Geldsorgen

Coronavirus sorgt für Probleme bei Studentenjobs

published: 22.03.2020

Aufgrund des Coronavirus haben viele Studenten Probleme in ihren Nebenjobs. Das betrifft zum Beispiel die Gastronomie (Foto: fizkes/Shutterstock.com) Aufgrund des Coronavirus haben viele Studenten Probleme in ihren Nebenjobs. Das betrifft zum Beispiel die Gastronomie (Foto: fizkes/Shutterstock.com)

Die Ausbreitung des Coronavirus hat im Leben von Studentinnen und Studenten nicht nur das Datum des Semesterbeginns verändert. Auch die Nebenjobs vieler junger Menschen sind betroffen. Konzertsäle, Theater, Clubs, Bars, Restaurants, Fitnesscenter und andere Freizeiteinrichtungen schließen die Tore. Gerade in diesen Bereichen arbeiteten viele Studierende als Aushilfen, in Nebenjobs oder als Werkstudenten. Jetzt müssen sie zuhause bleiben und erhalten oft kein Geld mehr. In welcher Situation befinden sich die Studierenden und welche Probleme kommen auf sie zu?
 

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Veranstaltungen abgesagt, Geschäfte geschlossen: Viele Studierende haben in diesen Wochen klamme Kassen, da sie weniger arbeiten oder ihre Jobs sogar verlieren. Auf der anderen Seite werden gerade jetzt im Bereich Logistik und Kommissionierung dringend Jobber*innen gesucht. Mehr zu den aktuellen Angeboten erfahrt ihr von unserer Jobvermittlung: https://www.studentenwerk-potsdam.de/jobben/studentische-jobvermittlung/ Wir haben außerdem versucht, die wichtigsten Fragen rund ums Thema „Corona & Minijob“ zu beantworten. Welche Auswirkungen hat meine aktuelle Jobsituation auf das BAföG? Ihr erfahrt es hier. #minijob #nebenjob #bafög

— studentenwerk_potsdam March 20, 2020

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"Die Leute hatten teilweise Angst vor uns"

Chiara studiert Lehramt und arbeitet nebenbei als Spendensammlerin für eine Hilfsaktion im Jemen. Dafür spricht sie Passanten auf der Straße an. Durch die vielen Ladenschließungen und den Aufruf zur sozialen Isolation sind kaum noch Menschen unterwegs. "Anfang der Woche hat unsere Firma beschlossen zu schließen. Es rentiert sich einfach nicht mehr, und natürlich besteht auch ein großes Infektionsrisiko, weil wir so nah mit fremden Menschen agieren", sagt sie. Doch auch als sie noch arbeitete, hatte die Hamburgerin Schwierigkeiten. Sie erzählt: "Die Leute hatten teilweise richtig Angst vor uns, wenn wir auf sie zugegangen sind, und wollten auf keinen Fall mit mir sprechen". Den Minijobbern hat die Firma gekündigt. Sobald die Epidemie zurückgeht, sollen sie aber sofort wieder eingestellt werden. Chiara hat sich für die Zwischenzeit in einem Supermarkt beworben: "Da wird ja im Moment jede Kraft gebraucht", sagt sie.
 

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"Die Unsicherheit war das Schlimmste"

Die abgesagten Konzerte und Veranstaltungen bedeuten für Journalismus-Studentin Svenja ein echtes Problem. Sie verdient sich die Miete für ihre Wohnung als Security-Kraft auf diesen Events. Über ihre Situation sagt sie: "Als Studentin ist man sowieso chronisch pleite und jetzt fällt auch noch mein Job für unbestimmte Zeit weg." Viele ihrer Kollegen suchten sich für den Moment eine andere Anstellung. Das Schlimmste sei die Ungewissheit gewesen. "Wir wussten lange nicht, ob wirklich alle Veranstaltungen abgesagt werden oder nur die großen. Aber auch wenn wir nur noch die kleinen Konzerte besetzt hätten, wäre es sicher zu Streit unter den Kollegen um die Stunden gekommen", sagt die 21-Jährige. Sie hofft, dass es bald wieder Veranstaltungen gibt und sie ihren geliebten Job nicht aufgeben muss.

