Achtsamkeitstraining wie Yoga  hilft bei der Stressbewältigung am Arbeitsplatz und hat positive Effekte auf die psychische Gesundheit (Foto: Alex Shaw/unsplash.com) Achtsamkeitstraining wie Yoga hilft bei der Stressbewältigung am Arbeitsplatz und hat positive Effekte auf die psychische Gesundheit (Foto: Alex Shaw/unsplash.com)
Forschungsbericht

Achtsamkeit am Arbeitsplatz wirkt

Stell dir vor, du wirst gefragt, was dir für deinen Arbeitsplatz wichtig ist. Wahrscheinlich würdest du Faktoren wie ein gutes kollegiales Umfeld nennen oder grundsätzliche Aspekte wie Wertschätzung, Anerkennung, Respekt und Feedback. Dabei gibt es einen weiteren Faktor, der eine große Rolle spielt und oft vergessen oder an die Seite gestellt wird: Achtsamkeit. Gesundheitsforscher der Uni Wittenberg/Herdecke (UW/H) stellen jetzt in einem aktuellen Forschungsbericht wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Achtsamkeitstraining vor. Sie stellen fest: Achtsamkeit wirkt.
 


Achtsamkeit versteht man dabei als eine Form der Stressbewältigung. Firmen bieten dafür inzwischen immer häufiger Kursangebote zu Yoga, Meditation oder Ähnlichem an. Das zeigt Wirkung: Vor allem das Stresserleben wird durch solche Achtsamkeitsübungen gesenkt. Auch bei anderen Faktoren wie Wohlbefinden, Erholungsfähigkeit, Selbstreferenz und Selbstregulation sowie Burnout-Risiko lassen sich positive Effekte nachweisen. Kurz gesagt: Die psychische Gesundheit profitiert von Achtsamkeitstrainings enorm.

Außerdem zeigt der Forschungsbericht, dass nicht nur persönlich durchgeführte Achtsamkeitstrainings, sondern auch digitale Angebote wie Achtsamkeits-Apps wirken. Hinsichtlich der Arbeitszufriedenheit und des Burnout-Risikos konnten digitale Versionen sogar stärkere Effekte erzielen als analoge Trainings. Bei diesen analogen Trainings zeigen wiederum Gruppenformate eine höhere Wirksamkeit als individuell durchgeführte Übungen. Gruppenformate, so das Forscherteam, haben das Potenzial, Achtsamkeitstrainings zur Übung von zwischenmenschlichem Fähigkeiten wie Empathie in einem Miteinander praktisch zu üben.




Um Achtsamkeit wirklich in einen Betrieb zu integrieren, braucht es allerdings nicht nur einzelne Angebote, die Achtsamkeit ermöglichen und fördern, sondern stabile Strukturen. Hier nennt das Forschungsteam drei wichtige Aspekte: Es braucht eine räumlich und organisatorisch institutionalisierte Achtsamkeit. Das heißt, dass ein repräsentativer Ort der Achtsamkeit notwendig ist, beispielweise ein "Raum der Stille" und repräsentative Organisationseinheiten wie etwa ein "Referat für Achtsamkeit". Weiterhin sind eine wertschätzende Betriebskultur und verantwortliche Personen, die als Vorbild dienen, förderlich. Und schlussendlich sollte eine geeignete Programmstruktur entwickelt werden, die auch auf Freiwilligkeit setzt und insgesamt auf einer wertschätzenden Atmosphäre beruht.

Interessierst du dich für das Thema und dafür, wie du Achtsamkeit im Studium üben kannst? Hier erfährst du mehr über Achtsamkeit und wie du sie auch beim Home-Studying umsetzen kannst.

[PA]

Dieser Artikel wird präsentiert von unserem Gesundheitspartner Die Techniker.

achtsamkeitarbeitsplatzstressbewältigunganalogdigitalbetriebskulturraum der stilleachtsammindfulness based stress reduction