Ein aussagekräftiges Arbeitszeugnis hilft dir bei deiner nächsten Bewerbung. Pointer erklärt, worauf es ankommt (Foto: Scott Graham/Unsplash.com) Ein aussagekräftiges Arbeitszeugnis hilft dir bei deiner nächsten Bewerbung. Pointer erklärt, worauf es ankommt (Foto: Scott Graham/Unsplash.com)
Tipps und Infos

Arbeitszeugnis: Darauf solltest du achten

Wenn eine Beschäftigung endet und du einen neuen Job antreten willst, ist ein Arbeitszeugnis eine tolle Möglichkeit, deine bisherigen Erfolge festzuhalten. Ein aussagekräftiges Zeugnis ist nicht nur ein Teil einer erfolgreichen nächsten Bewerbung: Arbeitnehmer in Deutschland haben sogar einen Anspruch darauf. Pointer erklärt, welche Arten von Arbeitszeugnissen es gibt, was im Dokument enthalten sein muss und worauf du bei deinem Zeugnis achten solltest.

Das einfache Arbeitszeugnis

Es gibt zwei verschiedene Arten von Arbeitszeugnissen: Das sogenannte einfache Arbeitszeugnis enthält nur die Art und Dauer der Beschäftigung. Meist umfasst es eine halbe DIN-A4-Seite. Darauf finden sich Vor- und Nachnamen sowie das Tätigkeitsfeld des Beschäftigten samt Abteilung.

Das qualifizierte Arbeitszeugnis

Das qualifizierte Arbeitszeugnis geht über diese kurzen Angaben hinaus: Es enthält einen Einblick in die Leistungen und das Arbeits- und Sozialverhalten des Mitarbeiters. Dazu gehört beim qualifizierten Arbeitszeugnis auch die Beurteilung in den verschiedenen Bereichen. Zwar stellen Arbeitnehmer aufgrund der hohen Nachfrage häufig von selbst ein qualifiziertes Zeugnis aus, aber es besteht nach wie vor die Möglichkeit, ein einfaches zu erhalten.
 


Wie lange gilt der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis ist auf drei Jahre nach Ende des Arbeitsverhältnisses beschränkt. Wenn du am letzten Arbeitstag also vergisst, es dir aushändigen zu lassen, ist das nicht so schlimm. Allzu lange solltest du jedoch nicht warten, bevor du danach fragst: Je mehr Zeit vergeht, desto schlechter erinnern sich deine Vorgesetzten an dich. Das könnte sich negativ auf eine faire Beurteilung auswirken. Das Anfertigen von Arbeitszeugnissen kann zudem eine Weile dauern. Am besten ist es also, nicht bis zur letzen Minute damit zu warten, danach zu fragen.

So sieht ein Arbeitszeugnis aus

Das Arbeitszeugnis muss einige formale Vorgaben erfüllen. Dazu gehört zum Beispiel das Einreichen in gedruckter Form. Handgeschriebene Zettel, E-Mails oder PDF-Dateien darfst du ablehnen. Arbeitszeugnisse müssen auf Deutsch verfasst werden und die allgemeinen Anforderungen der Rechtschreibung und Grammatik erfüllen. Falls du dich im Ausland bewerben willst, kannst du dich natürlich trotzdem nach einem Zeugnis auf Englisch erkundigen.

Das Arbeitszeugnis braucht als offizielles Dokument eine Unterschrift. Da es über dich als Angestellten urteilt, kann es nicht einfach von irgendjemandem unterschrieben werden. In jedem Falle ist ein dir höher gestellter Mitarbeiter dazu verpflichtet, zum Beispiel dein Abteilungsleiter.
 


Zeugnissprache

Für den Arbeitgeber, der das Zeugnis ausstellt, gelten drei Voraussetzungen: Wohlwollen, Wahrheitspflicht und Vollständigkeit. Das bedeutet, dass das von ihm ausgestellte Zeugnis dir nicht bei deinem weiteren Werdegang schaden darf, er keine falschen Aussagen treffen darf und keine Informationen unterschlagen sollte. Trotz dieser Regel werden mittlerweile bestimmte Codes benutzt, um negative Bewertungen in Arbeitszeugnissen zu platzieren. So verwenden Arbeitgeber Formulierungen, die jeweils einer Schulnote entsprechen.

Sehr gut: "Er erfüllte seine Aufgaben stets zur vollsten Zufriedenheit."
Gut: "Er erfüllte seine Aufgaben stets zur vollen Zufriedenheit."
Befriedigend: "Er erfüllte seine Aufgaben zur vollen Zufriedenheit."
Ausreichend: "Er erfüllte seine Aufgaben zur Zufriedenheit."
Mangelhaft: "Er erfüllte seine Aufgaben im Großen und Ganzen zur Zufriedenheit."
Ungenügend: "Er hat sich bemüht."

Wenn du in deinem Zeugnis Rechtschreibfehler findest oder dir etwas komisch vorkommt, solltest du auf jeden Fall das Gespräch mit der oder dem Verantwortlichen suchen. In vielen Fällen steckt keine böse Absicht dahinter. Suche dir im Vorfeld die Fehler oder Formulierungen heraus, sodass ihr gemeinsam eine Lösung finden könnt. Das ist auf jeden Fall besser, als das Zeugnis bei der nächsten Bewerbung einfach wegzulassen. Fehlt der Beleg für deine Arbeit, wirst du unter Umständen im Vorstellungsgespräch darauf angesprochen und kommst in Erklärungsnot.
 


Das Empfehlungsschreiben

Wenn dir das Arbeitszeugnis zu allgemein gehalten ist, kannst du dich stattdessen nach einem Empfehlungsschreiben erkundigen. Ergänzend zum Arbeitszeugnis kann es einen detaillierten Einblick in deine Kenntnisse und Erfahrungen bieten, da es sich an keine inhaltlichen Vorgaben halten muss. Den Anspruch auf ein Empfehlungsschreiben gibt es rein rechtlich nicht. Erklärt sich dein Vorgesetzter dazu bereit, es dir auszustellen, gibt genau das dem Empfehlungsschreiben aber Gewicht – und dir einen Vorteil bei der nächsten Bewerbung.

Vorsicht vor einem "Gefälligkeitszeugnis"

Wenn du von deinem Vorgesetzten aufgefordert wirst, dein Empfehlungsschreiben "einfach selbst" zu verfassen, ist Vorsicht geboten. Ein unrealistisches Zeugnis wird von Personalern schnell erkannt. Das kann dir im Endeffekt sogar schaden.

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Die Autorin: Rebecca Niebusch
Die Autorin: Rebecca Niebusch

Die Autorin: Rebecca Niebusch

In Ostfriesland geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, verbrachte Rebecca während der Schulzeit ein Austauschjahr in Iowa in den USA. Nach dem Abi reiste sie nach Kanada und jobbte dort als Bäckerin und im Supermarkt. Nach fünf Jahren Studium in Köln geht es jetzt nach Hamburg, wo sie sich beruflich im Journalismus austobt. Rebecca liebt Podcasts, TKKG, Urlaub in Dänemark, Late-Night-Shows und Interior Design.