Studi-Budget

Wie viel Geld darf ich im Studium verdienen?

published: 01.06.2019

Wer neben dem Studium jobbt, muss die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. (Foto: Pavel Vinnik/Shutterstock.com) Wer neben dem Studium jobbt, muss die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. (Foto: Pavel Vinnik/Shutterstock.com)

Das Leben in einer Studentenstadt kann schnell ganz schön teuer werden. Viele Studierende verdienen sich deshalb noch etwas dazu. Möchtest auch du neben deinem Studium arbeiten? Dann stehen dir viele Türen offen. Egal ob Minijob, Werkstudent oder Selbstständigkeit: Pointer erklärt dir, worauf du achten solltest!

Studium nicht vernachlässigen

Generell gilt: Das Studium kommt vor dem Nebenjob. Um deinen Status als Student nicht zu verlieren, darfst du innerhalb des Semesters nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. In den Semesterferien sieht das anders aus. Hier darfst du diese Regel brechen. Allerdings nur, wenn du nicht auf mehr als 26 Arbeitswochen im Jahr kommst.
 

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Geringfügig entlohnte Beschäftigung

Die meisten Studenten gehen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nach – auch als Minijob oder 450-Euro-Job bekannt. Dies sind in der Regel Tätigkeiten, die über einen längeren Zeitraum und regelmäßig ausgeführt werden. Klassische Beispiele sind in der Service- und Dienstleistungsbranche zu finden, etwa Kassenkräfte im Supermarkt.

Als Minijobber zahlst du lediglich in die Rentenversicherung ein, von allen weiteren Versicherungsbeiträgen und Steuern bist du befreit. Dafür zahlt dein Arbeitgeber Pauschalbeiträge für dich ein. Wenn du auf zukünftige Rentenansprüche keinen Wert legst, kannst du dich auch von der Rentenversicherung befreien lassen und hast ein paar Euro mehr in der Tasche. Dies alles gilt allerdings nur, sofern du nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienst. Denn bei höherem Einkommen ist dann alles sozialversicherungspflichtig.

Kurzfristige Beschäftigung

Du möchtest oder kannst innerhalb des Semesters gar nicht arbeiten, sondern nur in den Semesterferien? Dann ist die kurzfristige Beschäftigung dein Ding! Sie unterscheidet sich vom Minijob grundsätzlich darin, dass sie unregelmäßig und befristet ausgeführt wird. Der Job ist auf höchsten drei Monate bzw. 70 Arbeitstage begrenzt.
 

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Die kurzfristige Beschäftigung bietet außerdem den Vorteil, dass du in der vorlesungsfreien Zeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten kannst. Hast du einen Job, bei dem du fünf Tage die Woche arbeitest, ist die Drei-Monats-Regel relevant. Bei weniger als fünf Tagen greift die 70-Tage-Regelung. Der relevante Zeitraum für beide Regelungen ist das Kalenderjahr – also von Januar bis Dezember.

Werkstudent

Möchtest du dein Fachwissen in deine Nebentätigkeit einfließen lassen? Eine Anstellung als Werkstudent kann dir hierbei helfen, denn diese Form geht über eine reine Aushilfskraft hinaus. Als Werkstudent gelten gewisse Privilegien für dich, aber auch für deinen Arbeitgeber. Das heißt konkret: Für den Job fallen keine Abgaben für Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherung an. Das macht die Werkstudentenjobs auch für Arbeitgeber sehr attraktiv, da sie ihn schlichtweg weniger kosten.

Als Werkstudent kannst du außerdem deutlich mehr Geld verdienen als bei einem Minijob. Als Normalstudent, der kinderlos und unverheiratet ist, musst du ab einem Bruttoverdienst von 1052 Euro im Monat allerdings mit steuerlichen Abzügen rechnen.

Wie bereits erwähnt, ist die Beschäftigung als Werkstudent versicherungsfrei. Dies bezieht sich aber nur auf die Funktion als Arbeitnehmer. Da du als Student nicht arbeitslos werden kannst, musst du auch nichts in die Arbeitslosenversicherung einzahlen. Für die Rentenversicherung teilst du dir die Beiträge mit deinem Arbeitgeber. Wahrscheinlich verdienst du mehr als 450 Euro im Monat und musst dich eigenständig krankenversichern. Da gibt es dann vergünstigte Studierendentarife.
 

