Lücken im Lebenslauf

Keine Wunsch-Vita? Kein Problem!

published: 22.10.2008

In jedem Lebenslauf gibt es Phasen, die - zumindest auf den ersten Blick - nicht in die Wunsch-Vita eines Personalchefs passen (Public Address)In jedem Lebenslauf gibt es Phasen, die - zumindest auf den ersten Blick - nicht in die Wunsch-Vita eines Personalers passen (Foto: shutterstock.com/racorn) In jedem Lebenslauf gibt es Phasen, die - zumindest auf den ersten Blick - nicht in die Wunsch-Vita eines Personalchefs passen (Public Address)In jedem Lebenslauf gibt es Phasen, die - zumindest auf den ersten Blick - nicht in die Wunsch-Vita eines Personalers passen (Foto: shutterstock.com/racorn)

Das Kernstück einer jeden Bewerbung ist der Lebenslauf. Übersichtlich sollte er sein, keine Lücken aufweisen und den Personalchef möglichst so sehr begeistern, dass ihr sofort zum Vorstellungsgespräch gebeten werdet.

Allerdings gibt es in jedem Leben Phasen, die - zumindest auf den ersten Blick - nicht in die Wunsch-Vita des Personalers passen. Ob ihr solche "Lücken" kaschieren, umdeuten oder einfach zu ihnen stehen solltet, weiß "Bewerbungsguru" und Buchautor Gerhard Winkler.

Worauf sollte man achten, wenn man seinen Lebenslauf erstellt?
Gerhard Winkler: "Zunächst notiert man lückenlos und monatsgenau, was man wann gemacht hat. Es ist wichtig, alles offen und ehrlich zu erfassen. Nur so kann sich ein Bewerber seiner Schwächen bewusst werden. Im Lebenslauf sollte keine Lücke zu finden sein, die größer als ein Monat ist."

"Man braucht nicht so zu tun, als ob man niemals Fehler gemacht hätte", findet Gerhard Winkler (Foto: Winkler)"Man braucht nicht so zu tun, als ob man niemals Fehler gemacht hätte", findet Gerhard Winkler (Foto: Winkler)

Was sind typische Lücken bei Uni-Absolventen?
"Viele Studierende müssen ihr Studium selber finanzieren und arbeiten nebenbei, sodass sie länger brauchen. Vielleicht hatten sie auch zwischendurch keine Lust oder sind eine Weile ausgestiegen, waren ein Jahr oder zwei auf Hawaii surfen oder im Kanu irgendwelche Deltas runterpaddeln. Auch eigene Erkrankungen oder bestimmte Umstände in der Familie spielen manchmal eine Rolle."

Was sollte man verschweigen und was beichten?
"Die Personaler sind nachsichtiger, wenn man offen und ehrlich mit ihnen redet. Sie reagieren allergisch auf allgemeine Ausreden oder vage Formulierungen, weil sie immer etwas Negatives dahinter vermuten. Wenn der Lebenslauf ins Ungefähre abdriftet, reagieren Personalchefs sofort. Allgemeine Bezeichnungen wie ´Familienphase´, ´Erziehungsurlaub´, ´Bildungsreise´ oder ´stellensuchend´, die Monate abdecken, machen misstrauisch. Je konkreter, desto besser. Man kann negative Fakten positiv darstellen und trotzdem bei der Wahrheit bleiben."

Wie zum Beispiel?
"Warum nicht zum sechsmonatigen Motorradtrip durch Australien stehen? Man hat Sprachkenntnisse erworben oder vertieft, sich durchgeschlagen und überlebt und ist in seiner Persönlichkeit gereift. Selbständig etwas Mutiges und Ungewöhnliches zu unternehmen, wertet das Profil auf. Ausfallzeiten, die zu einer sonst nicht nachvollziehbaren Studiendauer geführt haben, sollte man besser ehrlich deklarieren. Dabei kommt es auf die Formulierung an: Wer ´nicht gesund´ war, stigmatisiert sich selbst. Wer aber ´eine Krankheit besiegt´ hat, erzählt eine Erfolgsgeschichte. Leerphasen nach einer Au-pair-Stelle, einem sozialem Jahr, Ausbildungen oder Auslandspraktika sollte man mit Mini-Jobs, gemeinnützigem Engagement, Sprach- oder sonstigen Kursen überbrücken."

Darf man Fehler eingestehen?
"Man muss nicht so tun, als ob man niemals einen Fehler gemacht hätte. Das Idealbild des geradlinigen Lebenslaufs eines strebsamen Menschen gibt es nicht. Man zeigt damit, wie man in Krisensituationen reagiert. Es ist jedoch wichtig für Bewerber, dass sie das Positive an ihrer eigenen Vita sehen. Letztendlich sind überstandene Krisen ein Beleg für bestimmte Stärken."

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