg misslingt, ist die Trennungsrate deutlich erhöht. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Studie von zwei Soziologinnen. Der Mann, der Ernährer? Krass, welche Rolle Geschlechterstereotype heute noch spielen!
 


Valerie Heintz-Martin, Wissenschaftlerin des Deutschen Jugendinstituts (DJI), und Cordula Zabel, Wissenschaftlerin am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), untersuchten, inwiefern sich der Übergang von der Ausbildung in den Beruf stabilisierend oder destabilisierend auf Partnerschaften auswirkt. Demnach ist die Trennungsrate bei Männern, die beim Berufseinstieg scheitern, um 43 Prozent höher als bei Männern, die den Übergang erfolgreich meistern. Bei Frauen zeigen sich diese Effekte dagegen nicht.




"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Arbeitslosigkeit des Mannes junge Paare stark belastet, die Arbeitslosigkeit der Frauen dagegen nicht", erklärt Heintz-Martin. Verantwortlich für diese geschlechtsspezifische Differenz könne zum einen sein, dass Männer und Frauen persönliche Lebenskrisen unterschiedlich verarbeiten. Zum anderen scheinen aber auch traditionelle Rollenbilder einen Einfluss zu haben, folgert die Soziologin: "Offenbar sehen die jungen Paare Männer immer noch in der Rolle des Ernährers."

[PA]

BerufseinstiegJobPartnerschaft