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Mert will man mit seinem neuen Spielzeug bei Nacht vielleicht nicht begegnen. Dafür macht er bei OBI einen super Job! Der Frühling startet endlich und die Gartenabteilungen der Baumärkte erwachen aus dem Winterschlaf. Für alle die es bis jetzt nicht mitbekommen haben, wir easystaffer sind nun auch bei OBI zu finden. #deinlebendeinjob

— easystaff March 29, 2019

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Selbstständigkeit

Du bestimmst lieber selber, wann und wie viel du arbeiten willst? Mach dich selbstständig! Auch ohne riesige Geschäftsidee kannst du selbstständig arbeiten. Hierbei bietet sich oft eine Tätigkeit im Rahmen deines Studiums an. Beispielsweise könntest du als Informatikstudent Websites optimieren.

Möchtest du dauerhaft selbstständig arbeiten, musst du ein Gewerbe anmelden. Je nach Gemeinde kostet das ca. 20 bis 50 Euro. In der Regel geht das ziemlich schnell und dauert nicht länger als eine halbe Stunde. Das Gewerbeamt informiert dann weitere Institutionen wie Finanzamt, Handelsregister, Ordnungsamt, Berufsgenossenschaft, Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer.

Du musst dich außerdem zwischen einem Kleingewerbe oder einem Vollgewerbe entscheiden. Das ist mit Blick auf Steuern und Krankenversicherung wichtig. Bei einem Kleingewerbe hast du außerdem einen geringeren Aufwand in der Buchführung. Eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht hier völlig aus. Dafür findest du auch gute Vorlagen im Internet. Bei einem Kleingewerbe darf dein Jahresumsatz 17.500 Euro nicht überschreiten.

BAföG

Grundsätzlich wird dein Einkommen auf deinen BAföG-Bedarf angerechnet. Das heißt: Je mehr du verdienst, desto weniger BAföG bekommst du. Allerdings ist es so, dass dir in jedem Bewilligungszeitraum von einem Jahr 5.400 Euro anrechnungsfrei bleiben. Das entspricht einer Summe von 450 Euro im Monat. Ein Minijob ist also gut kombinierbar mit dem BAföG.

Die Summe von 5.400 Euro bezieht sich auf den konkreten Bewilligungszeitraum, den du deinem BAföG-Bescheid entnehmen kannst. Dieser Zeitraum ist in der Regel ein Jahr lang - ab dem Monat der Antragsstellung. Innerhalb dieser Zeit werden alle Gehälter addiert und durch die Anzahl der Monate des Bewilligungszeitraums geteilt. Sollte der Wert dann über 450 Euro liegen, wird die Differenz von deinem monatlichen BAföG abgezogen.

Wenn du ein Urlaubssemester einlegst und jobben willst, hast du keinen Anspruch mehr auf BAföG. Dementsprechend findet dann auch keine Einkommensanrechnung statt. Auch wenn du in der vorlesungsfreien Zeit mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeitest, verfällt dein Anrecht auf BAföG. Wichtig: Du bist verpflichtet, dem BAföG-Amt immer alle deine Anstellungsverhältnisse mitzuteilen. Falls du dir bei einer Entscheidung nicht sicher bist, gehst du am besten in die BAföG-Beratung und verschaffst dir Gewissheit.

Krankenversicherung

Studierende brauchen immer eine Krankenversicherung. Bis 25 Jahre ist man in der Regel über die Familie krankenversichert. Allerdings bedeutet das auch, dass man im Minijob nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen darf. Bei anderen Beschäftigungsverhältnissen liegt die auf das Jahr umgerechnete Verdienstgrenze bei 445 Euro monatlich. Ist man älter als 25 Jahre, muss man sich selbst versichern. Hier bieten die Versicherung vergünstigte Tarife für Studierende an.

Kindergeld

Einen Anspruch auf Kindergeld haben alle Studierende bis 25 Jahre, zumindest sofern sie sich in ihrem Erststudium befinden. Im Master-Studium kann das Kindergeld bei Überschreiten von 20 Arbeitswochenstunden gekürzt werden.

[Elisabeth Boßerhoff]

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