Corona-Krise

Frauen und Mädchen besonders betroffen

published: 25.04.2020

Laut einer neuen Studie sind Frauen von der Corona-Krise außergewöhnlich stark betroffen (Symbolbild: Cryptographer/Shutterstock.com) Laut einer neuen Studie sind Frauen von der Corona-Krise außergewöhnlich stark betroffen (Symbolbild: Cryptographer/Shutterstock.com)

Am Arbeitsmarkt sind Frauen von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie besonders betroffen. Das zeigt eine neue Studie der Ökonomin Michèle Tertilt von der Universität Mannheim und anderen Wirtschaftswissenschaftlern. Die Forscher sehen allerdings auch Anzeichen für langfristige Veränderungen zugunsten der Geschlechtergerechtigkeit.
 

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— zerr_ay April 29, 2019

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Die Wissenschaftler haben die aktuelle Rezession mit anderen Wirtschaftskrisen vergleichen und einen besonderen Nachteil für Frauen ausgemacht. Während bei anderen ökonomischen Depressionen hauptsächlich männlich dominierte Berufe von Entlassungen und Schließungen betroffen waren, sind es bei den Jobverlusten durch die Social-Distancing-Maßnahmen heute in viel größerem Maße weiblich dominierte Berufsfelder. Dazu kommt der Studie zufolge die stärkere Belastung arbeitender Mütter durch die Schließungen von Schulen und Kindergärten.
 

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Die Ökonomen machen allerdings auch einen Silberstreifen am Horizont aus. Die flexibleren Arbeitsmodelle wie Home-Office-Regelungen werden sich den Verfassern der Studie zufolge über die Krise hinaus etablieren, was Familien neue Möglichkeiten verschaffe. Zudem würden derzeit Väter anders in die Erziehung der Kinder eingebunden, was soziokulturelle Normen verändere und zu einer neuen Verteilung der Arbeitslast im Haushalt führen könne.

Diese Verbesserungen sind aus Sicht der Wissenschaftler allerdings nicht überall zu erwarten. So sieht auch die Nicht-Regierung-Organisation "SOS Kinderdörfer weltweit" in Mädchen und Frauen die großen Verlierer der Krise. Vielerorts würden Mädchen, die nun wegen der Schulschließungen zu Hause sind, eher in die häuslichen Pflichten eingebunden als ihre Brüder. "Bereits jetzt werden Mädchen deutlich mehr im Haushalt eingespannt oder passen auf kleinere Geschwister auf, während ihre Brüder die Chance nutzen, von zuhause aus zu lernen", sagt Katharina Ebel, Nothilfe-Koordinatoren. Auch treffe es häufig zuerst die Mädchen, wenn sich die Familie den Schulbesuch aufgrund wirtschaftlicher Probleme nicht mehr leisten könne.
 

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Zudem nehmen die Fälle häuslicher Gewalt zu. In der Provinz Hubei in China seien im Februar drei Mal so viele Fälle gemeldet worden wie im Vorjahr. Hauptbetroffene sind Frauen und Mädchen. Zudem böten eine Pandemie und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Probleme den Nährboden für Kinderehen. Auch die Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen sei ein Problem, wenn die ohnehin schlecht versorgten Kliniken alle Ressourcen in den Kampf gegen Covid-19 steckten. Während der Ebola-Epidemie in Westafrika sei die Müttersterblichkeit um 75 Prozent gestiegen.

Der Autor: Hauke Koop

Der Autor: Hauke Koop

In Lüneburg geboren und aufgewachsen, zog es Hauke für die Ausbildung nach Hamburg. Im Anschluss begann er in der Hansestadt ein Studium der Politikwissenschaft. Der Cineast und Serienjunkie fährt gerne lange Strecken mit dem Fahrrad und findet Radrennen auch im Fernsehen spannend. Für Pointer schreibt er unter anderem über Filme, Musik und aktuelle (Uni-) Themen.

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