"Für manche bedeutet Corona existenzielle Probleme"

Das Café, in dem Biologie-Studentin Emma arbeitet, hat zwar noch geöffnet, "Wir Aushilfen kriegen aber keine Stunden mehr", sagt die 20-Jährige. Um dem Einnahmeneinbruch durch die wenigen Gäste entgegenzuwirken, hat das Café einen Lieferservice gestartet. Die Service-Kräfte im Laden werden dafür aber nicht gebraucht. Emma wohnt bei ihren Eltern und beschreibt das in dieser Situation als wirkliches Glück. "Eine meiner Kolleginnen muss ihre Wohnung von dem Gehalt bezahlen und das ist mit den wenigen Stunden zurzeit quasi unmöglich. Corona bedeutet für sie existenzielle Probleme." Außerdem sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch das kleine Café seine Türen komplett schließen müsse.
 

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Im Ausland von Corona überrascht

Nicht nur in Deutschland haben junge Leute und Studierende Probleme in ihren Jobs. Abiturient Michel befindet sich momentan auf einer Work-and-Travel-Reise. Von Australien aus ist er vor drei Wochen nach Neuseeland geflogen. Seinen Besuch dort musste er jetzt frühzeitig abbrechen und zurück nach Australien fliegen. Denn die Landesgrenzen werden geschlossen und der 20-Jährige darf durch sein Visum nur in Australien arbeiten. Spontan fallen ihm mindestens 16 Leute ein, die ihren Auslandsaufenthalt durch das Coronavirus beenden und zurück nach Deutschland fliegen. Viele Backpacker seien auf den Tourismus in Australien angewiesen. Michel sagt über die Situation: "Die Jobs in Hostels, Hotels und Restaurants fallen alle weg. Es reisen teilweise nur noch 20 Prozent der geplanten Gäste an. Dadurch wird die Konkurrenz für Jobs auf Plantagen größer." Er erzählt weiter, dass viele Reisende große finanzielle Verluste machen. "In den Facebook-Gruppen werden Vans zu Spottpreise angeboten, weil ihre Besitzer spontan zurück nach Deutschland fliegen und sie schnell loswerden wollen." Nach seiner Wieder-Ankunft in Australien muss Michel für 14 Tage in Quarantäne und darf nicht arbeiten. Danach hat er glücklicherweise bereits einen Job auf einer Olivenplantage sicher und kann dadurch in Sydney bleiben.
 

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oh Fraser ??

— michel.burmeister February 18, 2020

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Viele studentische Aushilfsjobs sind von der Corona-Krise betroffen. Die jungen Leute verlassen sich oft auf die zusätzliche Einnahme. Wenn du dich in einer ähnlichen Situation wie die oben genannten Studierenden befindest, ist es wichtig, Kontakt zu deinem Arbeitgeber aufzunehmen. Schildere diesem deine Lage und erkundige dich, unter welchen Umständen du dir eine andere Anstellung suchen kannst. Viele Chefs sind verständnisvoll und stellen ihre Mitarbeiter frei. Sobald sich die Situation entspannt, kannst du deinen alten Job oft wieder antreten. Wenn du Probleme hast, die Gebühren für dein Studium zu zahlen, wende ich an das Studentenwerk oder die Beratungsstelle deiner Universität. In dieser Ausnahmesituation findet sich vielleicht leichter eine Lösung.

Die Autorin: Hanna Kunst

Die Autorin: Hanna Kunst

Lockenkopf, Katzenfan, Festivalgängerin. Hanna entschied sich nach dem Abitur für ein Gap Year, in dem sie die Luft der Arbeitswelt und die der englischen Küste schnupperte. Am Rande der Großstadt aufgewachsen, fühlt sie sich trotzdem wie eine waschechte Hamburgerin. Hanna verbringt ihre Zeit am liebsten in kleinen Cafés oder vor Open-Air-Bühnen. Außerdem liebt sie „Harry Potter“, Sommernächte, Sushi, Yoga und Palmen. Später macht sie bestimmt irgendwas mit Medien.

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