Interview mit Oscar-Pressesprecher Kai Danneberg

"Fürs Geld macht's keiner hier"

published: 18.07.2005

Wer für Oscar arbeiten möchte, muss sich einem harten Auswahlprozess stellen (Foto: shutterstock.com/Jirsak) Wer für Oscar arbeiten möchte, muss sich einem harten Auswahlprozess stellen (Foto: shutterstock.com/Jirsak)

Es geht um einen Job mit hoher Verantwortung. 40 Stunden Arbeitszeit pro Woche stehen im Vertrag, Realität sind eher 50 Stunden, in der heißen Phase auch mal 70. Die Fluktuation in der Firma ist enorm, nur wenige bleiben länger als ein Jahr. Die Bezahlung? Eher bescheiden. Gezahlt wird ein Einheitslohn von 400 Euro im Monat. Warum die Bewerber bei Oscar trotzdem Schlange stehen und wie man es schaffen kann, einen der begehrten Plätze in der studentischen Unternehmensberatung aus Köln zu ergattern, das erklärt Oscar-Pressesprecher Kai Danneberg.

Welche Voraussetzungen müssen Bewerber mitbringen?
Sie sollten auf jeden Fall wirtschaftlich aufgeschlossen sein, egal, was sie studieren. Analytische Fähigkeiten sind wichtig, Kreativität ist wichtig. Und das Wichtigste ist, dass man diese Fähigkeiten dann auch im Assessment Center beweisen kann.

Wer muss das Assessment Center absolvieren und wie läuft das ab?
Das muss jeder machen, der bei Oscar anfangen möchte. Hier bewerben sich 15 bis 20 Leute in der Woche, von denen kommen ungefähr acht ins AC, das wöchentlich stattfindet. In dem AC werden viele Fragen gestellt, die Teilnehmer müssen Kreativitätsaufgaben lösen, Fallstudien machen - wie in jedem normalen AC. 40 Prozent der Teilnehmer bestehen auch diese Hürde – also haben wir so zwei bis drei neue Berater pro Woche.

Wie kann man sich auf das AC vorbereiten?
Die Fallstudie [eine AC-typische Übung: der Bewerber muss die Rolle eines Firmenchefs in einer Krisensituation übernehmen, Anm. d. Red.] ist wichtig, noch wichtiger ist aber, dass man Engagement mitbringt und die Lösung sehr innovativ ist. Die meisten Leute kommen ja hierher um zu lernen. Die ersten Aufgaben, die zu Präsentationsfähigkeit und Kreativität anregen, sollten ganz besonders gut gelöst werden. Weil die Präsentationsfähigkeit vor dem Auftraggeber ganz wichtig ist. Gerade als Student muss man sich beim Kunden sehr gut verkaufen, sonst wird einem nicht abgenommen, was man da erzählt.

Gibt es bestimmte Studiengänge, mit denen man es gar nicht erst probieren muss, sich bei Oscar zu bewerben? Kann der Germanist beispielsweise sein Porto sparen?
Ich selbst bin Politikwissenschaftler und Germanist. Ich arbeite jetzt hier als PR- und Pressesprecher, da passen meine Studienfächer sehr gut. Wir haben einen Theologen, ganz viele Sozialwissenschaftler, Geisteswissenschaftler, Pädagogen, Psychologen - wir sind für alle offen. Das wirtschaftliche Interesse muss allerdings da sein. Nur circa 60 Prozent der Bewerber hier sind Betriebswirtschaftler, Volkswirtschaftler oder Wirtschaftsingenieure.

Gibt es für Bewerber bestimmte Altersgrenzen?
Ein Mindestalter gibt es eigentlich nicht. Die Bewerber sollten im Hauptstudium sein. Das sind manche mit 21, andere erst mit 27. Jenseits der 30 wird es schwierig. Wir hatten jetzt mal zwei, drei Leute, die älter waren, aber das ist die Ausnahme.

Wenn man bei Oscar angenommen wurde: Muss man dann in Köln auf Wohnungssuche gehen?
Nein. Die Berater sind meistens nur in der ersten Woche in Köln und werden dann beim Kunden vor Ort, zum Beispiel in München oder Berlin, im Hotel untergebracht. Wir beraten ja deutschlandweit. Es gibt allerdings auch Projekte, die hier im Haus durchgeführt werden. Da haben wir dann eine Wohnung oder auch Hotels, die wir den Leuten zur Verfügung stellen.

Bietet Oscar seinen Mitarbeitern Seminare an?

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