Du glaubst gar nicht, was für ungewöhnliche Studiengänge es gibt - lerne sie mit dem Pointer-Quiz kennen! (Foto: Public Address)Hast du Lust auf ein Auslandspraktikum  in den USA? Dann mach mit beim Umfrage-Wettbewerb von SurveyMonke! (Foto: Public Address)Geht es bei deiner wissenschaftlichen Arbeit um "Mehr als Bits und Bytes"? Dann reiche dein Projekt beim Hochschulwettbewerb 2014 ein! (Foto: Public Address)Eine 30-Quadratmeter-Wohnung in den beliebtesten deutschen Universitätsstädten kostet zwischen 259 und 624 Euro (Foto: Public Address)Foto: EAH JenaDie Europäische Krankenversicherungskarte gilt in allen 28 Staaten der EU (Foto: Public Address)Der Deutsche Akademische Austauschdienst wirbt für ein Studium im Land von Goethe und Schiller (Foto: Public Address)

Traumberuf Modedesignerin

Schneidern an der Karriere

published: 07.04.2014

Designerin Lotta Meyer in ihrem Showroom in Hamburg (Foto: Public Address) Designerin Lotta Meyer in ihrem Showroom in Hamburg (Foto: Public Address)

Dutzende Nähgarnrollen in allen Farben hängen über lange Nägel gestülpt an der Wand. Eine riesige goldene Schere liegt auf dem Tisch, darunter ein großes Stück schwarzer feiner Stoff. Das ist der Arbeitsplatz von Lotta Meyer. Er befindet sich im Hinterzimmer ihres kleinen Ladens in Hamburg-Eppendorf. Die 28-Jährige hat ihn im November 2012 eröffnet. Showroom heißt so ein Geschäft auf Designer-Deutsch.

Hier können Fans von schlichter und zeitlos eleganter Mode die Entwürfe von Meyer anschauen, anprobieren und kaufen - oder ihr beim Entwerfen und Schneidern zusehen. "Nusum bedeutet `Ich bin jetzt`", sagt Meyer. Aber von der Idee bis zum Label war es ein langer Weg.

Später mal eine eigene Modemarke zu betreiben, das wünschen sich viele Jugendliche. Der Beruf verströmt Glamour: Designer bugsieren ständig ein Glas Champagner vor sich her und sind dabei von Kopf bis Fuß hervorragend angezogen, so lauten die Klischees. Aber das erste Glas Schampus müssen sich junge Leute hart erarbeiten. Denn die Konkurrenz ist groß, der finanzielle Druck auch. Bis sich eine neue Marke etabliert hat, können Jahre vergehen. Trotzdem muss der Designer in dieser Zeit von etwas leben.

Modedesignerin: Schneidern an der Karriere Traumjob Designerin? Für Lotta Meyer ist er wahr geworden. Aber mit ihrem eigenen Label fing der Stress für sie richtig an. Pointer hat die 28-jährige Gründerin in ihrem Showroom in Hamburg besuch Modedesignerin: Schneidern an der Karriere

Traumjob Modedesignerin: Schneidern an der Karriere



"Der gestalterische Teil ist so klein"
Dass gestalterische Fähigkeiten alleine nicht ausreichen, um dauerhaft erfolgreich zu sein, weiß auch Meyer. "Kreative Menschen stellen sich das oft so einfach vor. Aber der gestalterische Teil ist so klein. Rechnungen müssen bezahlt und Kollektionen kalkuliert werden. Ich könnte das niemals alleine." Deshalb hat sie sich ihre Schwester Liesbeth mit ins Boot geholt. Die 33-Jährige hat Betriebswirtschaft studiert und achtet bei Nusum auf das Geld.

Etwa 120 private und staatliche Ausbildungsstätten gibt es für Modedesigner in Deutschland laut dem Verband Deutscher Mode- und Textildesigner. An welcher man sich bewerben sollte, hängt von den eigenen Vorlieben ab. "Wer lieber frei und künstlerisch arbeiten will, etwa im Bereich von Kostümen, der sollte lieber an eine staatliche Schule gehen", so Meyer.

Modedesignerin Meyer (7 Bilder)

Modedesignerin Meyer
Modedesignerin Meyer
Modedesignerin Meyer
Modedesignerin Meyer



Sie selbst hat sich für eine private entschieden, rät aber, sich sehr genau über die Ausbildung zu informieren. "Da gibt es große Unterschiede in der Ausprägung", sagt sie. Einige Schulen seien kaufmännisch, andere eher technisch ausgerichtet.

Meyer hat dreieinhalb Jahre an der Hamburger Akademie Mode und Design (AMD) gelernt. Dort machte sie den Bachelor, absolvierte anschließend ein Praktikum in New York. "Ich habe viele technische Fertigkeiten vermittelt bekommen. Das ist heute sehr wichtig, denn Designer müssen eng mit der Industrie zusammen arbeiten. Da mailt man eine Zeichnung nach China und bekommt eine Datei zurück."

Kein Job für Diven und Egoisten
Designer sind längst mehr als nur kreative Schneider. Der Umgang mit Computerprogrammen wie Photoshop, Illustrator, Indesign wird vorausgesetzt. Außerdem sei der Beruf des Modeschöpfers nichts für egoistische Diven. "Wer Designer werden will, muss gut im Team arbeiten können. Die Kooperation mit Schneidern, Technikern und Grafikern ist sehr wichtig. Da ist der Designer die Schnittstelle."

Nusum haben die beiden Schwestern ganz bewusst als Projekt angelegt, das langsam wachsen soll. Leben können sie von ihrem Label noch nicht. Schneller Erfolg berge die Gefahr, ihrer Marke nicht mehr gewachsen zu sein, sagen sie. So haben sie es bei einem Designer-Kollegen mitbekommen, der Pleite ging, weil er auf weniger als einem Drittel seiner Kollektion sitzen blieb.

Die Kosten für eine Kollektion sind hoch. Allein 4000 Euro haben sie für den Stoff ihrer ersten investieren müssen. Sparen ist also angesagt. Dafür hat Lotta, die Kreative, ihre Schwester Liesbeth, die Rechnerin. Da fliegen schon mal die Fetzen. "Wir haben uns fürchterlich über die Wahl der Kleiderbügel gestritten. Liesbeth wollte unbedingt wenig Geld ausgeben, ich wollte aber die schöneren für den Showroom". Am Ende hat Lotta sich durchgesetzt.

Geduld werden die beiden mit Nusum weiterhin haben müssen. Immerhin: Gerade hat eine große Vertriebsagentur aus New York angefragt.

[Jörg Römer]

Das könnte dich auch interessieren:

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung