Verzweiflung pur: Manchmal setzt sich im Lernstress die Prokrastination durch. Geht das auch ohne schlechtes Gewissen? (Foto: badahos/Shutterstock.com) Verzweiflung pur: Manchmal setzt sich im Lernstress die Prokrastination durch. Geht das auch ohne schlechtes Gewissen? (Foto: badahos/Shutterstock.com)
Studium

Prokrasti­nieren ohne schlechtes Gewissen

Prokrastination scheint der Feind eines jeden Studis zu sein – überall liest man, wie man sie vermeiden, überlisten und besiegen kann. Doch Hand aufs Herz: Ohne sie geht es nicht. Wer kann sich schon zehn Stunden lang am Stück konzertieren? Richtig, niemand. Zeit also, das Kriegsbeil zu begraben und mit der Prokrastination Freundschaft zu schließen, anstatt sie verzweifelt bekämpfen zu wollen. Denn wir wissen doch alle, am Ende siegt sie eh. Die Lösung: Sinnvolle Prokrastination. Nutz die Zeit, die du dich einfach nicht konzentrieren kannst für Dinge, die dir später wenig schlechtes Gewissen machen. Pointer zeigt dir sieben Wege dorthin.
 


1. "Hi, ich bin's"

Wie lange hast du dich bei deiner besten Freundin nicht gemeldet? Oder bei Oma, Papa oder Schwester? Wahrscheinlich viel zu lange. Dabei tut es doch so gut zu hören, wie es allen geht und was sie momentan so machen. Schlägt die Unfähigkeit zur Konzentration also mal wieder zu, mach den Laptop oder das Buch zu und greif zum Handy. Du kannst dir vorher eine feste Zeit, z.B. eine Stunde, setzen, die du mit deinen Liebsten sprechen willst. Nach dem Telefonat bist du nicht nur dein schlechtes Gewissen los, dich so lang nicht gemeldet zu haben, sondern auch dein schlechtes Gewissen, kurz eine Pause vom Lernen gemacht zu haben.

2. Netflix und Königspinguine

Klingt jetzt erstmal nicht nach der revolutionärsten Prokrastinations-Technik, aber stopp: Netflix kann durchaus sinnvoll genutzt werden. Dazu gilt es aber zu beachten: Serien sind tabu. Vier Staffeln "O.C. California", elf Staffeln "Big Bang Theory"? Äh, keine gute Idee. Entweder suchst du dir einen Film oder, noch besser, eine spannende Doku zu einem Thema, das dich schon immer interessiert hat. Wer vor allem abschalten will, sollte Tier- oder Naturdokus wählen. Zwei Stunden lang was über die australische Vegetation oder das Brutverhalten des Königspinguins zu sehen, schaltet den Kopf richtig ab. Und danach geht's mit frischem Mut und ohne schlechtes Gewissen zurück an den Schreibtisch.




3. Mach mal sauber

Kleiderschrank ausmisten, Bude saugen, die Post sortieren – es gibt vieles, was während des stressigen Alltags liegen bleibt. Um dich von Klausuren und Hausarbeiten abzulenken, ist eine kleine Putzaktion super. Du erledigst Dinge, die sowieso erledigt werden müssen und kannst anschließend in aufgeräumter Atmosphäre weitermachen. Bei dieser Art der Prokrastination wären sogar deine Eltern stolz!




4. Urlaub planen

Nichts motiviert mehr, als das richtige Ziel: Um also mal den Kopf von Unizeug freizubekommen, kannst du dich an deine nächste Urlaubsplanung machen. Egal ob ein Wochenendtrip zu Freunden, eine Städtereise oder die Planung für Silvester: Überleg dir, wohin du als nächstes verreisen willst. Das lässt dich nicht nur auf andere Gedanken kommen, sondern gibt dir auch einen guten Grund, dich später wieder frisch motiviert hinter die Bücher zu klemmen.

5. Schwitzen!

Ein Besuch im Fitnessstudio, ein Yoga-Tutorial oder eine Runde um den Campus joggen – nichts macht deinen Kopf während stressiger Lernphasen so frei wie Sport. Vielleicht nimmst du sogar Kommilitonen mit, denen es ähnlich geht. Danach eine kalte Dusche und weiter geht’s. Schlechtes Gewissen, mal ein paar Stunden Pause gemacht zu haben: nicht vorhanden.


6. Ab zum Pfandautomaten

Du versuchst dich zu konzentrieren, doch dein Blick schweift vom Laptop immer wieder zu den leeren Energy- und Mateflaschen auf deinem Schreibtisch. Und auf deinem Fußboden. Und deinem Nachttisch. Na, dann ab zum nächsten Supermarkt. Vielleicht nimmst du nicht gleich den nächsten, sondern verbindest das Pfandwegbringen mit einem längeren Spaziergang an der frischen Luft. Von dem Geld kannst du dir Nachschub kaufen und du kehrst an einen ordentlichen Schreibtisch zurück. Prokrastination at its best!

7. Der Herd ruft

Lernen macht hungrig! Statt dich bei jedem Magenknurren am Schreibtisch mit Chips und Schokolade vollzustopfen, nutz die Zeichen deines Körpers, um eine ausgiebige Pause zu machen. Such dir ein spannendes Rezept und stell dich entspannt an den Herd – vorher kannst du dir auch noch deine Mitbewohner schnappen. Beim Kochen kommst du auf andere Gedanken, und ein schlechtes Gewissen musst du keinesfalls haben, denn essen musst du ja so oder so. Gut gesättigt lernt es sich danach noch besser. Rezept-Inspiration findest du z.B. in unserem Rezepte-Finder.

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