Pflichtpraktika

Auch als Praktikant versichert

published: 15.04.2005

Krankenversichert im Praktikum - was du beachten musst (Foto: shutterstock.com/Photographee.eu) Krankenversichert im Praktikum - was du beachten musst (Foto: shutterstock.com/Photographee.eu)

Dazwischen, davor oder danach?
Bei einigen Studiengängen sind Studentinnen und Studenten dazu verpflichtet, ein Praktikum (oder auch mehrere) zu absolvieren. Versicherungsrechtlich unterscheidet man dabei zwischen berufspraktischen Tätigkeiten, die während des Studiums geleistet werden (Zwischenpraktika) und solchen, die vor oder nach dem Studium absolviert werden (Vor- oder Nachpraktika).

Zwischenpraktika
Wenn in der Studien- oder Prüfungsordnung für deinen Studiengang ein Zwischenpraktikum vorgesehen ist (also ein Praktikum, das irgendwann zwischen Immatrikulation und Abschluss stattfindet), bedeutet das für dich, dass du keiner Versicherungspflicht als Arbeitnehmer unterliegst - weder in der Kranken- und Pflegeversicherung, noch in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Voraussetzung ist, dass du an einer Hoch- oder Fachhochschule immatrikuliert bist. Dabei spielt es keine Rolle, wie lang das Praktikum dauert, wie viele Wochenstunden du arbeitest und wie hoch das eventuell gezahlte Entgelt ist. Diese Regelung gilt auch für Studentinnen und Studenten einer ausländischen Hochschule, die ein Praktikum in Deutschland absolvieren.

Bei der Einkommensgrenze ist dennoch Vorsicht geboten. Denn auch wenn die Praktikantentätigkeit nicht zur Versicherungspflicht als Arbeitnehmer führt, kann eine bisher bestehende Familienversicherung unter Umständen entfallen. Dann nämlich, wenn du regelmäßig über 355 Euro (Wert für 2008) monatlich verdienst (für geringfügig Beschäftigte, die einem so genannten Minijob nachgehen, liegt die Grenze bei 400 Euro). In diesen Fällen heißt es: selbst versichern.

Vor- und Nachpraktika
Anders sieht es aus, wenn du das Praktikum vor dem Studium oder im Anschluss an das Studium absolvierst. Dann fällt nämlich der Studentenstatus weg. Versicherungsrechtlich bedeutet dies: Bei einem bezahlten Praktikum bist du grundsätzlich als Arbeitnehmer versicherungspflichtig. Und zwar sowohl in der Kranken- und Pflegeversicherung wie auch in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Ausnahme: Bei nicht vorgeschriebenen Praktika entfällt die Versicherungspflicht, wenn das Praktikum als Minijob gilt (Einkommensgrenze: 400 Euro monatlich).

Und wie sieht es bei unbezahlten Vor- und Nachpraktika aus?
Bei der Kranken- und Pflegeversicherung ist das so regelt: Auch wenn du nicht als versicherungspflichtiger Arbeitnehmer giltst, muss gewährleistet sein, dass du kranken- und pflegeversichert bist. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn du über eine Familienversicherung mitversichert bist. Besteht ein solcher Versicherungsschutz nicht, musst du die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung selbst zahlen. Zurzeit sind dies monatlich 57,32 Euro. Für Kinderlose über 23 Jahre ist seit dem 1. Januar 2005 ein höherer Beitrag zur Pflegeversicherung fällig. Der Gesamtbeitrag liegt dann bei 58,49 Euro.

In der Renten- und Arbeitslosenversicherung besteht auch bei unbezahlten Vor- und Nachpraktika Versicherungspflicht, da Praktikanten auch hier als zur Berufsausbildung beschäftigte Arbeitnehmer gelten. Beiträge werden nach einem fiktiven Entgelt berechnet. Dies beträgt in den alten Bundesländern (einschließlich West-Berlin) 24,85 Euro monatlich und in den neuen Bundesländern (einschließlich Ost-Berlin) 21,00 Euro monatlich (Werte für 2008). Die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung trägt der Arbeitgeber allein.

[Jens Findeisen]

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