Arbeitsmarkt-Studie

Mehr Frauen in hochbezahlten Berufen

published: 14.01.2021

Seit den 1980er Jahren ist der Anteil an Frauen in den bestbezahlten Berufen um 75 Prozent gestiegen. Das zeigt eine Studie des RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (Foto: Felix/ Rawpixel.com) Seit den 1980er Jahren ist der Anteil an Frauen in den bestbezahlten Berufen um 75 Prozent gestiegen. Das zeigt eine Studie des RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (Foto: Felix/ Rawpixel.com)

Seit den 1980er Jahren hat die Beschäftigung von Frauen in Deutschland deutlich zugenommen - besonders in hochgezahlten Berufen ist ein überproportionaler Anstieg zu erkennen. So ist der Anteil an Frauen in den letzten Jahrzehnten in den 20 Prozent der bestbezahlten Berufe von rund 21 Prozent auf rund 37 Prozent gestiegen. In der Einkommensverteilung sind Frauen allerdings nicht im gleichen Maße aufgestiegen: Sie werden in hochgezahlten Berufen tendenziell schlechter bezahlt als Männer. Dies zeigen die Ergebnisse der neuen Studie des RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, die auf den Daten des Sozio-oekonomischen Panels von 1984 bis 2017 basieren.
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Die Beschäftigung von Frauen hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht nur in den bestbezahlten Jobs deutlich erhöht. Der Anteil an Frauen in Berufen mit einem niedrigerem Stundenlohn ist um ungefähr 25 Prozent - von rund 42 Prozent auf knapp 52 Prozent - gestiegen. Während in den 20 Prozent der bestbezahlten Berufe der Frauenanteil um 75 Prozent zugenommen hat, ist die Einkommensverteilung dort nur von 20 Prozent auf zirka 30 Prozent gestiegen.

Die Studie hat zusätzlich gezeigt, dass soziale Kompetenzen für den Frauenanteil in hochbezahlten Jobs eine wichtige Rolle spielen. Es lässt sich ein großer Anstieg bei interaktiven Berufen wie Lehrerinnen, Psychologinnen und Ärztinnen verzeichnen. Der Anteil von Frauen im Personalwesen und der PR-Branche ist ebenfalls gestiegen. Insgesamt fällt bei der Verteilung nach Tätigkeitsniveau auf, dass bei Jobs mit vorwiegend kognitiver Arbeit der Anteil der Frauen stärker gestiegen ist als bei Jobs, die durch Routinefähigkeit geprägt sind. Der Anteil der Frauen in Berufen, in denen vorwiegend kognitiv gearbeitet wird, ist von knapp 29 Prozent auf gut 42 Prozent gestiegen. Bei Berufen, bei denen Routinetätigkeiten im Vordergrund stehen, ist der Anteil der weiblichen Beschäftigten nur von 33 Prozent auf rund 36 Prozent gestiegen.
 

Tweet

Aktivierung erforderlich
Nach deiner Zustimmung werden alle Tweets von Twitter auf www.pointer.de aktiviert. Wir weisen dich darauf hin, dass dann Daten an Twitter übermittelt werden. Du kannst dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

Datenschutz


Während die Studie darauf hindeutet, dass der überproportionale Anstieg der Beschäftigung von Frauen in hochbezahlten Berufen teilweise auf den technologischen Wandel zurückzuführen ist, könnte diese Entwicklung in der Zukunft positive Auswirkungen für weibliche Beschäftigte haben. Kognitive und Nicht-Rotine-Tätigkeiten lassen sich schwerer automatisieren als andere Berufe. Deshalb könnte es sein, dass die Arbeitsplätze von Frauen tendenziell weniger durch technologischen Wandel gefährdet sind.

"Die Studie zeigt, dass sich gerade in hochqualifizierten Jobs die Beschäftigung von Frauen in den vergangenen Jahrzehnten sehr positiv entwickelt hat", so RWI-Arbeitsmarktexperte Ronald Bachman in der Pressemitteilung des Instituts. Trotzdem sei zu beachten, dass nicht alle Frauen, die in den bestbezahlten Berufen arbeiten, es auch an die Spitze der Einkommensverteilung geschafft haben. Eine mögliche Erklärung dafür sei, dass sie bereit sind, auf Geld zu verzichten, um eine höhere zeitliche Flexibilität zu haben.

[PA]

Links

RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung im Web

Gefällt's? Teile es.

Das könnte dich auch interessieren:

Services
Service

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung