Im Jahr 2019 haben Männer durchschnittlich 19 Prozent mehr verdient als Frauen. Dieser Gender Pay Gap ist in Deutschland erstmals niedriger als 20 Prozent, schmilzt aber nur langsam gegenüber den Vorjahren (Foto: sirtravelalot/ Shutterstock) Im Jahr 2019 haben Männer durchschnittlich 19 Prozent mehr verdient als Frauen. Dieser Gender Pay Gap ist in Deutschland erstmals niedriger als 20 Prozent, schmilzt aber nur langsam gegenüber den Vorjahren (Foto: sirtravelalot/ Shutterstock)
Daten des Statischen Bundesamtes

Gender Pay Gap 2019 erstmals unter 20 Prozent

Im Jahr 2019 haben Frauen durchschnittlich 19 Prozent weniger verdient als Männer. Dieser unbereinigte Gender Pay Gap, also der reine Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen, war damit um einen Prozentpunkt geringer als 2018 und fiel erstmals unter 20 Prozent. In Ostdeutschland liegt er bei 7 Prozent und ist damit deutlich niedriger als in Westdeutschland mit 19 Prozent. Diese Daten hat das Statistische Bundesamt jetzt veröffentlicht. Der bereinige Gender Pay Gap, der Vergleich zwischen Männern und Frauen mit gleicher Qualifikation, kann nur alle vier Jahre aussagekräftig berechnet werden und blieb 2018 unverändert bei 6 Prozent, wie schon im Jahr 2014.

Der Gender Pay Gap gibt die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes zwischen Männern und Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer an. Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht den allgemeinen Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer. Somit gibt dieser Wert auch an, in welchen Bereichen die Zugangschancen von Frauen zu bestimmten Berufen oder Karrierestufen schlechter sind. Der bereinigte Gender Pay Gap gibt den Verdienstunterschied von Frauen und Männern mit vergleichbaren Qualifikationen an und macht zu strukturbedingten Faktoren keine Aussage.

In Ostdeutschland ist der unbereinigte Gender Pay Gap deutlich geringer als in Westdeutschland. Im Westen ist er im Vergleich zum letzten Jahr um einen Prozentpunkt auf 19 Prozent gesunken, im Osten blieb der Wert unverändert bei 7 Prozent. Für Gesamtdeutschland zeigt sich über die letzten Jahre ein langsamer Rückgang des unbereinigten Gender Pay Gap. 2014 lag der Wert noch bei 22 Prozent. Der bereinigte Gender Pay Gap gleicht sich immer mehr an: Er liegt im Osten bei 7 Prozent und im Westen bei 6 Prozent.
 


Der europäische Vergleich ist bislang nur mit den Daten von 2018 verlässlich möglich. Demnach liegt Deutschland mit einem unbereinigten Gender Pay Gap von 20 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt von 15 Prozent. Nur Estland wies mit 22 Prozent einen höheren Wert auf. Österreich, Tschechien, das Vereinigte Königreich, die Slowakei und Lettland lagen ebenso bei etwa 20 Prozent. Den geringsten unbereinigten Gender Pay Gap wiesen Luxemburg mit einem Prozent, Rumänien mit zwei Prozent und Italien mit vier Prozent auf.
 


Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Männer lag 2018 mit 21,70 Euro um 4,37 Euro höher als der für Frauen, die 17,33 Euro verdienten. Die Ursachen machen laut Analyse bei 71 Prozent des Verdienstunterschiedes beziehungsweise 3,09 Euro strukturelle Faktoren aus. Frauen arbeiten häufiger in Branchen und Berufen, die schlechter bezahlt sind, was einen Gehaltsunterschied von 1,34 Euro gegenüber den Männer ausmacht. Sie erreichen außerdem seltener Führungspositionen, was 0,92 Euro bedeutet. Frauen sind zudem häufiger in Teilzeit- und Minijobs tätig. Dadurch erhalten sie durchschnittlich 0,43 Euro weniger in der Stunde. Die verbleibenden 29 Prozent des Verdienstunterschieds entsprechen dem bereinigten Gender Pay Gap. Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen 2018 im Durchschnitt auch bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation 6 Prozent weniger pro Stunde als Männer.
 

[PA]

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