Unternehmensgründung

DIN-Norm für Start-ups?

published: 21.05.2019

Start-ups scheitern oft an der langfristigen Finanzierung (Foto: Moobin/Shutterstock.com) Start-ups scheitern oft an der langfristigen Finanzierung (Foto: Moobin/Shutterstock.com)

Von der sogenannten DIN-Norm hat wohl schon jeder gehört, der mal ein Blatt Papier in der Hand hatte. Das wahrscheinlich bekannteste Format ist dabei DIN A4. Dahinter steckt das Deutsche Institut für Normung, das neben Papier auch Raumfahrttechnik oder Straßenfahrzeuge normiert. Nun soll es Pläne geben, auch für Start-ups eine DIN-Norm einzuführen. Die Kritik aus der Branche ließ nicht lange auf sich warten.
 

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DIN-Norm als Hilfsmittel

Ein zweiseitiges Arbeitspapier, von neun Projektpartnern erarbeitet und auf der Seite des Deutschen Instituts für Normung veröffentlicht, hat in den letzten Tagen die Gemüter erregt. Es beschreibt eine "DIN SPEC 91345", also eine Spezifikation für Start-ups. Eine DIN-Spec ist noch keine DIN-Norm, sondern nur eine Spezifikation. Wenn sich aber genügend Marktteilnehmer finden, die den vorgeschlagenen Standard als sinnvoll erachten, kann daraus eine DIN-Norm entstehen.

Die vorliegende DIN-Spec schlägt vor, dass Gründer einige Fragen beantworten sollen. Dazu gehört eine Präzisierung des Geschäftsmodells, der Finanzierung und der Wettbewerbslage auf dem Markt. Anlass des Papiers ist die hohe Zahl gescheiterter Start-ups. Mehr als 80 Prozent der gegründeten Start-ups überleben nicht länger als drei Jahre. Die mögliche neue Norm soll dieses Problem entschärfen.
 

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Kritik aus der Branche

"Damit wollen wir die Überlebenswahrscheinlichkeit von Start-ups erhöhen und die vielen Fehler, die man bei jungen Gründern immer wieder beobachtet, minimieren", beschreibt Initiator Dr. Meiko Hecker die Zielsetzung im Arbeitspapier. Laut dem "Handelsblatt" laufen bereits Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium ob einer Einführung. Kritik kommt aus dem Lager der Gründer. "Eine Standardisierung für Startups – das wäre doch völlig kontraproduktiv", äußert sich Sonja Jost gegenüber der Tageszeitung. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Startups. Laut Jost ist der erhöhte Bürokratieaufwand durch eine Norm finanziell und zeitlich für angehende Start-ups nicht leistbar.

Nur ein Leitfaden

Währenddessen rudern die Initiatoren bereits zurück und präzisieren ihren Vorschlag. Projektleiter De-Won Cho sagte gegenüber dem Magazin "Gründerszene", dass der Plan gar keine Norm im eigentlichen Sinne enthalte. Das Arbeitspapier sei ein Leitfaden mit Tipps für angehende Start-ups. Ob daraus später eine DIN-Norm mit Zertifizierung wird, ist aktuell noch unklar. Sonja Jost spricht sich gegenüber dem "Handelsblatt" zumindest klar dagegen aus: "Viele heute sehr erfolgreiche Start-ups hätte es nie gegeben, wenn sie vorab ein Zertifikat benötigt hätten."

Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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Links

Arbeitspapier des Deutschen Instituts für Normierung
Bericht des "Handelsblatt"
Bericht der "Gründerszene"

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